Hingehört: Brainpool – “Soda”

Dezember 8, 2000 · Posted in CD-Regal, Musik 

"Soda" sprudelt fast über vor lauter Ideen.

Künstler Brainpool
Album Soda
Label Epic
Erscheinungsjahr 1995
Bewertung *****

Debütalben. Bei wenig talentierten Bands ziellose Sammlungen halbfertiger Liedchen, von den Künstlern später gerne als “Frühwerk” abgetan. Bei Hochkarätern aber ganze Kraftwerke voller Energie, ganze Universen voller Ideen. Frische, Spielfreude, Unbeschwertheit.

Nach ein paar Sekunden besteht kein Zweifel mehr daran, zu welcher Kategorie Brainpool gehören. “Break my arm / I´ll fight you with the other one.” Und schon haben sie dich. Ganz einfache Rhythmen, ganz einfache Akkorde, ganze einfache Melodien. Ganz einfach großartige Songs. So mitreißend wie eingängig, so clever wie ehrlich. Eines dieser Alben, die man von vorne bis hinten mitsingen kann.

Man kann ruhig Fun-Punk dazu sagen. Ich sage Jungemenschenmusik dazu. Denn kaum jemand schreibt bessere Teenager-Lyrik als Jan Kask. Fast jeder Song hat eine Zeile, auf die wohl selbst Ash neidisch geworden wären. Der Text rettet dann auch die einzigen Stücke, die etwas abfallen: Wiping The Stains und Mr. Johnson. Der Rest hätte eigentlich durchweg sechs Sterne verdient.

Ein unglaublich hohes Qualitätslevel, schon nach vier Stücken ein typischer Sound, ohne dabei die Abwechslung zu vergessen. Wo diese Songs herkommen, muss es noch eine Menge mehr zu entdecken geben. Ich weiß nicht, wo diese Schweden andauernd so tolle Bands herholen. Aber sie tun es.

Verwackelt, aber eines der wenigen frühen Brainpool-Videos im Netz: Girl Lost, live im Sommer 1996:

Brainpool bei MySpace.

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Comments

3 Responses to “Hingehört: Brainpool – “Soda””

  1. [...] kann einem ziemlich schnell die Karriere ruinieren. Fragen Sie mal Brainpool. Die hatten 1995 eine tolle Platte im Gepäck, mit der sie zuhause schon groß abgesahnt hatten, und machten sich dann als Anheizer für die Mit-Skandinavier Roxette auf Weltreise. Weil deren [...]

  2. [...] stimmt. Immer wieder gibt es dort hoch interessante Künstler zu entdecken, ob Sophie Zelmani, Brainpool oder The Hives. Stets wunderbare Musik, stets auch enorm stilvoll verpackt, was im Pop ja ebenso [...]

  3. [...] haben schon gezeigt, wie gut das zusammenpasst, lange bevor Dylan Baldi überhaupt geboren war. Brainpool und die frühen Libertines haben dann später Maßstäbe in diesem Metier gesetzt, unlängst haben [...]

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