Hingehört: Ash – “1977″
| Künstler | Ash |
| Album | 1977 |
| Label | Infectious Records |
| Erscheinungsjahr | 1996 |
| Bewertung | ***** |
1977. The year that punk broke. The year that Elvis died. Guter Name für ein Album. Sogar so gut, dass ich ganz kurz Mal (wirklich nur ganz kurz) mit dem Gedanken gespielt habe, mir dass 1977-Logo auf das rechte Schulterblatt tätowieren zu lassen. Wie gesagt, nur kurz.
Dass ich es mir anders überlegt habe, liegt jedenfalls nicht an dieser CD. Denn für ein Album, das mit dem Geräusch eines Tie-Fighters beginnt, ist das eine enorm gute Platte. Bei diesen Songs kann man Ash ihren Star Wars-Fimmel wirklich nicht krumm nehmen. Ich habe zwei Jahre gebraucht, um die wahre Größe des Openers zu erkennen. Meine Schwester hatte mir dieses Album damals aus England mitgebracht, aber erst vor einiger Zeit habe ich Lose Control zu schätzen gelernt. Wucht und Beschleunigung.
Gleich darauf schon der erste Knaller, Goldfinger, ganz ohne James Bond, aber die ideale Vertonung des ungeduldigen Wartens. Auf ein Mädel, und auch sonst auf alles. Sturm und Drang. Girl From Mars schreit einem schon nach zwei Takten entgegen: “Ich bin ein Hit!” und lebt neben der Melodie vor allem vom Gitarrensound. Für den war hier Owen Morris als Produzent verantwortlich, der somit auf drei der besten Alben der 1990er seine Finger im Spiel hatte: dieses hier, Definitely Maybe und (What´s The Story) Morning Glory?. Guter Mann.
Auch Dank seiner Fähigkeiten verdichten sich auf dieser Platte die Talente von Ash zu wahrlich großer Musik. Am nächsten am ungezügelten Sound aus Trailer-Zeiten ist das grandiose Innocent Smile. You turned it all around, it only took your smile. Dann scheint das Stück in Krach zu münden, am Ende kommt aber noch mal die Strophe wieder. Running on a high from the spirit inside. Übermut und Euphorie.
Davor schon zwei weitere Kracher: Kung-Fu ist ein Hammer, aber entwickelt erst live seine wahre Pracht, Oh Yeah ist nicht nur der Sommerhit, sondern der Sommer des Jahres 1996. Freibad und Sonne. Fünf Sterne auch für Angel Interceptor. Aliens und Hängematte.
Lost In You hielt ich lange Zeit für den besten Track der CD, so schön schön schön ist dieser Song. Auch hier wieder Tim Wheelers unglaubliches Talent, mit ganz wenigen und zudem eigentlich abgenutzten Worten ganz authentische Gefühle zu erzeugen. Der Schlusstrack (vor der famosen Sick Show als hidden track) Darkside Lightside ist etwas durcheinander, macht deshalb mit dem Hörer aber genau das, was das Album auch tut: It leaves you behind in a daze.
Bezaubernd: Girl From Mars, ganz akustisch, nur von Tim und Charlotte:
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4 Responses to “Hingehört: Ash – “1977″”
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[...] In den besseren Momenten schimmern schon alle Qualitäten durch, die Ash später auszeichnen sollten. Jack Names The Planets lässt das Talent zur großen Melodie erkennen, Uncle Pat hat schon die Klasse von den 1977-Stücken. [...]
[...] noch eine Menge guter Songs, keine Frage. Die besten sind sogar noch besser als die Highlights von 1977. Doch im Gegensatz zu diesem Meisterwerk finden hier leider auch zwei Ausfälle: Während Projects [...]
[...] Welt ist undankbar, und die Popwelt noch schlimmer. Die liefern Ash nach dem grandiosen 1977 mit Nu-Clear Sounds ein fast noch besseres Album ab — und es floppt. Der Pinkerton-Effekt: [...]
[...] bei den Eltern einziehen müssen (Würde, das mit einer Built-To-Spill-Weltschmerz-Gitarre anfängt und dann in Ash-Jubilieren mündet). Um die Frage, ob die unbefristete Festanstellung nun ein Triumph oder eine Tretmühle ist [...]