Hingehört: The Beatles – “Rubber Soul”
| Künstler | Beatles |
| Album | Rubber Soul |
| Label | EMI |
| Erscheinungsjahr | 1965 |
| Bewertung | ***** |
1965. Ist lange her. Mein Vater hatte damals noch nicht einmal die Grundschule hinter sich. So lange.
1965. Was für ein Jahr, was für eine Zeit! Alle Menschen hatten Pilzkopffrisuren, sogar manche Tiere. Und die Beatles veröffentlichten Rubber Soul. Ein Urknall.
Brian Wilson war (wie alle Welt) von den Socken und machte sich an die Arbeit für Pet Sounds. Nur der Anfang einer langen Entwicklung. Ohne Rubber Soul würde die Welt heute anders aussehen.
Dabei fängt alles ganz harmlos an. Ein Gitarren-Riff, eine Kuhglocke, ein Tamburin, dazu der patentierte mehrstimmige Gesang der Fab Four. Drive My Car, ein perfekter Rocksong. Doch dann öffnen die Beatles der Welt die Augen, lassen die Popmusik erwachsen werden, machen ihre Kompositionen zu ernstgenommener Kunst. Ein qualitativ unglaublich geschlossener Song-Reigen, dazu eine einheitliche Atmosphäre und genau die richtige Dramaturgie.
Harrisons Sitar und der Text von Norwegian Wood: Avantgarde. Die Komposition und die Vocals von You Won´t See Me: virtuos. Der Schlagzeug-Wirbel und das Arrangement von Nowhere Man: ein Traum. Der Gitarrensound und Drive in Think For Yourself: unwiderstehlich. Die Energie und die Orgel in The Word: faszinierend. Die Leichtigkeit und McCartneys Gesang in Michelle: meisterhaft. Der Vorwärtsdrang und der spröde Charme von Ringo Starrs Stimme in What Goes On: bewegend. Die Intimität und das Einatmen auf Girl: herzzerreißend. Die Gitarre und Melodie bei I´m Looking Through You: immergrün. Die Harmonies und das Klaviersolo in In My Life: nicht zu verbessern. Der höchst effektive Bass und das Crescendo von Wait: mitreißend. Das Metrum und der Text von If I Needed Someone: eine Freude. Die unterschwellige Bedrohlichkeit und das Rock´n roll-Gitarrensolo von Run For Your Life: spannend.
1965. Vielleicht war Pop-Musik nie mehr so gut.
Die Hot Rats (besser bekannt als eine Hälfte von Supergrass) haben ein nettes Video zu ihrer Cover-Version von Drive My Car gemacht:
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3 Responses to “Hingehört: The Beatles – “Rubber Soul””
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[...] waren sie allerdings lange Zeit vor allem wegen ihrer 45er. Das Albumformat wurde von den Fab Four erst ab Rubber Soul ernstgenommen und in seinen Möglichkeiten genutzt. Alle Lonplayer davor waren Singles-Sammlungen mit [...]
[...] Dieser Dialog hat tatsächlich stattgefunden. Die zwei größten Songschreiber der 1990er Jahre reden über die größten Songschreiber aller Zeiten. History in the making. Soviel Blödsinn Noel Gallagher auch sonst erzählen mag, und so gerne er übertreibt: Ein Fünkchen Wahrheit ist in seiner Aussage enthalten. Man muss das Frühwerk der Beatles vielleicht nicht gerade “bag of shite” nennen. Aber in den ersten Jahren waren sie eben manchmal auch nicht viel mehr als nur eine verdammt gute Tanzkapelle. Vielleicht komme ich wegen solcher Sätze in die Hölle. Aber richtig interessant (ob wegen der Drogen oder aus anderen Gründen) wurde die Sache erst ab Rubber Soul. [...]
[...] Opulenz, die auch Tim Buckley kaum hätte übertreffen können. Lorelai variiert clever die Melodie von Norwegian Wood. Die Wut, die in The Shrine / An Argument schlummert, klingt gerade deshalb so bedrohlich, weil sie [...]