Hingehört: Incubus – “Morning View”

November 20, 2001 · Posted in CD-Regal, Musik 

Für "Morning View" wünscht man Incubus ein bisschen weniger Neid auf die großen Jungs.

Künstler Incubus
Album Morning View
Label Epic
Erscheinungsjahr 2001
Bewertung **1/2

Incubus-Sänger Brandon Boyd hat eine klare Vorstellung von der Entwicklung seiner Band: “With repetition would come demise.” Vorwärts soll es also gehen, bloß nicht auf der Stelle treten. Die Richtung ist dabei erst einmal egal. Für Morning View ging die Band zum Strand. Warum auch nicht?

In einem gemütlichen Haus in Malibu entstand der Nachfolger von Make Yourself, mit dem den Kaliforniern 1999 der Durchbruch gelungen war.

Doch – wie gesagt – auf das bewährte Konzept will sich das Quintett nicht verlassen. Stattdessen hat sich die ehemalige “Ozzfest”-Band von Surfern, vom Rauschen des Ozeans und von malerischen Sonnenaufgängen zu entspannten Klängen inspirieren lassen. So werden reichlich akustische Gitarren eingesetzt (Mexico), gleich elf Streicher (Just A Phase) und sogar ein asiatisches Ko-kyu (Aqueous Transmission).

Die neue Gelassenheit tut der Band gut. Vor allem Drummer Jose Pasillas nutzt die sich bietenden Freiräume für reichlich unkonventionelle Schlagarbeit. Auch Gitarrist Mike Einziger kann jenseits der Dampfhammer-Maschinerie mit Feingefühl und Kreativität überzeugen. Am meisten aber profitiert Sänger Brandon Boyd, dem die laid-back-Passagen viel besser liegen als angeberische Kraftmeierei.

Weil sich Incubus aber nicht ganz sicher zu sein scheinen, ob sie der eingeschlagene Weg auch ans Ziel bringen wird, sind die meisten Stücke auf Morning View ein gemischtes Vergnügen, fast schizophren. Schon im Opener Nice To Know You gefällt die Strophe, doch ausgerechnet der pseudo-brachiale Refrain macht den Song kaputt.

Auch auf der Single Wish You Were Here können es Incubus nicht lassen, eine fein gezeichnete Skizze eines perfekten Moments mit einem großen Klecks aus Testosteron-Gitarren zu entstellen. Vielleicht liegt es daran, dass Brandon, Mike, Dirk und Jose damals auf der High School nie ins Football-Team durften, dass sie sich jetzt als starke Kerls aufspielen müssen. Sie hätten es nicht nötig.

Incubus gehen mächtig baden: Der Clip zu Wish You Were Here:

Incubus bei MySpace.

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Comments

2 Responses to “Hingehört: Incubus – “Morning View””

  1. [...] ahnte schon beim Vorgänger Morning View, dass sich Incubus in der Nu-Rock-Schublade nicht so ganz wohl fühlen. Das Album brachte die Band [...]

  2. [...] The Mars Volta oder wenigstens den Queens Of The Stone Age nacheifern würden. Twist My Head lässt an Incubus denken und ist, natürlich, ein naiver Aufruf zur Revolte. Das ist wieder so eine Idee, die nicht [...]

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