Hingehört: The Rolling Stones – “A Bigger Bang”

September 4, 2005 · Posted in CD-Regal, Musik · 7 Comments 

Auf "A Bigger Bang" klingen die Rolling Stones tatsächlich wieder spontan.

Künstler The Rolling Stones
Album A Bigger Bang
Label Food
Erscheinungsjahr 2005
Bewertung ***1/2

Kein Mensch würde dem Mond vorwerfen, dass er sich immer noch um die Erde dreht. Nicht einer käme auf die Idee, sich über die Flüsse aufzuregen, weil sie immer nur bergab und immer bloß ins Meer fließen. Und niemand würde es wagen, über die Rolling Stones zu meckern, weil sie eine Platte mit genau der Musik aufgenommen haben, die sie schon vor 40 Jahren gemacht haben.

Man muss sich diese Zeitspanne noch einmal klar machen: Als Mick Jagger und Keith Richards anfingen, gemeinsam Musik zu machen, war die Berliner Mauer noch nicht gebaut. Bayern München hatte gerade erst eine einzige Deutsche Meisterschaft gewonnen. Und Bono war noch nicht einmal geboren. So lange ist das her.

Allerdings: Dass die rollenden Urgesteine immer noch auf der Bühne stehen, ist zwar ein Wunder, aber kein Verdienst. Einen Bonus als historisches Relikt, popkulturelles Unikum und medizinisches Phänomen haben die Stones deshalb nicht. Im Gegenteil: Gerade weil sie so lange auf so hohem Level agierten, erwartet man auch von den alten Herren eine gute Platte.

Und die bekommt man. A Bigger Bang, das erste Werk mit komplett neuen Songs seit acht Jahren, ist in der Tat ein kleiner Urknall. Denn Jagger und Richards, die fast alles an diesen 16 Liedern gemacht haben, kümmern sich diesmal einen Dreck um Radiotauglichkeit, Singles, Trends oder Modernismen. Hatten zuletzt, auf Bridges To Babylon, noch die angesagten Dust Brothers für einen aktuellen Sound sorgen sollen, klingt die neue Platte nun eher staubig-historisch und sehr nach den Stones-Glanztaten.

Vor allem Exile On Main Street muss als Bezugspunkt genannt werden – auch, weil wieder in einem Keller aufgenommen wurde. Freilich fehlt (neben dem Heroin und der Steuerflucht) hier das Existenzielle und Kaputte. Trotzdem waren die Stones schon lange nicht mehr so nackt und nah.

Das ist die nächste Assoziation: Wer die Band in letzter Zeit live gesehen hat, wird bei vielen Songs auf A Bigger Bang sofort an den Teil der Show denken, wo sich Jagger, Richards, Wood und Watts auf die kleine Bühne begeben und dort meist akustische Stücke spielen. Beinahe glaubt man dann, dass die Stones eigentlich bloß eine Kneipenband sind, die allerdings die Chuzpe hat, sich auf Stadionbühnen mit Pyrotechnik und Videoleinwänden zu wagen. So klingt die neue Platte: intim und echt, spontan und erdig. A Bigger Band.

Es ist keineswegs (noch) ein Album, das Jagger und Richards auf Autopilot geschrieben haben, trotzdem ist alles da, was man von den Stones will. Der trockene Bumms des wieder genesenen Charlie, Keiths inspirierte Riffs und Micks Gesang. Ob auf Streets Of Love, Let Me Down Slow oder She Saw Me Coming: So gut wie Jagger macht nach wie vor keiner den geilen Bock, das dankbare Opfer oder den grandiosen Trottel, der nichts gelernt hat und noch immer in jede (Venus-)Falle tappt.

Natürlich gibt es auch Sweet Neo Con, den Song, um den es reichlich Wirbel gab, weil er die Heuchelei und Blindheit der Amerikaner und ihres Präsidenten aufs Korn nimmt, musikalisch aber eher etwas schwach auf der Brust ist. Zweimal darf Keith Richards singen (den Schmachtfetzen This Place Is Empty und den Rausschmeißer Infamy). Das famose Oh No, Not You Again (was natürlich der bessere Titel für das Album gewesen wäre) zwinkernd kurz mit den Augen, der Rest sind pure Stones.

Kurze Verwirrung kommt bloß bei Look What The Cat Dragged In auf. Das Riff erinnert sehr stark an Need You Tonight von INXS, und dann singt Jagger auch noch, als würde er Michael Hutchence imitieren. Aber natürlich ist es umgekehrt.

Nicht nackt und nah, aber trotzdem energisch: Oh No, Not You Again, live:

Die Rolling Stones bei MySpace.

Serbien

September 3, 2005 · Posted in Fotos, Ich · Comment 

Serbien ist nicht gerade ein klassisches Urlaubsland. Trotzdem gibt es dort viel zu entdecken: Aufbruchstimmung in Novi Sad, große Gastfreundschaft in Subotica und echtes Landleben mit viel Wein und gutem Essen in der Vojvodina.

Sparsam, sauber, stark

September 3, 2005 · Posted in Artikel, Weltgeschehen · Comment 
Luxuriöses Powerpakt: der leicht überarbeitete Forester. Foto: Subaru

Luxuriöses Powerpakt: der leicht überarbeitete Forester. Foto: Subaru

Sechs Sterne leuchten im Logo von Subaru. Und zumindest Fünf-Sterne-Standard strebt der japanische Allrad-Spezialist auch für seine Autos an. Denn neben den praktischen Vorteilen des Allrad-Antriebs setzte Subaru zuletzt immer mehr auch auf Komfort, Dynamik und Luxus. Die Premiumklasse ist das Ziel.

Das wird auch beim neuen Forester deutlich, der ab sofort bei den Händlern bestellt werden kann. Außen hat sich der Forester nur in Details verändert. Die Scheinwerfer sind neu gestaltet (und bieten jetzt Xenon-Licht), in der Frontansicht wirkt der Forester extrovertierter.

Entscheidendere Änderungen zeigt ein Blick in den Innenraum. Mit dem luxuriösen Business-Paket ausgestattet (für gut 5000 Euro Aufpreis) lässt der Forester hier kaum Wünsche offen. Auf allen fünf Sitzen gibt es mehr als genug Platz, nach oben wird das Raumangebot sogar unbegrenzt, wenn man das schmucke Panoramadach öffnet und somit Cabrio-Feeling in den Geländewagen lässt. Sitze, Handbremse, Schaltknüppel und Lenkrad sind mit hellem Leder bezogen – optisch und haptisch ein Genuss. Dank der (auf Wunsch der Kunden) größer gewordenen Außenspiegel hat der Fahrer nun auch nach hinten alles im Blick.

Das gewichtigste Argument für die dritte Generation des Forester sind aber die neuen Motoren. Traditionsgemäß setzt Subaru dabei auf das Boxer-Konzept und den Symmetrical AWD (wie gehabt gibt es zunächst auch keine Dieselmotoren). Neuer Basisantrieb für den Forester ist der Zweiliter-DOHC-Boxermotor. Das Aggregat ist stärker als der Vorgänger (jetzt 158 PS), verbraucht aber weniger und erfüllt im Gegensatz zur letzten Motoren-Generation die Euro-4-Norm. In weniger als zehn Sekunden erreicht der Forester damit aus dem Stand die 100-Stundenkilometer-Marke, Höchstgeschwindigkeit sind 189 km/h. Auch der 2,5-Liter-Motor mit Turbolader ist nun Euro-4-tauglich. Satte 20 PS mehr als sein Vorgänger hat er zu bieten und sprintet damit in beinahe unglaublichen sechs Sekunden von Null auf Hundert.

Gerade die Turboversion erweist sich als Powerpaket. Neben den Vorteilen, die der Forester dadurch im Gelände oder als Zugmaschine gewinnt, verspricht das vor allem Fahrspaß. Schon auf der Landstraße ist der Forester kaum im Zaum zu halten. Das wahre Vergnügen kommt aber erst bei der Offroad-Fahrt auf (für die sich der Forester im Gegensatz zu manch anderem SUV problemlos eignet). Selbst bei Slides auf Schotter bleibt der Wagen dank einer exzellenten Lenkung beherrschbar. Bei Fahrten über rutschige Fahrbahn lässt der Subaru seine Rallye-Gene erahnen. Und Anfahren am Berg ist dank der Hill-Holder-Technologie keine Herausforderung mehr, sondern ein Vergnügen.

Auch auf der Autobahn ist sportliches Fahren möglich. Der Forester beschleunigt erstaunlich zügig – und bei Tempo 200 ist noch lange nicht Schluss. Dass die Form nicht besonders windschnittig ist und der Wagen knapp anderthalb Tonnen wiegt, merkt man bloß an der Tanknadel. Aber wie heißt es doch: Viele Pferde brauchen auch viel Hafer.

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