Die DDR, das ferne Land
Michael Jürgs hat schon das dritte Buch über Deutschland geschrieben. Die Lage der Nation und insbesondere die Folgen der Wiedervereinigung beschäftigen ihn auch in “Wie geht’s, Deutschland?” wieder. Ich habe ihn bei einer Lesung in Leipzig getroffen und ihn gefragt, ob er sich als Patriot sieht. Und ob die Finanzkrise vielleicht die Rache des Kapitalismus ist, vor der die Ostdeutschen immer gewarnt worden waren.
Den kompletten Text gibt es auf news.de.
Durchgelesen: James Woodall – “John Lennon und Yoko Ono”
| Autor | James Woodall |
| Titel | John Lennon und Yoko Ono |
| Verlag | RoRoRo |
| Erscheinungsjahr | 1997 |
| Bewertung | *** |
Als die Beatles ihre erste Single herausbrachten, war James Woodall gerade drei Jahre alt. Deshalb ist er so gut geeignet, ein Buch über dieses Paar zu schreiben: Er ist ein Beatles-Fan, aber ein Nachgeborener. Er liebt die Musik, aber er ist zu jung, um die Fab Four zu ideologisieren. Darum unternimmt er hier erst gar nicht den Versuch, Yoko Ono die Schuld am Auseinandergehen von John, Paul, George und Ringo zu geben.
Woodall betrachtet Lennon wohlwollend, Ono zumindest fasziniert. Er zeigt dabei auch Ungereimheiten und dunkle Seiten auf. Wo die Recherche zu Widersprüchen führt, spinnt er keine Legende, sondern macht deutlich, dass die Fakten nicht ganz klar sind. So gelingt es ihm, ein eindrucksvolles Bild dieser Persönlichkeiten, die die Welt verändert haben, zu zeichnen. Ihre Kunst, ihr Weltbild und ihre Manipulation der Medien werden gekonnt und detailliert vor Augen geführt. Dazu gibt es eine sehr hilfreiche Chronologie und einen kompetenten Überblick über die einschlägige Literatur.
Nur eines gelingt leider nicht: Die seltsame Beziehung dieses Paares zwischen totaler Symbiose und Lost Weekend zu erklären. Dazu hätte Woodall wohl mit Lennon und Ono sprechen müssen. Doch die eine wollte nicht. Und der andere kann nicht mehr.

