Der kritische Blick: Entspannung unter Hochdruck

August 18, 2009 · Posted in Kommentare, Videos, Weltgeschehen · Comment 

Entspannung ist ein Business geworden. Man ist trotz Massage nocht nicht entspannt? Dann sollte man sich gefälligst mehr anstregen! Natürlich finde ich: Das ist kompletter Blödsinn.

Mehr Kommentare zu aktuellen Themen gibt es bei den News.de-Videos.

25.000 Fans und ein Abschied

August 16, 2009 · Posted in Artikel, Weltgeschehen · 1 Comment 

Die Toten Hosen werden das letzte Lied singen. Dann werden die Koffer gepackt, die Zelte abgebaut und womöglich wieder die Dixie-Klos angezündet. Denn das Highfield-Festival findet letztmals am Stausee Hohenfelden in Thüringen statt. Ab 2010 wird es einen neuen Standort geben. Ich habe mich ein bisschen umgehört und einen heißen Tipp: Großpösna.

Den kompletten Artikel gibt es bei news.de.

Durchgelesen: Irvine Welsh – “Die Bettgeschichten der Meisterköche”

August 11, 2009 · Posted in Bücher, Bücherregal · Comment 

Das Buch ist zu Beginn typisch Welsh, am Ende furios. Doch dazwischen auch reichlich krude.

Autor Irvine Welsh
Titel Die Bettgeschichten der Meisterköche
Verlag KiWi
Erscheinungsjahr 2006
Bewertung ***

Der Anfang ist Irvine pur: schmutzig, verdorben, Punkrock. Doch schnell bewegt sich “Die Bettgeschichten der Meisterköche” weg aus dem Milieu, in dem “Porno” oder “Klebstoff” angesiedelt sind.

Stattdessen wird hier die Geschichte von zwei Beamten erzählt, die im Hygiene-Amt der Stadt arbeiten.
Danny Skinner ist ein Lebemann mit einem kaum zu leugnenden Alkoholproblem, sarkastischem Witz, einer Tänzerin als Freundin und einer Vorliebe für gelegentliche Schlägereien. Brian Kibby kommt neu ins Amt, er ist schüchtern, wohlerzogen, schwärmt von seiner Modelleisenbahn – und ist Jungfrau. Schnell entwickeln die beiden eine tiefe Abneigung gegeneinander, zumal sie bald um eine Beförderung konkurrieren. Spätestens, als Skinner seinen Widersacher mit einem teuflischen Fluch belegt, wird es ein Kampf auf Leben und Tod.

Irvine zeigt auch auf diesem ungewohnten Terrain seinen Witz und seine Brillanz als Beobachter. Doch weder die kulinarischen Exkurse noch die beinahe esoterische Wende zur Mitte des Buches, als das Ausmaß des Fluches klar werden, sind plausibel in den Plot integriert. Irvine rettet sich mit einem gekonnten Verweis auf “Dorian Gray”, der hier quasi in die Trinkerwelt von Edinburgh entführt wird, und einem Finale Furioso.

Durchgelesen: John Updike – “Die Witwen von Eastwick”

August 5, 2009 · Posted in Bücher, Bücherregal · 2 Comments 

"Die Witwen von Eastwick" zeigt John Updike nur manchmal in Bestform.

Autor John Updike
Titel Die Witwen von Eastwick
Verlag Rowohlt
Erscheinungsjahr 2008
Bewertung ***

De mortuis nil nisi bene. So sagt man. Und man muss da für John Updike keine Ausnahme machen. “Die Witwen von Eastwick” ist ein gutes Buch, und auch hier beweist der im Januar verstorbene Autor seine Größe.

Aber tot oder nicht, Anstand hin oder her, es muss gesagt werden: Er tut es nur gelegentlich. Ein Vierteljahrhundert nachdem sie das Städtchen zuletzt in Aufruhr versetzt haben, lässt er sein diabolisches Trio nach Eastwick zurückkehren. Trotz dieser vielversprechenden Konstellation krankt der Roman vor allem daran, dass Updike der Geschichte von Lexa, Jane und Sukie kaum etwas hinzuzufügen hat außer ein paar schlauen Betrachtungen über das Älterwerden (die in seinen anderen späteren Romanen deutlich besser in die Handlung integriert sind), ein paar unbedeutenden Gedanken über die ägyptische und chinesische Kultur (dorthin reisen die drei Freundinnen, um einander wieder näher zu kommen) und zum Schluss einer kruden Elektro-Magie, die mit pseudo-wissenschaftlichem Beiwerk auch noch plausibel gemacht werden soll.

Es gibt noch ein Problem: Updike macht sich nicht die Mühe, den drei Witwen auch für diejenigen Leser ein Gesicht zu geben, die “Die Hexen von Eastwick” nicht gelesen haben. Für sie könnte diese Fortsetzung deshalb etwas blass und verworren wirken. Für alle anderen ist es immerhin ein guter, aber kein exzellenter Lesespaß.

Durchgelesen: Günter Wallraff – “Neue Reportagen, Untersuchungen und Lehrbeispiele”

August 1, 2009 · Posted in Bücher, Bücherregal · Comment 

Wieder einmal lässt Wallraff (fast) ausschließlich die Fakten sprechen.

Autor Günter Wallraff
Titel Neue Reportagen, Untersuchungen und Lehrbeispiele
Verlag KiWi
Erscheinungsjahr 1970
Bewertung ***

“Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache.” Über diesen Satz von Hanns-Joachim Friedrichs würde sich Günter Wallraff wohl heftig streiten. Denn Deutschlands Vorzeige-Schnüffler geht nie unvoreingenommen in einen Recherche. Immer hat er bereits einen Verdacht, ein Ziel. Und vor allem: einen Gegner.

Dass das kein Nachteil sein muss, zeigen seine Arbeiten in diesem Buch. Zwar hätte hier ein bisschen weniger Agitation gut getan, und manches hat die Kampfrhetorik der späten 1960er Jahre. Doch Wallraffs Stärke ist, dass er in der Regel bloß Fakten recherchiert und diese dann für sich sprechen lässt. So entsteht ein bestürzendes Bild einer Arbeitswelt, für die das Wort “Klassengesellschaft” keineswegs zu weit hergeholt ist.

Erschreckend, wie wirkungsmächtig die Mentalitäten und Macher der Nazizeit damals noch waren. Und frappierend: Eine Rückkehr zum ursprünglichen Kapitalismus der damaligen Zeit meint im Zeitalter der Globalisierung nicht nur Wallraff wieder auszumachen. Deshalb lohnt eine Lektüre auch 40 Jahre später noch.

« Vorherige Seite