Hingehört: Bryan Ferry – “Olympia”
| Künstler | Bryan Ferry |
| Album | Olympia |
| Label | Virgin |
| Erscheinungsjahr | 2010 |
| Bewertung | **1/2 |
Was macht man, wenn man kulturell relevant bleiben will, die mehr als 35 Jahre alten Lorbeeren aber so langsam tatsächlich welk werden und der letzte echte Single-Hit auch schon 25 Jahre zurück liegt? Wenn man Bryan Ferry ist, fällt die Antwort ganz leicht: Man ruft seine coolen Freunde an.
Dass Supermodel Kate Moss auf dem Cover von Olympia zu sehen ist, Bryan Ferrys morgen erscheinenden 13. Soloalbum, war manch einem Klatschmedium eine Meldung wert. Und auch sonst ist reichlich Prominenz dem Ruf des galantesten aller britischen Gentlemen gefolgt. Blickt man auf die Liste der Mitstreiter, dann scheint das Motto für Olympia tatsächlich gewesen zu sein: Dabei sein ist alles. Flea (Red Hot Chili Peppers), Mani (Stone Roses), Johnny Greenwood (Radiohead), Dave Stewart (Eurythmics), David Gilmour (Pink Floyd) und Nile Rogers (Chic) sind nur einige der Gäste. Sogar die ehemaligen Roxy-Music-Mitstreiter Brian Eno, Phil Manzanera und Andy Mackay sind wieder mit dabei – erstmals seit 1973 musizieren sie wieder gemeinsam mit Bryan Ferry.
Das Ergebnis ist trotzdem durch und durch Bryan Ferry. Sein Gesang ist noch immer der des Verführers, auch wenn sich mittlerweile ein bisschen mehr Lebenserfahrung eingeschlichen hat – was seine Stimme keineswegs weniger reizvoll macht. Die Texte sind poetisch und clever wie eh und je. “Nothing is real, nothing is true / I wish I could say the same about you” im gespenstischen Me Oh My ist dabei nur das gelungenste Beispiel. Auch auf Olympia kann man sich sicher sein: Sobald irgendjemand eine Zeitmaschine wie in Zurück in die Zukunft erfindet, werden Bryan Ferry und Oscar Wilde darin einen Frontalzusammenstoß erleben – beide beim Versuch, sich schleunigst auf den Weg zum anderen zu machen, um sich endlich kennenlernen zu können, von Dandy zu Dandy.
Der Albumtitel ist deshalb natürlich auch keine Anspielung auf schnöde antike Sportstätten, sondern bezieht sich auf ein Gemälde von Edouard Manet – und ist zugleich eine Referenz an die Gegend in West-London, in der Bryan Ferry lebt und arbeitet.
Und die Musik? Die ist Disco, und zwar in der eleganten Variante, mit Cocktailkleid und Lackschuhen. You Can Dance heißt der Auftaktsong, die Vorab-Single und das Motto. Gemeinsam mit den Scissor Sisters ist das hübsche Heartache By Numbers entstanden, das dann aber eher wie besänftigte Talking Heads klingt. Die Herren von der Groove Armada hauchen Shameless ein kleines bisschen House ein. Spätestens bei BF Bass (Ode To Olympia) mit Slap-Bass, Wah-Wah-Gitarre und Frauenchor muss man sich dann wundern (und Bryan Ferry für so viel Chuzpe danken), wie es dieser Mann schafft, ganz selbstverständlich auf ein Klanggewand zu setzen, das ihm ausgezeichnet steht, aber seit mindestens einem Vierteljahrhundert schon aus der Mode ist. Aber so ist das eben manchmal in der Disco: Wenn man sich völlig in ihr verliert, merkt man gar nicht, dass es draußen längst hell geworden ist.
Auch viel zu dunkel, um das Tageslicht zu sehen: Der bildhübsche Clip zur Single You Can Dance:
Diese Rezension gibt es auch bei news.de.
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[...] weiter vorne als die Konkurrenz. Während Bryan Ferry, sein ehemaliger Kollege bei Roxy Music, jüngst mit Olympia gezeigt hat, wie gut es sich in seiner eigenen Zeitblase leben lässt, kennt Brian Eno nur eine Richtung: [...]
Leider ist der Blog nicht wirklich interessant, finde ich. Zumindest für mich ist das reinste Zeitverschwendung.
[...] Himalaya beispielsweise probt die große Geste samt „ohoho“-Chor und klingt am Anfang noch wie ein Bryan-Ferry-Schauermärchen. Dann bleibt der Rest aber hohl, und die wiederholt gestellte Frage „Does it move you / the state [...]
[...] findet. Mal klingt er wie Peter Gabriel, dann wie Dave Gahan, mal wie Paul Smith, dann wieder wie Bryan Ferry, und wenn es sein muss, hat er auch Morten Harket oder David Bowie drauf, wie im feinen [...]