Draufgeschaut: The Pacific

Dezember 22, 2010 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
The Pacific zeigt einen Krieg ohne Erbarmen - auf erbarmungslose Weise.

The Pacific zeigt einen Krieg ohne Erbarmen - auf erbarmungslose Weise.

Serie The Pacific
Produktionsland USA
Jahr 2010
Spielzeit 522 Minuten
Regie Tim Van Patten, David Nutter, Jeremy Podeswa, Graham Yost, Carl Franklin, Tony To
Hauptdarsteller James Badge Dale, John Seda, Joe Mazzello
Bewertung *****

Worum geht’s?

Die zehnteilige Serie begleitet die drei US-Marines Robert Leckie, John Basilone und Eugene Sledge bei ihren Kämpfen auf verschiedenen Pazifik-Inseln, beginnend im Jahr 1941. Alle drei Hauptfiguren sind real, zum Teil beruht die Handlung der Serie auf ihren Memoiren. Die Männer müssen im Zweiten Weltkrieg gegen die unerbittliche japanische Armee kämpfen, aber auch gegen den Dschungel und die Erkenntnis, dass ihr Mut und Einsatz womöglich sinnlos sind.

Das sagt shitesite:

In Mona Lisas Lächeln, dem Kassenschlager mit Julia Roberts aus dem Jahr 2003, gibt es eine rührende Szene. Eine etwas reifere Dame namens Nancy ist da bei einem Tanzball im Jahr 1953. Sie lernt einen schmucken jungen Mann kennen, der schon bald wissen will, ob Nancy einen Ehemann hat. Als Antwort bekommt er nur ein Schluchzen und zwei Worte: «South Pacific».

Später im Film kommt zwar heraus, dass Nancy in Wirklichkeit keine Kriegerwitwe ist, sondern eine alte Jungfer. Trotzdem ist die Szene bezeichnend. Es gab einmal eine Zeit, da stand das Wort «Pacific» im amerikanischen Bewusstsein gleichbedeutend für «Tod». Der Kampf gegen Japan begann für die USA deutlich eher und dauerte ein ganzes Stück länger als der Einsatz auf den Schlachtfeldern Europas. Und er war deutlich brutaler. Der Krieg im Pazifik war für viele Amerikaner der eigentliche Zweite Weltkrieg.

Längst hat sich das geändert. In den USA sind die Schlachten um Guadalcanal oder Iwojima in Vergessenheit geraten, und in Europa hat man von diesen Orten womöglich noch nie etwas gehört. Doch Amerika hat es schon immer perfekt verstanden, seine Historie (zumindest, wenn sie heldenhaft war) ins öffentliche Bewusstsein zurückzubringen. Das beliebteste Mittel dazu ist nicht das Geschichtsbuch, sondern Hollywood.

Oberflächlich betrachtet trifft das auch auf The Pacific zu. Die Mini-Serie scheint in einer Reihe zu stehen mit Der Soldat James Ryan, Die Brücke von Remagen oder Pearl Harbor. Doch der zweite Blick zeigt: Die mit dem Emmy ausgezeichnete Serie, die nun komplett auf DVD vorliegt, ist alles andere als eine Heldensaga. Und gerade deshalb ist The Pacific so gut.

The Pacific, unter anderem produziert von Steven Spielberg und Tom Hanks, ist mit einem Budget von rund 150 Millionen Dollar eine der teuersten TV-Produktionen aller Zeiten. Auf DVD wird erst recht deutlich, wie grandios die zehn Folgen ausgestattet sind. Zudem zeigt das Making Of im Bonusmaterial auf einer sechsten DVD, wie sich etwa die Schauspieler in einem Army-Bootcamp auf ihre Rollen vorbereiteten, wie gründlich die Macher die historischen Hintergründe recherchierten und mit welch immensem Aufwand sie für das Projekt Heerscharen von Statisten und tonnenweise Technik auffuhren.

Doch noch beeindruckender als die Bilder von den Schlachtfeldern in Asien ist das Bild, das die Soldaten abgeben, wenn sie nicht kämpfen. Der Kampf, den sie ganz allein mit sich ausfechten müssen – in ihrem Kopf. Gegen den Dschungel, gegen das Mitgefühl, gegen die Frage, wie weit man gehen wird, um das eigene jämmerliche Leben zu retten.

Dann lebt The Pacific besonders von seiner Authentizität: Die Konkurrenz zwischen den verschiedenen Truppenteilen kommt zum Ausdruck, die Arroganz der Offiziere, und auch das Leiden der Familien zuhause, in denen sich trotz des Horrors und Blutvergießens an der Front die wahren Tragödien abspielen.

Gekonnt wird auch der Jargon der Truppe getroffen, irgendwo zwischen abgrundtiefem Sarkasmus, kindlicher Anhänglichkeit an die Kameraden und einem tiefen, auch rassistisch geprägten Hass auf den Gegner (hier habe ich die besten Zitate aus The Pacific zusammengestellt). Es wird der Psychoterror gezeigt, der sich einstellt, wenn man monatelang in permanenter Todesangst verbringt. Und der Ekel, den die Soldaten vor sich selbst haben, weil ihnen inmitten dieser Tötungsmaschinerie kein Ausweg bleibt als mitzumachen. Mitzutöten.

Schon in der ersten Folge, als die drei Hauptfiguren vorgestellt werden und zwei von ihnen auf dem Weg an die Front sind, regiert der Nihilismus. Bevor sie überhaupt ihren Einsatzort erreichen, wissen die Soldaten nicht mehr, wofür sie eigentlich kämpfen sollen. Als nach einer knappen halben Stunde die ersten Schüsse fallen, ist das von bitterer Ironie begleitet: Die Marines haben versehentlich einen Kameraden erschossen, der sich bloß nachts zum Pinkeln in den Wald schlagen wollte.

Dass Freund und Feind hier quasi nie zu unterscheiden sind, ist ein großes Plus an The Pacific. Die Macher, auch schon für das ähnlich angelegte Band Of Brothers verantwortlich, wollen den Krieg nicht heroisieren, instrumentalisieren oder romantisieren. Sie wollen ihn bloß zeigen. «Es ist brutal. Es ist ehrlich. Und es ist schonungslos», bringt Produzent Steven Spielberg das Konzept auf den Punkt – so wie es damals für die Soldaten war.

«Es war ein Abschlachten», meint Robert Leckie nach dem ersten Gefecht – und spätestens da hat der Einsatz der Marines alles Heldenhafte verloren. Als die Soldaten später nach einem erfolgreichen Einsatz in Australien wieder aufgepäppelt und dort wie Popstars begrüßt werden, ist das in seiner Unwirklichkeit fast so eindrucksvoll wie die spektakulären Kampfszenen, in denen es schon einmal Arme und Beine regnet.

Vor allem aber dienen die Szenen im Zivilleben, die mitunter eine ganze Folge ausmachen können, dazu, den Figuren eine Persönlichkeit zu geben. Dass sie diese erst hier entwickeln, wo sie zwar immer noch meist Uniform tragen, aber unserer Definition von Normalität zumindest gelegentlich wieder nahe kommen, ist ein unerhört cleverer Kniff der Regisseure. Sie gönnen dem Zuschauer damit nicht nur Ruhepausen inmitten der Apokalypse. Sie zeigen auch, was der Krieg letztendlich bedeutet, wenn man ihn so unerbittlich kämpft und so schonungslos inszeniert wie in The Pacific: die totale Entmenschlichung.

Bestes Zitat:

“Wir haben alle Angst, ohne Ausnahme. Wer hier von uns meint, keine Angst zu haben, lügt entweder – oder er ist tot.“

Der Trailer zur Serie:

httpv://www.youtube.com/watch?v=8hvJ7OeS_rY

Diese Rezension der kompletten Staffel von The Pacific auf DVD gibt es auch auf news.de.

Die besten Zitate aus “The Pacific”

Dezember 21, 2010 · Posted in Bewegtbild, TV · 1 Comment 

The Pacific (von den Machern von Band Of Brothers, produziert unter anderem von Steven Spielberg und Tom Hanks) wurde nicht nur mit einem Emmy als beste Miniserie ausgezeichnet. Das zehnteilige Kriegsepos wurde auch auf Kabel 1 zu einem veritablen Erfolg. Jetzt gibt es The Pacific auf DVD – fast zehn Stunden lang totaler Terror, ultimative Grausamkeit – aber auch Dialoge und Sprüche, die von Sarkasmus, Ironie und sogar ein wenig Humor zeugen. Die besten Zitate aus The Pacific habe ich (in keiner besonderen Reihenfolge) mitgeschrieben:

„Menschen können einander Dinge antun, die die Seele ernüchtern.“

„Wenn Du sie nicht besoffen besiegen kannst, versuch’s erst gar nicht.“

„100 gegen 1200. Die sind entweder unglaublich mutig oder unglaublich blöd. Oder hassen uns wie die Pest.“

„Im nächsten Krieg werden zwei Männer fehlen. Ich und der Militärbulle, den sie hinter mir herschicken.“

„Wir sind dem Feind begegnet und haben nichts über ihn erfahren.“

„Sie holen sich jetzt ein großes Frühstück und eine Kanne Kaffee und dann kommen Sie wieder, wenn Sie wie ein Mensch aussehen. Es geht nicht, dass Sie auch noch während Ihrer Auszeichnungszeremonie kotzen.“

„Denkst Du nie über so etwas nach? – Du kennst mich, John. Ich versuche, nicht zu denken.“

„Falsch ist das Rühmen des Siegers, leer unser lebendiger Stolz.“

„Das Schlimmste daran, die Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg zu behandeln, war nicht ihre Wunden zu versorgen, sondern die Erkenntnis, dass man ihre Seelen zerstört hatte.“

„Ich war in der Normandie dabei, hatte aber wenigstens ein bisschen Spaß in London und Paris. Ihr Marines hattet nichts als Dschungelscheiße und Malaria am Hals.“

„Grab noch tiefer und Du kommst als Deserteur vors Kriegsgericht!“

„Haben Sie denn beim Marine Corp sonst nichts gelernt, was sie auf der Alabama Poly weiterführen könnten? – Ich habe gelernt, wie man Japaner tötet. Darin bin ich verdammt gut.“

„Kriegsanleihen können Sie nicht verkaufen, indem Sie mit uns auf den Solomon-Inseln rumrennen.“

„Mann, ich hab’s mir anders vorgestellt. – Anders als was? Als in den Filmen?“ In den Büchern?“

„Hat jemand von Euch Angst? – Nein, Sir! – Ihr verlogenen kleinen Scheißer.“

„Ich sollte mich auf meine Freiheit freuen. Aber ich kann sie mir nicht vorstellen.“

„Warum ergeben die sich nicht? – Weil es Japsen sind.“

„Ihr dürft nie rennen, wenn ihr laufen könntet. Und lauft nie, wenn ihr stehen könntet. Steht nie, wenn ihr sitzen könntet. Sitzt nie, wenn ihr liegen könntet. Legt euch nie hin, wenn ihr schlafen könntet. Und lasst niemals sauberes Wasser an euch vorbei gehen.“

„Die haben noch einen Granatsplitter in meinem Arm vergessen. Jetzt brauche ich wohl in Buffalo nie wieder einen Drink bezahlen.“

„Ist dieser Scheiß mit dem Hund zu fassen? Irgendsoein Köter soll einen Japs schneller riechen als ich? Kann man mir nicht erzählen.“

„Wir haben alle Angst, ohne Ausnahme. Wer hier von uns meint, keine Angst zu haben, lügt entweder – oder er ist tot.“

„Man muss sich morgens einfach aus dem Bett zwingen und den Tag beginnen. Und je öfter man das gemacht hat, desto öfter vergisst man Einiges. Zumindest vorübergehend.“

„In der Heimat seid Ihr Helden.“

Interview mit Mando Diao

Dezember 20, 2010 · Posted in Interviews, Weltgeschehen · 3 Comments 

Man glaubt es nicht: Wenige Minuten zuvor haben diese freundlichen jungen Männer noch Gitarren zerschmettert.

Man glaubt es nicht: Wenige Minuten zuvor haben diese freundlichen jungen Männer noch Gitarren zerschmettert.

Ihren Auftritt bei der Geburtstagsfeier von MDR Jump habe ich zwar verpasst. Trotzdem brachte der Abend im Haus Auensee in Leipzig spannende Erkenntnisse in Sachen Mando Diao. Denn kurz vor Beginn der Festivitäten traf ich die beiden Frontmänner Gustaf Norén und Björn Dixgard zum Interview. Sie konnten sich zwar nur schwer von ihren Backstage-Hobbies  – Weintrinken, Wii-Spielen und weiße Gibson-Gitarren zertrümmern (keine Ahnung, warum sie sich das nicht für auf der Bühne aufheben) – loseisen. Aber dann verrieten sie im Interview immerhin, dass sie sich als siamesische Zwillinge sehen, ein Weihnachtslied aufgenommen haben, das womöglich nie erscheinen wird, und dass sie Rockbands eigentlich, ähm, langweilig finden.

Hi! Ich würde mit Euch gerne ein bisschen über Weihnachten reden, die Zeit der Besinnlichkeit, aber auch der Rückbesinnung. War 2010 ein gutes Jahr für Mando Diao?

Gustaf: Ich kann mich ehrlich gesagt an gar nicht so viel erinnern.

Dann muss es wohl ein gutes Jahr gewesen sein.

Gustaf: Wahrscheinlich. Mein Gott, ich kann mich echt an gar nichts erinnern!

Björn: Wir haben ein MTV Unplugged gemacht. Das war gut. Das hat sich gut angefühlt. Aber die Details davon? Verschwunden.

War die Unplugged-Session das Highlight in Eurem Jahr?

Gustaf: Auf jeden Fall. Und mir ist noch etwas eingefallen: Als wir im Sommer beim Southside und Hurricane gespielt haben – das war eines der besten Erlebnisse, die ich seit langer Zeit auf der Bühne hatte.

Mögt Ihr Weihnachten? Oder nervt es eher?

Gustaf: Ich mag es. Weihnachten ist die einzige Zeit im Jahr, wo wir keine Konzerte spielen können, weil uns an diesen Tagen niemand engagieren will. Deshalb nutzen wir die Möglichkeit, ein bisschen Zeit mit der Familie zu verbringen.

Das klingt fast, als würdet ihr am Heiligabend lieber auf der Bühne stehen.

Björn: Nein, natürlich nicht.

Gustaf: Aber grundsätzlich fällt es uns schon sehr schwer, Konzertangebote abzulehnen. Auf der Bühne zu stehen ist einfach die Essenz von dem, was wir tun. Deshalb ist es immer sehr schwer, nein zu sagen, wenn uns jemand für eine Show haben will.

Björn: Das wäre, als ob wir zu unserer eigenen Persönlichkeit nein sagen würden.

Ist es dann nicht schwierig, sich plötzlich an den ruhigen Lebenswandel an den Feiertagen zu gewöhnen?

Gustaf: Früher war das so. Als wir 23, 24 waren, da fiel uns das auf jeden Fall schwerer als heute.

Björn: Es war dann jedes Mal so, als würde man für zwei Tage in ein Koma fallen, wenn man nach Hause kam. Jetzt ist es besser geworden.

Wie muss man sich Weihnachten im Hause Mando Diao vorstellen?

Björn: Sehr verschneit.

Gustaf: Wie ein Klischee. Wir feiern in den Wäldern von Dalarna. Es sieht aus wie in einem Disney-Film. Überall sind Weihnachtsbäume, und es gibt tonnenweise Schnee.

Björn: Und diese Weihnachtsbäume sind nicht etwa aus Plastik. Sie sind echt, und sie sind riesig.

Gustaf: Ein paar Pferde laufen umher. Es ist die meiste Zeit sehr dunkel. Und frühmorgens gehen die Leute in die Kirche.

Das klingt wirklich wie ein Klischee. Und durchaus so, als ob es einem nach ein paar Jahren zum Hals raushängen kann.

Gustaf: Nein. Weihnachten soll so sein wie Disneyworld. Der Sinn davon ist, dass wir alle wieder Kinder werden. Deshalb lieben wir Weihnachten auch so: Wir können noch einmal so tun, als ob wir jung sind. Wir singen, wir kriegen Geschenke, wir tun so, als seien wir glücklich.

Björn: Wenn wir mit Mando Diao Lieder schreiben, versuchen wir, eine ganz ähnliche Atmosphäre zu kreieren. Ein bisschen Naivität, Unschuld, ein Gefühl von Kindheit.

Gustaf: Als ich in Disneyworld war, hat mich das auch ans Musikmachen erinnert. Überall gab es so viel zu entdecken. Man konnte nicht richtig benennen, was man daran nun genau toll findet, aber das Gefühl ist toll. Bei Musik ist das genauso. Es gibt viele Leute, die kein bisschen singen können, aber trotzdem lieben sie Musik.

Singt Ihr selbst an Weihnachten und holt die Gitarren raus?

Gustaf: Eigentlich nicht. Das passiert eher in der Mittsommernacht.

Wie sieht es mit Geschenken aus? Denkt Ihr Euch kleine Überraschungen für die anderen Mitglieder von Mando Diao aus?

Gustaf: Nein. Wir mögen uns ja eigentlich gar nicht. Das größte Geschenk ist es, dass wir an Weihnachten nicht so viel Zeit miteinander verbringen müssen. (lacht)

Könntet Ihr Euch vorstellen, irgendwann ein Weihnachtslied zu schreiben?

Gustaf: Wir haben schon eins.

Björn: Es ist in der Schublade, vielleicht bringen wir es eines Tages heraus.

Gustaf: Es ist kein Weihnachtslied im Sinne von “oh wunderbare, fröhliche Weihnachtszeit”. Aber das Lied erzählt eine Geschichte, die an Heiligabend spielt.

Könnte das dann eines Tages eine Weihnachtssingle von Mando Diao werden?

Gustaf: Keine Ahnung. Wir haben so viele Lieder, von denen wir noch nicht so recht wissen, was wir damit anfangen sollen. Sie sind einfach da. Manche Lieder sind auch gar nicht für die Öffentlichkeit gedacht, sondern nur für uns.

Björn: Vielleicht ergibt sich irgendwann mal eine Gelegenheit, das Lied herauszubringen. Das passiert uns recht oft, dass sich einfach so eine unerwartete Möglichkeit auftut. Bei MTV Unplugged war das auch so. Die Leute von MTV haben uns gefragt, und wir haben gesagt: Das machen wir.

Wird die Erfahrung der Unplugged-Sessions sich auf den Sound von Mando Diao auswirken? Könnte das nächste reguläre Album auch ein bisschen akustischer werden?

Gustaf: Ja. Rockbands an sich sind ja ziemlich langweilig. Ständig muss man alles auf genau die gleiche Art und Weise spielen.

Björn: Zumindest gilt das für einige Bands. Wir versuchen natürlich, das zu vermeiden.

Gustaf: Wir versuchen schon lange, aus dem Mando-Diao-Kostüm herauszukommen. Deshalb sind wir immer auf der Suche nach Neuem. Und mehr akustische Elemente sind ein Weg dahin.

Schon vor dem Unplugged-Album habt Ihr bei Euren Konzerten ja einen Teil gehabt, wo ihr auf einer kleinen Bühne mitten im Publikum ein paar Stücke rein akustisch spielt.

Gustaf: Das ist einfach die beste Methode, um dem Publikum zu zeigen, wie der Song eigentlich gedacht ist. Alle unsere Lieder sind ganz schlicht auf dem Klavier oder der Gitarre komponiert, und dann entwickeln sie sich und wachsen. Wenn wir akustisch spielen, ist das ein bisschen, als ob man in einem Fotoalbum blättert: Dann sieht man, wie der Song aussah, als er noch ganz klein war und gerade erst auf die Welt kam. Bei Fotos ist es ja auch meistens so: Babys sind viel schöner als erwachsene Menschen.

Habt Ihr besondere Pläne für Silvester?

Gustaf: Ich werde versuchen, einfach gar nichts zu tun. Genau wie an Weihnachten. Einfach entspannen. Aber Björn wird groß feiern: Er geht zu einer Hochzeit.

Björn: Das stimmt. Ein etwas exzentrischer Freund von mir heiratet. Es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass ich an Silvester feiern gehe. Bestimmt seit sieben oder acht Jahren. Ich mag das sonst eigentlich nicht. Alle suchen immer nach der ultimativen Silvesterparty, und dann ist es eigentlich immer eine Enttäuschung, weil man sich viel zu viel davon versprochen hat.

Und was steht 2011 für Mando Diao an?

Gustaf: Wir werden uns kurz nach Neujahr zusammensetzen und einen Schlachtplan erstellen. Wir werden schauen, welche neuen Songs wir haben und ob man daraus vielleicht ein neues Album machen kann.

Es könnte also schon sehr bald eine neue Platte von Mando Diao geben?

Gustaf: Vielleicht. Wir nehmen jedes Album auf, als könnte es das letzte sein. Es könnte also auch sein, dass nach Give Me Fire gar nichts mehr kommt.

Björn: Die Songs kommen einfach, und sie sagen Dir, was gut für sie ist und in welchem Kontext sie gut passen würden.

Wenn Ihr so viele Lieder habt, die nicht gut zu Mando Diao passen, könnte man sie ja auch anders veröffentlichen. Zum Beispiel als Solo-Album.

Gustaf: Ich glaube nicht, dass das für uns funktioniert. Wir sind da wie siamesische Zwillinge. Wenn ich ein Soloalbum machen wollte, würde ich gern Björn dabei haben, um ein paar Lieder mit zu schreiben und auch einige zu singen. Ich hätte gerne CJ am Bass. Und wahrscheinlich auch einen Produzenten, mit dem wir schon als Mando Diao gearbeitet haben. Deshalb würde ein Soloalbum einfach keinen Sinn machen. Jedenfalls nicht zum jetzigen Zeitpunkt.

Du bist also nicht neidisch auf Deine Brüder, die beide auch schon alleine Platten herausgebracht haben?

Gustaf: Nein. Sie arbeiten auch ganz anders als wir. Sie schreiben jeder für sich selbst, und dann versuchen sie, einen Kompromiss zu finden. In meinen Augen ist das keine gute Methode, um Musik zu machen.

Hier gibt es noch ein Interview mit Mando Diao, das ich 2009 geführt habe.

Mando Diao bei MySpace.

Rooney, White Lies, Filter, Mando Diao, Haus Auensee

Dezember 19, 2010 · Posted in Live, Musik · 4 Comments 
Ende gut, alles gut: Das galt bei praktisch jedem Song der White Lies.

Ende gut, alles gut: Das galt bei praktisch jedem Song der White Lies.

Vor ein paar Monaten wollte der NME wissen, ob es noch so etwas wie „musical tribes“ gibt. Also isolierte Stämme, Cliquen, Szenen. Mods gegen Rocker, Punks gegen Popper – ist so etwas heutzutage, wo in jeder Indiedisco zu Electro getanzt wird, wo Metal problemlos mit  HipHop verschmilzt, noch denkbar? Zehn aktuelle Musikgrößen wurden dazu befragt, von Jack White über Rihanna bis hin zur Dubstep-Supergroup Magnetic Man. Sie alle waren sich einig: Eingeschworene (und einander natürlich verfeindete) Lager – das hat sich erledigt. Das war einmal.

Gestern Abend wurde klar: Sie haben sich geirrt. Den Beweis erbrachte ausgerechnet der Mitteldeutsche Rundfunk, der das zehnjährige Bestehen seiner Jugendwelle MDR Jump feierte und dazu ins Haus Auensee in Leipzig geladen hatte. Das Programm war durchaus erstaunlich: Rooney, White Lies, Filter und Mando Diao sollten für die musikalische Unterhaltung sorgen.

Dieses Line-Up lässt schon auf dem Papier durchaus aufhorchen. Denn erstens haben die vier Gruppen wenig gemeinsam (außer einer verhängnisvollen Tendenz zu dämlichen Bandnamen und der Tatsache, dass keine von ihnen eine Frau, ein U oder einen Funken Selbstironie beinhaltet). Und zweitens ist es ein doch eher untypisches, erfreulich alternatives Programm für den öffentlich-rechtlichen Mainstream-Hörfunk.

Selbst Rooney, die im Haus Auensee den Auftakt machten, sehen sich wohl als Indie-Band. Zumindest die Outfits und Frisuren legen diesen Verdacht nahe. Die Musik erweist sich als durchaus gefällig, kompetent und gut geeignet, das feierwillige Publikum in Leipzig langsam in Schwung zu bringen. Schließlich stehen Rooney für einen Sound irgendwo zischen High-School-Abschlussball, dem perfekten Extrakt aller feuchten Radiomacher-Wunschträume und der Hausband beim CDU-Parteitag. Neben der Tatsache, dass Sänger Robert Schwartzman (Cousin von Sofia Coppola und Nicolas Cage) hier seine Fantasie als Rockstar auslebt und sich das auch ohne Talent problemlos leisten kann, ist das mit Abstand das Ärgerlichste an Rooney: wie sagenhaft konservativ diese Band ist.

Was danach folgt, ist allerdings noch schlimmer. Denn zwischen den einzelnen Auftritten gibt es tatsächlich gut 20 Minuten lange Umbaupausen, in denen erst das Licht im Saal angeht und dann: gar nichts mehr passiert. Das ist ein seltsames Verständnis von Party. Bei Festivals kann man sich diese Zeit wenigstens mit Hinsetzen oder dem Weg zur nächsten Bühne vertreiben. Im Haus Auensee sorgen die Pausen bloß für Langeweile und Anti-Atmosphäre.

Insgesamt ist es trotzdem ein netter Abend, und dazu tragen auch White Lies bei. Im Interview am Nachmittag hatten sie nicht nur fleißig mit MDR-Jump-Streichhölzern gekokelt, sondern auch erklärt, wie reibungslos die Zusammenarbeit mit Produzent Alan Moulder (The Killers, Smashing Pumpkins) beim im Januar erscheinenden Album Ritual geklappt hat. Er hat den Sound der White Lies behutsam in Richtung Pop verschoben. Das funktioniert auch auf der Bühne in Leipzig gut. Die aktuelle Single Bigger Than Us ist eines der Highlights.

Allerdings haben die White Lies dasselbe Problem wie die ganze Veranstaltung: Immer, wenn es gerade aufregend wird, sinkt die Spannungskurve wieder ab. Quasi jeder ihrer Songs ist am Ende eine packende Hymne, lässt sich aber viel Zeit, um zu diesem Punkt zu kommen. So wird die Show von White Lies zu einem kleinen Euphorie-Stakkato: Die ersten zwei Minuten jedes Songs gerät man wiederholt in Versuchung, die Dichte an zertretenen Kaugummis auf dem Teppichboden im Haus Auensee pro Quadratmeter zu ermitteln (meine letzte Hochrechnung: 14,3), dann wird es aber aufregend, erhebend, packend. Da gilt wohl: Ende gut, alles gut.

Und dann passiert es. Dann wird klar, dass von anything goes in der Musik, von grenzenloser Toleranz der Fans und bis zur Unkenntlichkeit verschwimmenden Genres auch im Jahr 2010 keine Rede sein kann. Filter, extra für diese Show aus den USA nach Leipzig gereist, betreten die Bühne – und es dauert nicht einmal eine Minute, bis sich im Haus Auensee das Entsetzen breit macht.

Steve O. trifft Johnny Knoxville: Filter sorgten für Entsetzen.

Steve O. trifft Johnny Knoxville: Filter sorgten für Entsetzen.

Sehr junge Mädchen fliehen scharenweise aus den vorderen Reihen und halten sich dabei hilfesuchend an den Händen. Ältere Pärchen bringen sich an der Theke in Sicherheit. Und zwei Kerle hinter mir liefern sich einen amüsanten Dialog, der die Bestandteile „die sinnloseste Band, die ich je gesehen habe“ und die Frage „Wer hat die denn geholt?“ beinhaltet.

Keine Frage: Für Hard Rock ist die Jump-Zielgruppe ungeeignet. Auch für einen Sänger, der aussieht wie ein Mix aus Johnny Knoxville und Steve O., zwei Drittel des Konzerts mit Sonnenbrille bestreitet und schon beim zweiten Lied erfreut feststellt, dass man in Good Old Germany auch live auf der Bühne „fuck“ sagen darf, sogar wenn die Gage von Rundfunkgebühren bezahlt wird.

Filter liefern die bis dahin zweifelsohne sehenswerteste Show, sie finden sich selbst ebenso wie das Publikum in Leipzig „awesome“ und machen klar, dass ihnen als Pioniere der Kombination aus Hard-Rock und komplexen Beats ein guter Teil der Meriten gehört, die später Limp Bizkit oder System Of A Down eingestrichen haben.

Als sie die Ballade Fades Like A Photograph spielen (die der Jump-DJ in der Anmoderation noch gepriesen hatte und die empfindlicheren Fans zugleich schon einmal vergeblich warnte, dass Filter „auch ihre etwas härteren Songs“ spielen würden), und danach auch noch das ebenfalls recht sanfte Take A Picture, ist das ein herrlich ironischer Moment. Denn die beiden Kerle hinter mir, die Filter kurz zuvor noch „sinnlos“ fanden, merken wohl gerade, dass sie zu diesen Liedern schon oft im Auto mitgesummt haben. Sänger Richard Patrick lässt es sich nicht nehmen, provokant noch die Frage hinterher zu schieben: “Do you like mellow?”

Und Mando Diao? Die habe ich sausen lassen. Erstens waren sie im Interview erneut ein bisschen schnippisch (auch wenn sie immerhin verraten haben, dass sie ein Weihnachtslied geschrieben haben). Zweitens ist ein Unplugged-Konzert wohl die schlechteste Medizin, um nach drei Umbaupausen noch einmal wach zu werden.

Mando Diao spielen Leave Me Be live im Haus Auensee in Leipzig:

Bei Leipzig Live gibt es noch eine Menge Fotos von der Jump-Party im Haus Auensee.

Die besten Zitate aus “Life” von Keith Richards

Dezember 18, 2010 · Posted in Charts, Musik · 1 Comment 

Heute wird Keith Richards 67 Jahre alt. Ein guter Grund, nochmal zu zeigen, wie ehrlich, reflektiert und amüsant er in seiner Autobiographie Life auf sein Leben zurückblickt. Es geht um die Rolling Stones, um Frauen und um die Tatsache, dass er den Rock’N'Roll-Lifestyle verkörpert wie kein anderer. Die 18 besten Zitate aus dem Buch (in keiner besonderen Reihenfolge).

1. „Mick und ich sind keine besonders guten Freunde – dafür sind wir einfach zu oft aneinander geraten -, aber wir sind Brüder, und Brüder sind unzertrennlich.“

2. „Wenn ich einen Gitarrenkoffer mit einer alten Gitarre öffne, möchte ich am liebsten reinkrabbeln und den Deckel über mir zuklappen.“

3. „Diese Zeile, „since my baby left me“, diese paar Takte – das war die Initialzündung. Der erste Rock’N’Roll meines Lebens. Eine radikal neue Art, einen Song zu singen und zu spielen, ein radikal neuer Sound. Ein karger, roher Klang ohne Kinkerlitzchen, ohne Geigen und Damenchor und Schmalz. Absolut beispiellos. Hier gab es nichts Überflüssiges, hier lagen die Wurzeln offen, die man immer irgendwie gespürt, aber nie gehört hatte. Dafür ziehe ich den Hut vor Elvis.“

4. „Die Rolling Stones verbrachten das erste Jahr ihres Daseins mit Rumhängen in Kneipen, Essenklauen und Üben.“

5. „Unsere Texte nahmen [nach Satisfaction] langsam eine gewisse Schärfe an – man könnte auch sagen, sie entsprachen langsam dem Image, das auf uns projiziert wurde.“

6.  „In den Fünfzigern hatte man diese Mädchen zu perfekten Barbiepuppen erzogen, aber an irgendeinem Punkt hatten sie beschlossen, endlich die Sau rauszulassen. Was sollte sie aufhalten, als sie die Gelegenheit dazu hatten? Die Lust dringt ihnen aus allen Poren, aber sie wissen nicht, was sie damit anfangen sollen. Und dann haben sie plötzlich ihr Opfer gefunden: dich.“

7. „Anfang 1965 fing ich an, Drogen zu nehmen, eine inzwischen lebenslange Angewohnheit, die meine Wahrnehmungsfähigkeit verstärkte.“

8. „Wir verachteten Geld, wir verachteten Sauberkeit, wir wollten nur eins sein, black motherfuckers.

9. „Der bizarrste Aspekt bei der ganzen Geschichte war der: Indem wir taten, was wir uns in unseren engstirnigen, puristischen Teenagerhirnen vorgenommen hatten, nämlich den Menschen den Blues nahezubringen, brachten wir den Leuten in Amerika ihre Musik wieder zurück. Das ist wahrscheinlich unser größter Beitrag zur Musik. Wir drehten die weißen Gehirne und Ohren Amerikas um.“

10. „Die besten Partys sind die, an die man sich nicht mehr erinnert; alles andere taugt nichts.“

11. „Der Begriff Levitation beschreibt noch am ehesten das, was ich fühle, wenn ich merke, jetzt habe ich das richtige Tempo, und die Band folgt mir – ganz gleich, ob es sich um Satisfaction oder Jumpin Jack Flash oder All Down The Line handelt. Es ist, als ob man in einem Learjet abhebt. Als würden meine Füße den Boden nicht mehr berühren. Ich werde in diese andere Ebene entführt. Manchmal fragen mich die Leute: ‚Warum hörst du eigentlich nicht auf?’ Aber ich kann die Beine nicht hochlegen, nicht bevor ich den Löffel abgebe. Ich fürchte, sie verstehen nicht, wie sehr ich das brauche. Ich tu es nicht einfach des Geldes wegen. Ich tu es nicht für euch. Ich tu es für mich.“

12. „Manche Erzählung über meine nächtlichen Eskapaden glaube ich nur, weil es stichhaltige Beweise gibt.“

13. „Wenn man ein Songwriter sein will, sprich, wenn man kapiert hat, dass man einer ist, muss man ein guter Beobachter sein. Man braucht Munition, also geht man auf Abstand zur Umwelt. Man ist ständig in Alarmbereitschaft. Menschen beobachten, ihren Umgang miteinander, das ist eine Fähigkeit, die man über Jahre trainiert, auch wenn man dabei irgendwann merkwürdig distanziert wirkt. Eigentlich kein gutes Benehmen. Ein Songwriter hat gewisse Ähnlichkeit mit einem Spanner – man schaut sich um und sieht nur noch potenzielle Songideen.“

14. „Ich habe nichts gegen eine höfliche Verhaftung. Mich stören nur die Manieren.“

15. „In welchem Maße ich die Rolle spielte, die man mir zugeschrieben hatte, kann ich heute nicht mehr sagen. Solche Sachen wie den Totenkopfring, den kaputten Zahn, das Kajal. Halb und halb vielleicht? Die öffentliche Person, das Bild, das jeder von einem hat, ist wie eine Sträflingskette mit Bleikugel. Die Leute glauben immer noch, ich sei ein gottverdammter Junkie. Dabei bin ich jetzt seit dreißig Jahren clean! Ein Image ist wie ein langer Schatten. Die Sonne geht unter, aber man kann ihn immer noch sehen. Ich glaube, der Druck auf eine öffentliche Person ist so groß, dass sie sich ihrem Image bis an die Grenze des Erträglichen annähert. Es ist unmöglich, nicht als Parodie dessen zu enden, für den man sich gehalten hat.“

16. „Die meisten Junkies verblöden. Und das war letztlich der entscheidende Grund, der mich zur Umkehr bewegte.“

17. „Ich lasse mich nicht derart mit Frauen ein, wenn ich sie nicht aufrichtig liebe. Wenn was nicht funktioniert, suche ich den Fehler immer bei mir – ich betrachte es als meine Pflicht, die Sache am Laufen zu halten. Aber mit Anita war das nicht mehr möglich. Nichts konnte ihren Selbstzerstörungstrip stoppen. In der Hinsicht war sie wie Hitler, sie wollte alles mit sich in den Abgrund reißen.“

18. „Ich höre Mozart und lese viel.“

Selig, Haus Auensee, Leipzig

Dezember 18, 2010 · Posted in Live, Musik · 1 Comment 
Auch von einem nur zur Hälfte gefüllten Haus Auensee ließen sich Selig nicht die Laune vermiesen.

Auch von einem nur zur Hälfte gefüllten Haus Auensee ließen sich Selig nicht die Laune vermiesen.

Es gibt ein paar erstaunliche Effekte an diesem Abend mit Selig in Leipzig. Zuerst: Ich komme von einer Party, die unter dem Motto “schwarz-weiß” steht – und auch im Haus Auensee scheinen Selig dieser Kombination sehr zugetan. Die Bassdrum, das Tuch über der Orgel, der Longsleeve von Bassist Lenard Schmidthals, das T-Shirt von Keyboarder Malte Neumann (geschmackvollerweise mit einem Oasis-Zitat versehen): alles schwarz-weiß. Gitarrist Christian Neander ist komplett in schwarz gekleidet, Sänger Jan Plewka trägt schwarze Jeans zum weißen T-Shirt.

Die zweite Überraschung: Das Haus Auensee in Leipzig ist nur etwa zur Hälfte gefüllt. Ein (übrigens schwarzer) Vorhang ist hinter dem Mischpult aufgespannt, um den Anblick von der Bühne aus etwas weniger trostlos zu machen. Die Leute, die da sind, amüsieren sich zwar köstlich (auch wenn viele von ihnen inzwischen ein Alter erreicht haben, in dem sie aussehen, als gingen sie eigentlich nicht mehr auf Konzerte). Aber ein bisschen enttäuschend ist es (vor allem wohl für Selig selbst) schon, dass eine Band, die einer ganzen Generation deutscher Rockbands den Weg geebnet hat, dann ein sehr achtbares Comeback hingelegt und gerade ein gutes neues Album veröffentlicht hat, kein größeres Publikum ins Haus Auensee in Leipzig lockt.

Die größte, faszinierendste, unfassbarste Überraschung ist aber: Jan Plewkas Stimme. Noch immer. Als Selig vor mehr als 15 Jahren die deutsche Musiklandschaft auf den Kopf stellten, klang sein Gesang schon, als könne er damit kein einziges weiteres Konzert überstehen. Verraucht, gebrochen, aufregend. Nun, fünf Alben später und in einer Phase der Karriere, in der die Konzerte von Selig von einer Brauerei präsentiert werden, ist es noch immer so.

Selig leben von dieser Stimme, denn nicht zuletzt drückt sie aus, wofür diese Band steht: fühlen, leiden, leben – ohne Rücksicht auf Verluste. Das funktioniert sehr gut bei den neueren Songs wie dem packenden Hey Ho, das im Haus Auensee in Leipzig als letztes Lied vor der Zugabe erklingt, oder dem Comeback-Schlachtruf Wir werden uns wiedersehen.

Am besten greift dieser Effekt aber bei den alten Songs, und die sind es auch, die gestandene Männer an diesem Abend in Phasen der Entrückung bringen, die sie sonst wohl allenfalls noch beim Fußball erleben. Keine Frage: Für sie ist dieser Abend voller Momente für die Ewigkeit – ob beim durchaus spektakulären Lass mich rein oder Wenn ich wollte in der Zugabe.

Beim feinen Die Besten spielt Jan Plewka das alte Chuck-Berry-Spiel und lässt Jungs gegen Mädchen ansingen. Er spielt auch mit der eigenen Geschichte und schäkert ein bisschen mit dem Leipziger Publikum. “Guck mal, ein T-Shirt von uns von ganz früher”, entdeckt er. Und sorgt dann dafür, dass sich all jene besonders stolz fühlen dürfen, die “damals in der Moritzbastei” schon dabei waren.

Den Abschluss macht natürlich Ohne Dich, das auch in Leipzig beweist, dass es nichts weniger als eine Hymne ist. Es ist ein sehr passender Abschluss für einen Abend mit viel Nostalgie und einer gesunden Portion Aktualität. “Wir sind Selig. Seid ihr es auch?” will Jan Plewka kurz vor Schluss wissen. Die meisten dürften das noch einer soliden Show bejahen. Und mit der erfreulichen Erkenntnis nach Hause gehen, dass Selig nun voll und ganz mit sich im Reinen sind. Vielleicht zum ersten Mal in ihrer Karriere.

Viel bewegender kann ein Schlusspunkt nicht sein: Selig spielen Ohne Dich live im Haus Auensee in Leipzig:

Durchgelesen: Keith Richards – “Life”

Dezember 17, 2010 · Posted in Bücher, Bücherregal · 1 Comment 
Keith Richards erzählt vom Leben als Mittelfinger.

Keith Richards erzählt vom Leben als Mittelfinger.

Autor Keith Richards
Titel Life
Verlag Heyne
Erscheinungsjahr 2010
Bewertung ****

Der Mittelfinger von Keith Richards ist angeblich mit 1,6 Millionen Dollar versichert. Kein Wunder: Er braucht ihn nicht nur zum Gitarrespielen. Der Mittelfinger symbolisiert auch sein gesamtes Leben. Keith Richards ist die Verkörperung der Rebellion, des Aufbegehrens, der Unangepasstheit. Keith Richards ist Leck Mich.

Wie ein Stinkefinger prangt dann auch das Wort „Life“ auf dem Buchrücken seiner gleichnamigen Autobiographie. Die ersten beiden Seiten sind ganz groß mit diesen vier Buchstaben bedruckt. In der Tat ist das wohl das Erstaunlichste am durch und durch spektakulären Leben von Keith Richards: dass er noch am Leben ist. Trotz aller Exzesse, Dummheiten und fast 50 Jahren als Mitglied der Rolling Stones. Und trotz der Tatsache, dass er die Top 10 der Rockstars anführt, die nach Schätzung des NME als nächstes sterben werden – und zwar seit 1973.

Morgen wird Keith Richards 67, und er gilt längst als praktisch unkaputtbar. Er liebt dieses Image; in seiner Lebensgeschichte pflegt er es und spielt damit. Das Buch beginnt mit einer spektakulären Räuberpistole aus dem Jahr 1975, in der es gleich um Drogen, Verbrechen, riesige Brüste und den Geheimdienst geht. Erst danach widmet sich Keith Richards der Chronologie – und auch dabei gibt es immer wieder kleine Übertreibungen („Jahrelang schlief ich im Durchschnitt zweimal pro Woche.“) und ein paar neue Mythen („Die Rolling Stones verbrachten das erste Jahr ihres Daseins mit Rumhängen in Kneipen, Essenklauen und Üben.“)

Das geht zwar womöglich an einigen Stellen auf Kosten des Wahrheitsgehalts (auch auf ominöse Weise plötzlich aufgetauchte Briefe oder Tagebucheinträge, die zwischendurch zitiert werden, sind nicht immer ganz glaubwürdig), aber es steigert enorm den Unterhaltungswert von Life. Das Buch ist höchst abwechslungsreich und voller spannender Anekdoten und Enthüllungen.

Beispiele gefällig? Keith Richards hat Angst vorm Zahnarzt. Marlon Brando hat ihm mal einen flotten Dreier angeboten. In ihrer Studentenbude hatten die Rolling Stones ein Mikrofon auf dem Klo versteckt, mit dem sie die Gäste bei der Verrichtung ihres Geschäfts belauschten. Papst Johannes Paul II. hat, ohne es zu wissen, die Masterbänder von Emotional Rescue gesegnet. Richards hat Satisfaction förmlich im Schlaf geschrieben, am Ende des Demobandes sollen 40 Minuten lang Schnarchen zu hören sein. Nach seiner einzigen Liebesnacht mit Marianne Faithful musste der Gitarrist aus dem Fenster springen, weil ihr Freund plötzlich nach Hause kam: Mick Jagger. Und in seinen Zeiten als Junkie hat er sich das Heroin am liebsten in den Hintern gespritzt.

Keith Richards hat ganz offensichtlich richtig Lust aufs Erinnern und Erzählen. Life profitiert enorm von seiner Offenherzigkeit. Der zweitberühmteste Rolling Stone der Welt zeigt sich nicht nur clever, sondern auch vergleichsweise ehrlich, bescheiden und humorvoll. Dass sein Image als Verkörperung des Rock’N’Roll-Lifestyle für ihn Fluch, aber auch Segen war, das reflektiert er erstaunlich tiefgründig. Auch die oft poblematische Beziehung zum anderen Glimmer-Twin, Mick Jagger, analysiert er ohne Rücksicht auf Verluste – und mit einigen köstlichen Frotzeleien.

Vor allem aber erweist sich Richards als extrem dankbar. Immer wieder macht er deutlich, welch großen Anteil andere Leute an seiner Karriere hatten. Er huldigt nicht nur ausgiebig den Helden des Chicago Blues, denen er Anfang der 1960er Jahre nacheiferte. Auch Wegbegleiter und Wegbereiter wie Ian Stewart, Jack Nitzsche oder Andrew Loog Oldham werden eifrig gelobt. Zudem baut er immer wieder Gastbeiträge ein, etwa von Kate Moss oder Tom Waits. Die überbrücken nicht nur die Lücken in seinem eigenen Gedächtnis, sondern verschaffen auch seinen Mitstreitern ein würdiges Forum.

Gelegentlich wird das Ganze allerdings ein bisschen zu selbstherrlich. Ähnlich wie etwa Paul McCartney glaubt offensichtlich auch Richards, über dem Gesetz zu stehen. Immer wieder zieht er über Polizei und Justiz her – ohne auch nur einen Funken von Selbsterkenntnis, dass er es den Behörden nicht eben einfach gemacht hat, ihn in Ruhe zu lassen. Gelegentlich widerspricht sich Richards auch selbst, gerade wenn es um Drogen und seinen angeblich kontrollierten Umgang damit geht.

Vor allem aber macht das Buch deutlich: Trotz all der Legenden, die sich um seinen Drogenkonsum, seine Frauengschichten oder seine Künste als Messerwerfer ranken, ist Keith Richards in erster Linie Musiker. Durch und durch. Er doziert über Gitarren und Verstärker („Wenn ich einen Gitarrenkoffer mit einer alten Gitarre öffne, möchte ich am liebsten reinkrabbeln und den Deckel über mir zuklappen.“), er spürt dem Sound der Rolling Stones nach und ihrer Botschaft („Wir mussten die Anti-Beatles sein.“). Und während kein einziges Mal ein durch Drogen bedingtes High geschildert wird, tauchen im Buch immer wieder Stellen auf, an denen Richards beschreibt, wie ihn die Musik schweben lässt.

„Leser, die Keefs Guitar Workshop überspringen wollen, können das natürlich tun“, bietet Richards tatsächlich an einer Stelle an. Doch Life lässt keinen Zweifel daran: Wer das tut, verpasst die Essenz des Buches – und von Keith Richards.

Beste Stelle (weitere tolle Zitate von Keith Richards aus Life habe ich in einem eigenen Artikel zusammengetragen): „Der Begriff Levitation beschreibt noch am ehesten das, was ich fühle, wenn ich merke, jetzt habe ich das richtige Tempo, und die Band folgt mir – ganz gleich, ob es sich um Satisfaction oder Satisfaction oder All Down The Line handelt. Es ist, als ob man in einem Learjet abhebt. Als würden meine Füße den Boden nicht mehr berühren. Ich werde in diese andere Ebene entführt. Manchmal fragen mich die Leute: ‚Warum hörst du eigentlich nicht auf?’ Aber ich kann die Beine nicht hochlegen, nicht bevor ich den Löffel abgebe. Ich fürchte, sie verstehen nicht, wie sehr ich das brauche. Ich tu es nicht einfach des Geldes wegen. Ich tu es nicht für euch. Ich tu es für mich.“

Diese Rezension gibt es auch bei news.de.

Draufgeschaut: Unter Wasser, über Kopf

Dezember 16, 2010 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
Marie (Pauline Acquart, links) ist fasziniert von Floriane (Adele Haenel).

Marie (Pauline Acquart, links) ist fasziniert von Floriane (Adele Haenel).

Film Unter Wasser, über Kopf
Originaltitel Naissance des pieuvres
Produktionsland Frankreich
Jahr 2007
Spielzeit 95 Minuten
Regie Celine Sciamma
Hauptdarsteller Adèle Haenel, Louise Blachère, Pauline Acquart
Bewertung **1/2

Worum geht’s?

Als Marie ihre Freundin Anne zum Synchronschwimmen begleitet, lernt sie die attraktive Floriane kennen. Marie ist fasziniert von dem reifen, selbstbewussten Mädchen, das von allen Jungs umschwärmt wird. Sie stellt ihr nach und schafft es schließlich, Florianes Aufmerksamkeit zu gewinnen. Doch damit setzt Marie nicht nur ihre Freundschaft zu Anne aufs Spiel, die sich vernachlässigt fühlt. Sie stürzt sich auch in einen Gefühlstaumel, der ihre ganze Teenager-Welt durcheinander bringt.

Das sagt shitesite:

Der deutsche Titel Unter Wasser, über Kopf macht schon klar, worum es hier geht: Coming-Of-Age, Einsamkeit und Euphorie. Das ist sehr stark gespielt und voller eindrucksvoller Bilder, insgesamt aber ein bisschen eindimensional und langweilig. Ähnlich wie in Crazy wird hier vor Augen geführt, wie die Pubertät alles Körperliche überbetont. An Stelle der Behinderung tritt in Unter Wasser, über Kopf aber (was für sich genommen ziemlich bezeichnend ist) die schlichte Tatsache, dass die Mädchen in dieser Dreiecksgeschichte ganz unterschiedlich aussehen. Die eine ist pummelig, die andere knabenhaft und die dritte praktisch schon eine Frau. Das Beste an Unter Wasser, über Kopf ist die Idee, für diesen Konflikt die Metapher des Synchronschwimmens zu wählen: Statt Dialogen zeigen hier immer wieder die verschiedenen Choreographien im Schwimmbecken, wie Teenager um Aufmerksamkeit und Anerkennung heischen, wie sie aufbegehren – und dabei doch einem Zwang zur Uniformität unterliegen.

Bestes Zitat:

“Angeblich liebt er mich. Kein Wunder, schließlich sieht er mich ständig halbnackt.”

Der Trailer zum Film:

Der kritische Blick: Die GEZ ist Schwachsinn

Dezember 15, 2010 · Posted in Ich, Kommentare, Videos, Weltgeschehen · Comment 

Jeder Haushalt muss ab 2013 seinen Beitrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk leisten. Das haben die Ministerpräsidenten mit dem neuen Rundfunkstaatsvertrag gerade beschlossen. Die Haushaltsabgabe ersetzt die bisherige GEZ-Gebühr. Damit werden die letzten Schlupflöcher im System gestopft. Das wäre an sich gar nicht schlimm, denn ein guter öffentlich-rechtlicher Rundfunk kann sehr wichtig für eine demokratische Gesellschaft sein.

Das Problem ist nur: ARD und ZDF sind bei weiten nicht so anspruchsvoll, innovativ oder erfolgreich, wie sie gerne tun. Trotzdem fließen pro Jahr mehr als 7 Milliarden Euro an die öffentlich-rechtlichen Anstalten. Ich meine: Dass ihnen jetzt mit der neuen Regelung ein Freibrief ausgestellt wird, ist Schwachsinn.

httpv://www.youtube.com/watch?v=t1bDaX4tSnQ

Mehr Kommentare zu aktuellen Themen gibt es bei den News.de-Videos.

Hingehört: Katze – “Du bist meine Freunde”

Dezember 14, 2010 · Posted in CD-Regal, Musik · Comment 
Selbst für Mäuse gilt bei dieser Platte: Hinhören! Verlieben!

Selbst für Mäuse gilt bei dieser Platte: Hinhören! Verlieben!

Künstler Katze
Album Du bist meine Freunde
Label ZickZack
Erscheinungsjahr 2010
Bewertung ***1/2

Es ist ein bisschen schwierig, anderen Menschen die Großartigekit von Katze zu erklären. Stellen wir uns den Versuch mal vor.

Die Band heißt Katze! – Blöder Name.

Sie machen Gitarrenmusik mit tollen Melodien! – Gähn.

Klaus Cornfield spielt mit, der einst bei Throw That Beat In The Garbagecan quasi ein Gott war! – Klaus wer?

Hm. Es ist allerdings ganz leicht, anderen Menschen die Großartigkeit von Katze zu beweisen. Man braucht bloß ihre Musik zu spielen. Ob auf dem famosen Debüt Von Hinten, ob auf Tour mit Blockflöte des Todes oder nun mit dem aktuellen Album Du bist meine Freunde – mehr als Ohren braucht man nicht, um sich in diese Band zu verlieben.

Der beste Song steht gleich am Anfang, und er beinhaltet schon alles, was Katze so fantastisch macht. Franzi wir wollen, dass Du bei uns in der Band mitmachst hat genau dieses Übermaß an Eingängigkeit und Leichtigkeit, die Katze schon auf Von Hinten auszeichnete. Dazu kommt eine Spontaneität, wie sie nur wenige Bands in Deutschland sich selbst erlauben. Glaubt man der Legende, warben Katze mit diesen Zeilen einst tatsächlich um eine Künstlerin  im Proberaum nebenan. Als daraus nichts wurde, kam immerhin ein genialer Song dabei herum.

Auch Bei mir wird alles schmutzig zeigt, wie gut und mühelos Klaus Cornfield das Prinzip Pop verinnerlicht hat: Alles ist Pop. Und eine einzige gute Idee reicht völlig aus, um ein feines Lied zu machen. Zum Beispiel, wenn es davon handelt, dass immer alles schmutzig wird und dann kaputt geht – egal, ob damit das Porzellan von der Oma gemeint ist oder die Beziehung zur besten Freundin.

Komm wir klauen uns Pistolen ist der nächste Kracher und versprüht (trotz der Tatsache, dass Katze eigentlich nur Cornfield und die bezaubernde Minki Warhol als feste Mitglieder haben) eine ähnlich überzeugende Gang-Attitüde wie schon der Auftakt mit Franzi. Und wohl kaum jemand könnten einen Text singen, der die Zeilen beinhaltet “Komm wir klauen uns Pistolen / und ziehen damit umher / mit einer guten Waffe / ist alles halb so schwer / wir überfallen Banken / nehmen uns was wir wollen / wir scheißen auf die Welt / und schießen auf die Bullen”, und dabei trotzdem noch so harmlos und putzig klingen wie Klaus Cornfield mit seiner Mädchenstimme.

In Schmerzlos und schnell (mit hübscher Steeldrum) sind Cornfield & Warhol dann nicht mehr Bonnie & Clyde, sondern eher wieder Katz und Maus. Bei Dir leuchten Augen ist wunderhübsch und hoffnungslos romantisch, bei Du bist meine Freunde gibt Minki die New-Wave-Kratzbürste (oder Raubkatze?), Du hältst Deine Hände schielt ein bisschen in Richtung Country.

Viel cooler als Minki kann man nicht werden, wenn sie danach mit breitem Grinsen, zu himmlischem Xylophon und fieser Fuzz-Gitarre singt: “Ich bin hübsch, aber dumm.” Shampoo Beach eifert dann den Ramones nach, danach wird dann nicht mehr nur in der Fantasie den supercoolen Idolen gehuldigt, sondern ganz real: Den Text zu Fabrikmädchen hat Dirk von Lotzow von Tocotronic beigesteuert. Für das traumhaft schöne Love Planet hat Iwie Candy X07 (jawohl, einst Mitstreiterin bei Throw That Beat) zur Feder gegriffen. Dazwischen beweisen Katze, dass sie auch nicht ganz so stilvolle Helden im Handumdrehen supercool klingen lassen können: Der Einsame (ein Text von Heinz Erhardt, die Musik von den Bates) ist ein Volltreffer.

Zum Schluss gibt es natürlich wieder Tränen. So tapfer wie ich kann ist ein grandioser Rausschmeißer, und genauso wie alle tollen Liebeskummerlieder: rührend, schlau, hemmungslos selbstverliebt und schmerzhaft ehrlich. Du bist meine Freunde lässt nur ein Fazit zu: Man muss dafür beten, dass diese Katze mindestens neun Leben hat.

Und wenn sie sich im hobby-/Live-Video zu Komm wir klauen uns Pistolen noch so viel Mühe geben – vor dieser Katze kann man keine Angst haben:

Katze bei MySpace.

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