Hingehört: One Sixth Of Tommy – “You’re In My Head”

August 23, 2011 · Posted in CD-Regal, Musik · Comment 
"You're In My Head" beweist: Ellie Goulding ohne Beats wäre keine schlechte Idee.

"You're In My Head" beweist: Ellie Goulding ohne Beats wäre keine schlechte Idee.

Künstler One Sixth Of Tommy
Album You’re In My Head
Label Helium
Erscheinungsjahr 2011
Bewertung ***1/2

Es mag sein, dass Jordan Martin eine bemerkenswert selbstbewusste Frau ist. Immerhin ist sie eine der drei Engländerinnen, die sich als One Sixth Of Tommy aufgemacht haben, um die Musikwelt aufzumischen. Womöglich ist das der beste Beweis dafür, dass sie tough, tonangebend und tätowiert ist. Aber sie klingt nicht so. Im Gegenteil: Wenn es eine akustische Entsprechung für das Kindchenschema gäbe, dann wäre es wohl die Stimme von Jordan Martin. Sie klingt sexy und geheimnisvoll, und doch gebrochen, wie auf der Suche nach einem Beschützer.

„Would it be alright / if I held your hand tonight“, fragt sie in Cotton Pockets. Auf dem Papier könnte das noch wie eine (allerdings betont höfliche) Demonstration der Stärke interpretiert werden, wie ein “Komm, ich bin an Deiner Seite, gemeinsam stehen wir das durch.” Aber so, wie sie es singt, klingt es eher wie eine schüchterne Bitte. So geht es weiter: „Through closed doors / I’m still yours“, beteuert sie in I’m Still Yours, und die Rolle der betrogenen, verlassenen, aber stolzen und unerschütterlichen Lady beherrscht sie ganz ausgezeichnet.

Auch in For Always hat sie kein Problem damit, ihre Schwäche zu zeigen. „You and me for always“, beginnt der Refrain – doch bevor man das für einen unverbrüchlichen Schwur halten könnte, schiebt sie eine fast bettelnde Nachfrage hinterher: „Is that okay?“ Und im Rausschmeißer It’s Alright wiederholt sie eben diese beiden Worte immer wieder – als würde sie sich selbst Mut zusprechen wollen.

Das ist eine Pose, die sich verdammt schnell abnutzen kann. Doch One Sixth Of Tommy rutschen auf ihrem Debütalbum You’re In My Head kein einziges Mal in Selbstmitleid, Kitsch oder Belanglosigkeit ab. Das liegt zum einen daran, dass man mit gerade einmal 19 Jahren (so alt sind Jordan Martin und ihre Mitstreiterinnen Jorja Bates und Joanna Grennan) das Kindchenschema noch einigermaßen glaubwürdig anwenden kann. Zum anderen haben One Sixth Of Tommy genug Talent, um ein bisschen übertriebene Koketterie locker wettzumachen.

Es gibt keinen einzigen schlechten Song auf You’re In My Head, das von Chris Hughes (Paul McCartney) und Mark Frith (Electric Soft Parade) produziert wurde. Stattdessen verbreitet das Trio mit I Care About It heiter Sommerlaune oder schüttelt lässig dezente Hits wie die Single Everything’s OK oder In The Sun aus dem Ärmel. Manchmal wird es dezent rockend (Not Listening), ganz oft wird das akustische Fundament aus Gitarre, Bass, Klavier und dezentem Schlagzeug durch kleine Spielereien aufgelockert.

Suzanne Vega und Bright Eyes nennen One Sixth Of Tommy als ihre Vorbilder. Die Stimme von Jordan Martin lässt in ausgelassenen Momenten (Butterflies) zudem an Heather Nova, in betrüblicherer Stimmung (Escape) an Dolores O’Riordan denken. Vieles hier klingt wie Ellie Goulding ohne die Elektronik, ein paar Songs auch wie Amy Macdonald ohne die Schmalzigkeit. Zwischen diesen Polen entfaltet sich You’re In My Head als überzeugendes, schillerndes, bezauberndes Pop-Album.

Im Video zur Debütsingle The Pact ist bei One Sixth Of Tommy nirgends ein Tattoo zu entdecken, aber gleich dreimal Kindchenschema:

One Sixth of Tommy bei MySpace.

Draufgeschaut: Panic Room

August 22, 2011 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
In ihrer neuen Wohnung verstecken sich Meg (Jodie Foster) und ihre Tochter Sarah (Kristen Stewart) vor Einbrechern.

In ihrer neuen Wohnung verstecken sich Meg (Jodie Foster) und ihre Tochter Sarah (Kristen Stewart) vor Einbrechern.

Film Panic Room
Produktionsland USA
Jahr 2002
Spielzeit 112 Minuten
Regie David Fincher
Hauptdarsteller Jodie Foster, Kristen Stewart, Forest Whitaker, Dwight Yoakam, Jared Leto, Patrick Bauchau
Bewertung ***

Worum geht’s?

Nach ihrer Scheidung sucht Meg gemeinsam mit ihrer Tochter Sarah eine neue Wohnung in Manhattan. Sie finden ein Haus, das als Schnäppchen gelten kann. Der darin befindliche, streng gesicherte Raum für Notfälle erscheint zunächst überflüssig. Doch als schon in der ersten Nacht Einbrecher im Haus sind, flüchten Meg und Sarah in den Panic Room. Doch aus dem Zimmer, das ihnen zunächst wie ein Refugium erscheint, droht ihr eigenes Grab zu werden.

Das sagt shitesite:

Panic Room ist ein solider Thriller mit originellem Ansatz und ordentlich Spannung. Die Charaktere bleiben allerdings zu stark Stereotypen.

Der Trailer zum Film:

Durchgelesen: Uwe Timm – “Vogel, friss die Feige nicht”

August 21, 2011 · Posted in Bücher, Bücherregal · Comment 
Uwe Timm schreibt in "Vogel, friss die Feige nicht" über seine zwei Jahre in Rom.

Uwe Timm schreibt in "Vogel, friss die Feige nicht" über seine zwei Jahre in Rom.

Autor Uwe Timm
Titel Vogel, friss die Feige nicht
Verlag KiWi
Erscheinungsjahr 1989
Bewertung ***1/2

Das beste an diesen Römischen Aufzeichnungen, wie der Untertitel des Bändchens lautet: Uwe Timm will schon lange nach Rom, obwohl es ein Klischee ist, sich als deutscher Literat dort einzuquartieren, und obwohl ihm viele davon abraten. Aber als er dann tatsächlich aufbricht, als er die Ewige Stadt erreicht und dann kennen lernt, ist er von einer ständigen Unsicherheit geplagt, ob das die richtige Entscheidung war.

Aus diesem Zweifel entsteht der Reiz von Vogel, friss die Feige nicht. Denn er wirkt wie ein Turbo für die Wahrnehmung des gebürtigen Hamburgers, der 1981 aus München nach Rom gekommen war und dort zwei Jahre lang blieb. Vom Aufbruch über das Einleben bis zum Heimischwerden – immer wieder saugt Uwe Timm das Geschehen um sich herum förmlich ein. Es geht ihm dabei weniger um das Sprechen, noch weniger ums Verstehen. Seine kleinen Texte sind getragen von einer enormen Sinnlichkeit. Er hört, er riecht, er fühlt sich im wahrsten Sinne des Wortes in diese Stadt hinein – wunderbar kommt das in seiner Betrachtung über den Tastsinn zum Ausdruck, die ihm im Angesicht der Statue von Daphne und Apollo in den Sinn kommt.

Anderswo wird über die „die Zunge pelzende Süßigkeit“ von Feigen räsoniert, es gibt einen herrlich ironischen Versuch über eine Ästhetik des Spaghetti-Essens, eine sehr amüsante Episode über die Schwierigkeit, als Ausländer in Italien ein Konto zu eröffnen, und am Ende von Vogel, friss die Feige nicht noch drei längere Abhandlungen über den italienischen Kommunisten Antonio Gramsci, die Bedeutung der Bilder von Caravaggio und den Schriftsteller Heinrich Kipphardt.

Nicht nur deshalb hat das Büchlein aber einen Wert, der über den bloßen Charakter eines Reisetagebuchs hinaus geht. Während seiner Zeit in Rom wird Uwe Timm offensichtlich auch immer klarer, wie fremd ihm zunächst diese Stadt war, wie fremd ihm dann aber nach und nach auch die Daheimgebliebenen, sogar Freunde erscheinen. So wird der Ausflug zu einer Standortbestimmung – in literarischer, aber auch persönlicher Hinsicht.

Bestes Zitat: „Kunst ist die Erinnerung an das, was einmal erlebt und erlitten worden ist und gegen seine Flüchtigkeit im Bild festgehalten wurde (Entsprechendes gilt für die Sprache in der Literatur, für den Klang in der Musik). Sie gibt Kunde – auch für künftige Generationen – von dem mühevollen Weg, den das Bewusstsein genommen hat, egal, ob man diesen als Fortschritt oder Stagnation und Rückschritt deutet. Die Kunst hebt die Zeit – paradoxerweise – sinnlich auf. Sie ist Selbstvergewisserung des kollektiven Gedächtnisses, dessen, was anders war, als auch dessen, was bleibt, die Frage: Warum leben wir, warum leiden wir? Eine Frage, die nichts Quietistisches haben muss, sondern Protest, Auflehnung, Empörung bedeuten kann. Der paradoxe Wunsch nach Leben und nach Dauer zugleich.“

Draufgeschaut: Stirb langsam – Jetzt erst recht

August 20, 2011 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
John McClane (Bruce Willis, rechts) und Zeus Carver (Samuel L. Jackson) werden von einem Erpresser durch New York gejagt.

John McClane (Bruce Willis, rechts) und Zeus Carver (Samuel L. Jackson) werden von einem Erpresser durch New York gejagt.

Film Stirb langsam – Jetzt erst recht
Originaltitel Die Hard With A Vengeance
Produktionsland USA
Jahr 1995
Spielzeit 131 Minuten
Regie John McTiernan
Hauptdarsteller Bruce Willis, Samuel L. Jackson, Jeremy Irons, Graham Greene
Bewertung ***1/2

Worum geht’s?

Mit dieser Rache hatte John McClane nicht gerechnet: Der Bruder eines Gangsters, den der Polizist im Einsatz getötet hatte, meldet sich bei der Polizei in New York. Er droht, in der ganzen Stadt Bomben hochgehen zu lassen, wenn McClane nicht genau das tut, was er ihm befiehlt. Das erwischt die Cops völlig auf dem falschen Fuß: McClane ist eigentlich suspendiert und muss erst von seinem Chef begnadigt werden, bevor er wieder offiziell in den Einsatz darf. Dann wird er zunächst zum Getriebenen im perfiden Spiel des Erpressers – und ahnt schließlich, dass er bloß für ein Ablenkungsmanöver missbraucht wird.

Das sagt shitesite:

Der Anfang von Stirb langsam – Jetzt erst recht ist nicht nur deshalb so stark, weil er die legendäre Szene von Bruce Willis mit dem “I hate niggers”-Transparent mitten in Harlem zu bieten hat. Er hebt auf durchaus ironische Weise den Helden auch sogleich in die höchste denkbare Position: Selbst verkatert, unmotiviert und angeekelt von der Inkompetenz seiner Bosse ist John McClane noch immer ein besserer Cop als alle anderen zusammen. Und nicht zuletzt führt der Beginn von Stirb langsam – Jetzt erst recht auch gleich einen weiteren wichtigen Protagonisten dieses Films ein: New York. Der Stau und der Central Park, Harlem und Manhattan, der Heldenmut der Cops und Feuerwehrleute (auch wenn die Staubwolken hier aus der U-Bahn kommen und das World Trade Center noch steht) – auch ihnen setzt der Film ein Denkmal.

Die Brücke zum ersten Teil von Stirb langsam wird dann zwar nur leidlich plausibel geschlagen. Aber dafür gibt es eine originelle Schnitzeljagd, die gerade deshalb so spannend ist, weil sie gar nicht im Sinn hat, das Rätsel hinter den einzelnen Aufgaben aufzulösen, sondern sich scheinbar aus purem Sadismus speist. Dass der Bösewicht dabei in der ersten Dreiviertelstunde des Films gar nicht zu sehen ist, erhöht ebenfalls die Spannung von Stirb langsam – Jetzt erst recht.

Als Jeremy Irons dann endlich nicht nur sprechen, sondern auch spielen darf, bekommt der Actionfilm noch einmal eine ganz neue Qualität. Der Coup, den der ominöse Erpresser hier plant, ist höchst originell – von einer fast absurd perfiden Bosheit, und doch perfekt geplant. Irons ist ein mindestens ebenbürtiger Gegner für Bruce Willis. Mit ihrem scheinbar unbeteiligten Spiel liefern sie sich ein sehr unterhaltsames Duell, das quasi alleine den gesamten Film trägt.

Bestes Zitat:

“Wer jagt denn ein Kaufhaus in die Luft? – Du hast wohl noch nie Frauen beim Schlussverkauf erlebt!”

Der Trailer zum Film:

Hingehört: CSS – “La Liberacion”

August 19, 2011 · Posted in CD-Regal, Musik · Comment 
Verspielt, mädchenhaft, selbstbewusst: "La Liberacion" macht richtig Spaß.

Verspielt, mädchenhaft, selbstbewusst: "La Liberacion" macht richtig Spaß.

Künstler CSS
Album La Liberacion
Label V2
Erscheinungsjahr 2011
Bewertung ***1/2

Ein Saxofon-Inferno erklingt am Ende von La Liberacion. Es ist, nach einer guten halben Stunde, bei weitem nicht der seltsamste Sound, den man auf diesem Album gehört hat. Und doch freut man sich darüber. Denn das halbschräge Bläser-Durcheinander verkörpert ziemlich gut das, was CSS auf ihrer dritten Platte ausmacht.

„Oh my God“ heißen die ersten Worte der ersten Strophe auf La Liberacion. Und die letzten Wort, die Sängerin Lovefoxxx hier spricht, lauten: „Fuck everything.“ Dazwischen herrscht der permanente Ausnahmezustand, die Songs heißen I Love You oder Red Alert. Das zeigt schon: Für Subtiles ist weiterhin nicht allzu viel Platz in der Welt von Cansei de Ser Sexy. CSS kommen schnell auf den Punkt. Und dieser Punkt heißt in der Regel: Party. “Don’t live your life unless it’s like a movie”, wird das Motto hier an einer Stelle auf den Punkt gebracht.

Auch fünf Jahre nach ihrem Debüt klingt die Band aus Sao Paulo noch immer wie eine Horde Halbwüchsiger, die ihre Instrumente mit so viel Begeisterung spielt, als hätte sie all diese Klangwerkzeuge gerade erst in einer geheimen Schatzkammer gefunden und sei nun ganz begeistert, was man damit alles anstellen kann. „Hello, my name is Lovefoxxx and I am 12 years old“, erzählt die Sängerin dann auch prompt im Hidden Track. Das ist natürlich geschwindelt, aber trotzdem ein wichtiger Hinweis zum Verständnis von La Liberacion.

Denn bei all dem kindlichen Übermut geht es bei CSS längst nicht mehr dilettantisch zu. Vor allem der Bass ist auffallend gut gespielt, was allein deshalb erstaunt, weil er nach dem Abgang von Ira nun von Schlagzeuger Adriano Cintra bedient wird, der sich an den Drums wiederum von diversen Gastmusikern ersetzen lässt. Und der hyperaktive Eifer von CSS wirkt auch nicht mehr allzu anstrengend, sondern steckt vielmehr an. La Liberacion ist plakativ, aber trotzdem ein Grower, offenbart nach und nach neue Ebenen von Eingängigkeit, Groove und Attitüde. Und wie schon die beiden Vorgänger lebt das Album in erster Linie von Lovefoxxx. Die gibt hier nicht nur den Wirbelwind („Mein Mantra für dieses Album ist ,Rip Shit’, und das ist genau das, was wir auf La Liberacion tun.”), sondern verkörpert auch gleich reihenweise weibliche Pop-Ikonen.

Der ausgelassene Opener I Love You könnte von La Roux kommen. Das famose Hits Me Like A Rock ist ultra-eingängig, baut kleine Reggae-Elemente ein, wie das Lily Allen auch gerne getan hat, und hat auch noch einen Gastauftritt von Bobby Gillespie (Primal Scream) zu bieten. City Girl ist ein Hit – und dürfte einer der ganz wenigen Tracks des Jahres sein, der sogar Robyn neidisch macht.

Wie Glory Days von Bruce Springsteen beginnt Echo Of Love, bekommt dann aber eine erstaunliche Exotik und Lovefoxxx singt dazu wie Nena auf Kreuzfahrt. Der halbe Sprechgesang und die prägnanten Keyboards von You Could Have It All könnten jahrelang im Labor von The Sounds eingesperrt gewesen sein, Ruby Eyes verströmt die rotzige Romantik von Courtney Love.

Der Titeltrack beeindruckt vor allem mit Unmittelbarkeit – nicht nur wegen seiner an Sleater Kinney geschulten Punk-Power, sondern auch, weil CSS hier in ihrer portugiesischen Muttersprache singen. Rhythm To The Rebels hat die schnippische Coolness und einen störrischen Beat wie einst Elastica, Partners In Crime glänzt mit einem tollen Break, dramatischem Piano und supersexy Gesang von Lovefoxxx, die es schafft, gleichzeitig mädchenhaft und selbstbewusst zu sein. “I’ve always been such an anxious girl / hurried up just to rule the world” – diese Textzeile ist nur ein Beleg dafür.

Der absolute Höhepunkt ist aber Red Alert. Tanzbar, clever, aufregend, betörend, mega – damit haben CSS endlich einen legitimen Nachfolger für das irre Let’s Make Love And Listen To Death From Above gefunden, das ihnen einst den Durchbruch beschert hatte.

Ob La Liberacion für CSS die Befreiung vom Image als etwas minderbemittelte Agit-Dance-Punk-Band ist? Gut möglich. In jedem Fall ist es ein tolles Partyalbum geworden. Und Abfeiern kann manchmal schließlich das Befreiendste auf der Welt sein.

Für Videos war bei all dem Eifer wohl noch keine Zeit. Von Red Alert gibt es aber schon eine coole Live-Version:

CSS bei MySpace.

Draufgeschaut: Die nackte Kanone

August 19, 2011 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
Frank Drebin (Leslie Nielsen) soll die Königin von England schützen - wie man sieht.

Frank Drebin (Leslie Nielsen) soll die Königin von England schützen - wie man sieht.

Film Die nackte Kanone
Originaltitel The Naked Gun
Produktionsland USA
Jahr 1988
Spielzeit 81 Minuten
Regie David Zucker
Hauptdarsteller Leslie Nielsen, O. J. Simpson, Priscilla Presley
Bewertung *****

Worum geht’s?

Die Königin von England kommt nach Los Angeles. Spezialagent Frank Drebin soll für ihre Sicherheit sorgen. Doch während er eigentlich versucht, seinen Partner Nordberg vom Vorwurf des Drogenhandels reinzuwaschen, deckt er prompt ein Mordkomplott gegen die Königin auf. Drebin hat nur ein Problem: Beim Versuch, den Anschlag zu vereiteln, geht alles schief. Wirklich alles.

Das sagt shitesite:

Die nackte Kanone kann mit Fug und Recht als die Mutter aller David-Zucker-Komödien gelten: Der Humor ist gemein, aber wirkungsvoll, die Handlung ist billig, die Dialoge sind hinterfotzig, die Darsteller sprühen vor Selbstironie. Und Leslie Nielsen hat endlich seine Paraderolle gefunden. Ein Fest für die Lachmuskeln.

Der Trailer zum Film:

Das hat sich gewaschen

August 18, 2011 · Posted in Artikel, Weltgeschehen · Comment 
Was man in Deutschland als Axe-Effekt kennt, heißt in Bournemouth: Lynx. Foto: obs/AXE/Unilever Deutschland

Was man in Deutschland als Axe-Effekt kennt, heißt in Bournemouth: Lynx. Foto: obs/AXE/Unilever Deutschland

Wenn Duschen plötzlich in den Schlagzeilen auftauchen, dann verheißt das in der Regel nichts Gutes. In der Dusche brach im Februar Awal Gul zusammen, der als siebter toter Häftling von Guantanamo in die Annalen eingeht. Hollywoodstar Brittany Murphy wurde im Dezember 2009 ebenfalls tot in ihrer Dusche aufgefunden. Und unlängst sorgte ein Schornsteinfeger aus Saarbrücken für Aufsehen, der einige seiner Mitarbeiterinnen heimlich beim Duschen gefilmt haben sollund nun wegen Voyeurismus angeklagt ist.

Auch sonst kommt die Dusche normalerweise nicht gut weg, wenn sie uns in den Medien begegnet. Im Kino reicht es im besten Falle zu heißen Sexszenen mit Richard Gere und Valerie Kaprisky wie in Atemlos, im schlimmsten Falle fließt am Ende Blut in den Abfluss wie im Hitchcock-Klassiker Psycho. Und bei der berühmten Bierdusche im Fußball, seien wir ehrlich, jubeln am Ende doch auch immer die Falschen.

Umso schöner, dass es jetzt endlich einmal rundum positive Dusch-Nachrichten gibt. Und zwar aus Bournemouth, laut einer Umfrage aus dem Jahr 2007 der «glücklichste Ort Großbritanniens». Dort wurden gerade junge Engländer an die Freuden der Körperpflege herangeführt – und mit einem Eintrag im Guinness Buch der Rekorde belohnt. Nicht etwa, weil sie besonders gründlich, lange oder kalt geduscht hätten. Sondern weil noch nie zuvor so viele Menschen gemeinsam unter einer Dusche standen. 152 junge Menschen in sexy Bikinis und Badeshorts waren es am Ende – der bisherige Rekord, der in den USA aufgestellt worden war, lag bei 145 Gemeinsamduschern.

Für den Weltrekord im Gruppenduschen wurde am Strand von Bournemouth extra eine sechs Meter hohe Spezialdusche errichtet. Die Idee dazu kam vom Duschgelhersteller Lynx, in Deutschland unter dem Namen Axe auf dem Markt. Der schickte auch gleich einige Models in den Süden Englands, die dann die Touristen am Strand zum gemeinsamen Duschen einluden. Ein DJ sorgte für die passende Party-Atmosphäre. Sogar Petrus spielte mit, freute sich Ashleigh Kane, einer der Organisatoren, im Gespräch mit dem Bournemouth Daily Echo: «Das Wetter war erstaunlich gut, und als wir anfingen, kam sogar die Sonne raus. Es war ein fantastischer Tag.»

Am Ende gab es den wahrscheinlich saubersten Weltrekord der Welt. «Ich kann den Menschen von Bournemouth nur applaudieren. Zur Belohnung können sie jetzt von sich behaupten, dass sie den aktuellen Rekord im Gruppen-Duschen halten», sagte Anna Orford, offizielle Repräsentantin des Rekord-Buches.

Eine bloß imaginäre Auszeichnung sollte den 152 Duschern aus Bournemouth obendrein noch zuteil werden: Sie haben der Umwelt einen großen Gefallen getan. Denn pro Tag verbraucht beispielsweise jeder Deutsche 121 Liter Wasser. Gut ein Drittel davon geht für Waschen und Duschen drauf (das ist übrigens ungefähr so viel wie für Toilettenspülung und Geschirrspülen zusammen). Bei 152 Menschen kommen da fast 7000 Liter zusammen. Die Massendusche in Bournemouth dürfte deutlich sparsamer gewesen sein. Da kann man nur sagen: saubere Sache!

Diesen Artikel gibt samt einer Fotostrecke mit den schönsten Bildern vom Massenduschen auch bei news.de.

Das Video vom Weltrekord in Bournemouth:

Draufgeschaut: Motel

August 18, 2011 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
David (Luke Wilson) und Amy Fox (Kate Beckinsale) sind in eine tödliche Falle geraten.

David (Luke Wilson) und Amy Fox (Kate Beckinsale) sind in eine tödliche Falle geraten.

Film Motel
Originaltitel Vacancy
Produktionsland USA
Jahr 2007
Spielzeit 85 Minuten
Regie Nimrod Antal
Hauptdarsteller Luke Wilson, Kate Beckinsale
Bewertung **

Worum geht’s?

David und Amy Fox leben in Scheidung. Auf der Rückfahrt von einer Familienfeier hat ihr Auto eine Panne. Sie müssen in einem Motel übernachten, das sich schon bald als tödliche Falle entpuppt. Die Angst bringt das zerstrittene Paar wieder näher zusammen. Doch reicht das, um am Leben zu bleiben?

Das sagt shitesite:

Motel ist insgesamt spannend und wartet auch mit einer gelungenen Schmuddel-Ästhetik auf. Aber letztlich gibt es in diesen nicht einmal 90 Minuten zu viele logische Brüche und zu wenig echten Horror, um aus dem Motel einen wirklich schaurigen Ort zu machen.

Der Trailer zum Film:

Hingehört: Hard-Fi – “Killer Sounds”

August 18, 2011 · Posted in CD-Regal, Musik · Comment 
Mega-plakativ: Hard-Fi wollen mit "Killer Sounds" auf Nummer sicher gehen.

Mega-plakativ: Hard-Fi wollen mit "Killer Sounds" auf Nummer sicher gehen.

Künstler Hard-Fi
Album Killer Sounds
Label Necessary Records
Erscheinungsjahr 2011
Bewertung ***

Hard To Beat. Das war, vor nunmehr sechs Jahren, der große Hit von Hard-Fi. Hard To Beat – das ist, seitdem, zu so etwas wie einem schlechten Omen für die Band um Sänger Richard Archer geworden. Denn als schwer zu toppen erwies sich der frühe Erfolg tatsächlich für die Band aus Staines.

Nach dem gefeierten Debüt Stars Of CCTV erreichte zwar auch der Nachfolger Once Upon A Time In The West die Spitze der Charts in England. Aber besonders viel Eindruck hinterließ das zweite Album auf lange Sicht nicht („Wir waren Nummer 1 in Peru“, hält Archer entgegen – das spricht für sich). Morgen erscheint nun die dritte Platte, Killer Sounds. „A rousing roaring return“, hat Q darin erkannt. Das stimmt. Es ist aber nicht die ganze Wahrheit.

Hard-Fi wissen noch immer, wie es geht, daran lässt Killer Sounds keinen Zweifel. Der Rhythmus hat stets reichlich Punch, den Refrain kann man sich auch im angetrunkenen Zustand noch problemlos merken, und die Jungs aus Staines haben auch kein Problem damit, wenn die Mädchen ganz entzückt sind, weil sie ein süßes Xylophon einbauen. In den besten Momenten, wie im soeben exemplarisch geschilderten Stop, funktioniert dieses Konzept glänzend. Auch der Titelsong macht seinem Namen alle Ehre: Killer Sounds ist ein richtig guter Song, in dem sich Hard-Fi erstaunlich selbstbewusst irgendwo zwischen Glamrock und The Who platzieren.

Mehr noch: Das Album hat kaum ein Qualitätsgefälle und überrascht immer wieder mit Liebe zum Detail. Feels Good flirtet mit arabischen Elementen wie es die Chemical Brothers in Galvanize getan haben. In Stay Alive haben Hard-Fi ein kurzes Zitat des Faithless-Hits Insomnia eingebaut, Bring It On spielt mit dem Beat von Billie Jean und hat passend dazu auch gleich hingehauchten Gesang im Gepäck, Sweat bekommt sogar die eine oder andere Schippe Industrial-Sound verpasst.

Trotzdem ist Killer Sounds kein grandioses Werk. Und das hängt wiederum mit Hard To Beat zusammen. Das dazugehörige Album, Stars Of CCTV, hatten Hard-Fi für gerade einmal 300 Pfund in einem Hobby-Studio aufgenommen – und dann weltweit 1,2 Millionen Exemplare ihres Debüts verkauft. Schon dem Nachfolger Once Upon A Time In The West merkte man an, wie schwer es ihnen fiel, sich an diesen Sensationserfolg zu gewöhnen, und wie gerne sie ihn doch auf der anderen Seite aufrechterhalten wollten.

Das schlägt auch auf Killer Sounds durch. In einigen Momenten klingen Hard-Fi wie Neureiche, die all den etablierten Mitgliedern der High Society unbedingt beweisen wollen: Wir gehören dazu. Wir haben ein Recht, hier zu sein. Und wir spielen gerne ein bisschen nach Euren Regeln, wenn das dabei hilft, dass wir länger bleiben dürfen.

Das führt dazu, dass Killer Sounds durchweg mega-plakativ geworden ist, und manchmal auch ein bisschen verkrampft. „Take a long hard look at yourself / you’re just a screw up like everyone else“, singt Richard Archer im Opener Good For Nothing, und da schimmert diese Unsicherheit kurz durch. Die Musik dazu setzt auf einen Beat, der bei den Beastie Boys geliehen scheint, oder bei Jay-Zs 99 Problems – viel mächtiger geht es nicht. Auch bei den Produzenten sind Hard-Fi auf Nummer sicher gegangen. Waren die ersten beiden Alben noch von ihrem Kumpel Wolsey White produziert worden, heuerte das Quartett diesmal Stuart Price (Kylie Minogue, Madonna, Zoot Woman) und Greg Kurstin (Lily Allen) an.

Diese Musterprofis haben die Dance-Vorliebe von Hard-Fi noch ein bisschen glänzender aufpoliert, die hier mit den üblichen Texten über den modernen Großstadt-Frust und vielen klassischen Riffs konkurriert. „Ich interessierte mich für alten Rock’N’Roll und wollte herausfinden, wie wir diese raue, ursprüngliche Energie aufnehmen und in unsere Zeit transportieren könnten“, erzählt Archer über die Pause, die sich die Band vor Killer Sounds gegönnt hat.

Fire In The House hat beinahe eine House-Dramaturgie, und wird dann im Refrain zu einer Mischung aus den Killers, U2 und Oasis – auch hier wird also gleich die ganz große Nummer gefahren. Einen originellen, famosen Groove hat Give It Up, und wenn der Sound dann am Ende ein wenig schmutzig wird und auch noch die Stimme von Krysten Cummings einsetzt, dann sind (ebenso wie später im Love Song) plötzlich Primal Scream ganz nahe.

Das ist alles mehr als solide, hoch unterhaltsam und unbedingt gelungen. Und man will Hard-Fi die ganze Zeit wünschen, dass Killer Sounds durchstartet wie einst Hard To Beat. Dann bräuchten sie endlich niemandem mehr etwas beweisen, und könnten eine ganz entspannte Platte machen. Man darf sicher sein: Sie würde noch besser werden als diese.

Hard-Fi erzählen ein bisschen und spielen dann Good For Nothing. That’s infotainment!

Hard-Fi bei MySpace.

Draufgeschaut: Out Of Sight

August 17, 2011 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
Jack Foley (George Clooney) sollte eigentlich vor Karen Sisco (Jennifer Lopez) fliehen. Doch die beiden verlieben sich.

Jack Foley (George Clooney) sollte eigentlich vor Karen Sisco (Jennifer Lopez) fliehen. Doch die beiden verlieben sich.

Film Out Of Sight
Produktionsland USA
Jahr 1998
Spielzeit 118 Minuten
Regie Steven Soderbergh
Hauptdarsteller George Clooney, Jennifer Lopez
Bewertung ****

Worum geht’s?

Jack Foley ist von Beruf Bankräuber. Als ihn dieser Job wieder einmal ins Gefängnis bringt, bricht er aus – und nimmt die Beamtin Karen Sisco als Geisel. Die beiden verlieben sich, was schnell zum Problem wird. Denn Jack plant einen letzten großen Coup, um sich danach zur Ruhe setzen zu können. Und Karen will schnell Karriere beim FBI machen.

Das sagt shitesite:

Out Of Sight taugt nicht als Gangstergeschichte, lebt aber vom Charme seiner Darstelller. Und bietet obendrein immerhin einen vergleichsweise komplexen Plot und eine nette Schlusspointe.

Der Trailer zum Film:

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