Draufgeschaut: Schiller
| Film | Schiller |
| Produktionsland | Deutschland |
| Jahr | 2005 |
| Spielzeit | 90 Minuten |
| Regie | Martin Weinhart |
| Hauptdarsteller | Matthias Schweighöfer, Theresa Weißbach, Robert Dölle, Jürgen Tarrach, Christian Näthe |
| Bewertung | *** |
Worum geht’s?
Der junge Militärarzt Friedrich Schiller flieht aus der Kaserne in Stuttgart nach Mannheim, wo er sich eine Karriere als Schriftsteller erhofft. Doch selbst nach dem riesigen Erfolg seines ersten Stückes muss er kämpfen, um sich zwischen all den Intrigen am Hof zu behaupten.
Das sagt shitesite:
Das Biopic hat vor allem zwei Stärken: Es endet nach Schillers Mannheimer Zeit und hat mit Matthias Schweighöfer einen überzeugenden Hauptdarsteller. Auch, wenn manchmal ein bisschen arg übertrieben wird: Schiller ist ein gelungenes Porträt eines komplexen Charakters und einer spannenden Epoche.
Mangels Trailer zum Film ein bisschen Weisheit zu Schiller:
Hingehört: The Naked And Famous – “Passive Me, Aggressive You”
| Künstler | The Naked And Famous |
| Album | Passive Me, Aggressive You |
| Label | Fiction |
| Erscheinungsjahr | 2010 |
| Bewertung | ****1/2 |
Auf Platz 4 steht Passive Me, Aggressive You gerade in den Charts von Saturn.de in der Rubrik Heavy/Alternative. Bei Amazon reicht es immerhin noch zu Platz 485 unter allen Musik-CDs. Das wäre an sich nicht weiter erstaunlich. Denn The Naked And Famous haben mit ihrem Debüt eine äußerst gelungene Platte hingelegt. Das Verwunderliche ist nur: Erschienen ist Passive Me, Aggressive You bereits im September 2010. In den Charts hat so ein altes Album normalerweise längst nichts mehr zu suchen.
Es dauerte freilich mehr als ein halbes Jahr, bis das Debüt des Quintetts aus Neuseeland überhaupt in die deutschen Charts einstieg. Nochmal ein halbes Jahr später finden sich immer noch erstaunlich viele Käufer. Das ist natürlich das Ergebnis eines cleveren Marketings. Beim MTV und Viva waren die Songs von The Naked And Famous zu hören, in Fernsehserien und Videospielen. Es ist aber auch ein Beweis für die Qualität von Passive Me, Aggressive You. Was also macht diese Platte zu solch einem Dauerbrenner?
Die Lösung ist nicht allzu schwierig. The Naked And Famous schaffen es auf Passive Me, Aggressive You schlicht und ergreifend, quasi alles auf einer CD zu vereinen, was momentan aufregend ist an Musik. Nehmen wir als Kriterium einmal das Melt-Festival (bei dem The Naked And Famous im Sommer begeisterten) und die Headliner der vergangenen beiden Jahre: Tocotronic, Massive Attack, The XX, Pulp, Paul Kalkbrenner, Robyn. Sie alle haben ihre ganz eigenen Stärken – und all diese Stärken finden sich bei The Naked And Famous.
Ähnlich wie Tocotronic haben sie nichts gegen einen hübschen Slogan. Das fängt bei den Songtiteln an (Young Blood, Girls Like You) und geht in den Texten weiter (in Frayed schaffen sie es sogar, die herrliche Studentenzeile „Procrastination baby / I had it tainted lately“ unterzubringen). Ähnlich wie die Hamburger um Dirk von Lotzow geben sie sich abseits der Bühne gerne ganz unprätentiös, haben in ihrer Musik aber durchaus Spaß an der großen Geste.
An Massive Attack könnten The Naked And Famous ihr Gespür für die richtige Atmosphäre geschult haben. The Source ist ein Beispiel dafür, das nach drei atemberaubenden Stücken zu Beginn von Passive Me, Aggressive You ein bisschen Zeit zum Luftholen gibt, dabei aber trotzdem verstörend bleibt. No Way schafft es, die Brücke von einem akustischen Intro über mächtigen Wumms hin zu einem üppigen Psychedelik-Finale zu schlagen. In Jilted Lovers erlauben sie sich sogar ein wenig Sperrigkeit und The Ends klingt eigentlich schon wie das Outro des Albums, leitet dann aber bloß über zum echten Rausschmeißer.
An The XX erinnert nicht nur das Zusammenspiel der Stimmen von Alisa Xayalith und Thom Powers. In Frayed ist es besonders betörend, wenn sie eigentlich bloß sprechen über einem Soundbett aus Gitarre und Schlagzeug, das ungeheuer heavy ist. Auch das Flüstern im etwas düsteren The Sun weist in diese Richtung.
Pulp haben nicht nur hinsichtlich der Pop-Sensibilität dieser Band Pate gestanden, sondern auch für einige der sehr cleveren Textzeilen. „What would you do if you lost your beauty / How would you deal with the light / How would you feel if nobody chased you / What if it happened tonight”, fragt Thom Powers im packenden Schlusspunkt Girls Like You. Das hat nicht nur die Poesie der Texte von Jarvis Cocker, sondern auch seine Bösartigkeit.
Ähnlich wie Paul Kalkbrenner wissen The Naked And Famous ganz genau, wie man Spannung aufbaut und die Ekstase möglichst lange am Leben erhält. Das famose Punching On A Dream ist das beste Beispiel dafür: ein paar Keyboard-Töne kündigen die Verheißung an, dann wird das Lied im genau richtigen Moment gewaltig wie eine Dampfwalze. A Wolf In Geek’s Clothing klingt, als würden The Prodigy einen Krieg gegen Manowar führen, und Kate Bush würde den Soundtrack dazu schreiben.
Von Robyn haben die Neuseeländer schließlich die Fähigkeit, gottverdammte Hits abzuliefern. Den Refrain von Punching On A Dream könnten auch die Ting Tings oder The Sounds nicht unwiderstehlicher hinbekommen. Eyes schafft es, sagenhaft kitschige Eighties-Gitarren mit noch schlimmeren Eighties-Drums zu vereinen und trotzdem einen sonnigen, modernen Kracher daraus zu machen. Und im überragenden Young Blood klingen mittlerweile schon die ersten paar Töne wie ein Klassiker. Zu 99 Prozent besteht dieses Lied aus Optimismus, aber es ist das eine Prozent Melancholie, das daraus einen großen Song macht.
Auch in punkto Eklektizismus können Robyn und The Naked And Famous (der Name stammt übrigens aus dem Song Tricky Kid von Tricky. „Wir dachten, das passt, weil sich der Songs über diese ganze Promikultur lustig macht“, verrät Schlagzeuger Jesse Wood im Interview mit news.de) als Geistesverwandte gelten. Passive Me, Aggressive You vereint Folk und Metal, Disco und Indie, Shoegaze und Pop. Der Opener All Of This hat eine Bass Drum, die in einem Technotrack nicht unerbittlicher sein könnte, der Gesang dazu ist im Refrain freilich zuckersüß wie bei den Stars, und in Summe entsteht eine Atmosphäre voller Bedrückung und dem Wissen um die unmittelbar bevorstehende Erlösung, wie sie auch die besten Songs von Joy Division auszeichnet.
Vielleicht das beste Beispiel für die Klasse dieses Albums (und auch ein guter Beleg für die fantastische Produktion, für die Thom Powers gemeinsam mit Keyboarder Aaron Short zuständig war) ist Spank. Das Lied mündet in einem atemlosen Finale, und davor ist es heavy und doch leicht, eingängig und doch komplex, plakativ und doch geheimnisvoll. So wie das gesamte Album.
Ausgelassen, aktuell und mit einem Prozent Melancholie: Das sehr hübsche Video zu Young Blood:
The Naked And Famous bei MySpace.
Draufgeschaut: Der Rosenkrieg
| Film | Der Rosenkrieg |
| Originaltitel | The War Of The Roses |
| Produktionsland | USA |
| Jahr | 1989 |
| Spielzeit | 116 Minuten |
| Regie | Danny DeVito |
| Hauptdarsteller | Michael Douglas, Kathleen Turner, Danny DeVito, Marianne Sägebrecht |
| Bewertung | ***** |
Worum geht’s?
Barbara und Oliver Rose scheinen glücklich verheiratet. Sie haben Erfolg im Beruf, gute Freunde und ein wunderschönes Haus. Doch als ihre Kinder das Haus verlassen, stürzt die Fassade ein. Barbara will die Scheidung – und löst damit einen Kampf bis aufs Blut aus.
Das sagt shitesite:
Sehr subtil werden in Der Rosenkrieg zu Beginn die kleinen Kompromisse und großen Frustrationen des Ehelebens gezeigt. Das ist das Reservoir, aus dem Der Rosenkrieg dann seine ungeheuer destruktive Dynamik und seinen tiefschwarzen Humor schöpft. Schön grausig und grausig schön.
Bestes Zitat:
“Are you happy? – I’m more than happy. I’m married.”
Der Trailer zum Film:
Futter für die Ohren mit Bodi Bill, Emmy And Tim, Sparrow And The Workshop und White Denim
Bald ist Weihnachten, und noch vor dem ersten Advent gibt es die ersten Geschenke von shitesite. Wie immer bei Futter für die Ohren bedeutet das: neue Musik aus dem Netz, gratis, legal und zum Herunterladen. Diesmal gleich in siebenfacher Ausfertigung.
Empire Escape sind so neu, dass sie noch nicht einmal eine Platte veröffentlicht haben. Für eine Homepage reicht es immerhin schon, und dort verschenkt die Band aus Berlin prompt ihren ersten Song. Magnolia (***) ist zugleich brüchig und monolithisch und hat eine reizvolle Düsternis wie Joy Division in besinnlichen Momenten. Auch Nick Cave oder die Tindersticks klingen an. Dazu kommt eine nette „Bowie in den Hansa-Studios“-Ästhetik. „We won’t fear no one“, heißt eine Zeile. Das könnte eines Tages stimmen.
Irgendjemand bei einer ziemlich großen Plattenfirma möchte Ava Rocks gerne zu einem echten Popstar machen. Richtig gelungen ist das bisher noch nicht. Vielleicht auch deshalb wird Ava Rocks nun großzügig und verschenkt auf ihrer Facebook-Fanpage den Pink Robot Remix (*1/2) ihrer Debütsingle Still Rave About You. Der ist ein bisschen schräger als der Original, klingt aber noch immer nicht nach großer Karriere. Elektropop vom Reißbrett.
Recht hoch sind die Schranken, um an den kostenlosen Track von White Denim ranzukommen. Man muss sich auf der Seite von rcrdlbl.com registrieren. Die Mühe lohnt allerdings. Der Bjorn Remix (***) von Drug setzt im Vergleich zum Original vom Album D auf verzerrte Orgeln und noch ein bisschen mehr Hall.
Zudem gibt es bei rcrdlbl.com regelmäßig legale Gratis-Sounds. Unter anderem gerade auch dabei: Digitalism. Die verschenken den Dillon Francis Remix (***) von Circles. Der ist erst ein bisschen verspielter, dann ein bisschen dramatischer als das Original auf dem Album I Love You, Dude. Treffer.
Sparrow And The Workshop haben mit Spitting Daggers gerade ein sehr gelungenes zweites Album vorgelegt. Das Trio aus Glasgow lädt bei Soundcloud zum Gratis-Download von You Don’t Trust Anyone ein. Der Song (***) ist durchaus typisch für den Sound der Band und entwickelt vor allem durch den sehr coolen Bass von Nick Packer einen enormen Drive, wird – wie fast alle Songs der Band – aber in jedem Moment dominiert von der Stimme Jill O’Sullivans. Alles „von Dolly Parton über Sonic Youth bis zu den Beach Boys“ zählen sie zu ihren Einflüssen – so spannend klingt das dann auch.
Ebenfalls bei Soundcloud zeigen sich die Jungs von Bodi Bill (die übrigens im Dezember wieder auf Tour sind) in ihren Spendierhosen. Zusammen mit Siriusmo haben sie I Like Holden Caulfield aufgemotzt, und auch die neue Version des Tracks (***) verströmt in der Tat die Unsicherheit und unterschwellige Aggressivität von J.D. Salingers Romanheld.
Was für ein Traumpaar! Tim Wheeler (Ash) und Emmy The Great sind die William und Kate des Indierock. Und sie haben, wie süß, ein Weihnachtsalbum zusammen aufgenommen. Die Platte ist in dieser Woche erschienen. Pünktlich zum 1. Advent gibt es bei Facebook auch ein kleines Geschenk: Christmas Day (I Wish I Was Surfing) (****) ist tatsächlich zugleich ein Weihnachtslied und ein Sommerhit und klingt wie die Ramones auf dem Rummelplatz. Der beste Weihnachts-Song seit Countdown To Christmas von den Glam Chops.
Draufgeschaut: Der Skipper
| Film | Der Skipper |
| Originaltitel | Kill Cruise |
| Produktionsland | Deutschland |
| Jahr | 1990 |
| Spielzeit | 98 Minuten |
| Regie | Peter Keglevic |
| Hauptdarsteller | Jürgen Prochnow, Patsy Kensit, Elizabeth Hurley |
| Bewertung | ** |
Worum geht’s?
Ein deutscher Hochseeangler ist mit seiner Yacht vor Gibraltar unterwegs. Bei einem Sturm ertrinkt sein Begleiter. War es ein Unfall? Oder sollte der Mann sterben, weil er eine Affäre mit der Ehefrau des Kapitäns hatte? In jedem Fall versinkt der Skipper ein halbes Jahr lang in Schnaps und Schwermut. Bis er Su und Lou trifft – zwei Mädchen, die unbedingt raus aus der Stadt wollen, und sich nichts Praktischeres vorstellen können als einen einsamen Kapitän mit eigenem Boot. Müssen auch sie an Bord den Tod fürchten?
Das sagt shitesite:
Harter Kerl trifft leichte Mädchen – diese Konstellation trägt den Skipper nicht allzu weit. Schon früh gibt es gewaltige Brüche in der Logik. Warum die Titelfigur so sehr an ihrer Männlichkeit zweifelt bleibt ebenso offen wie die Frage, warum die am Beginn wie siamesische Zwillinge verbundenen Mädchen unbedingt das Weite suchen müssen. Auch die Dreiecksbeziehung an Bord der Yacht entwickelt kaum Spannung. Da muss sogar die Stimme aus dem Off herhalten, wenn der Skipper in sein Tagebuch schreibt, um auf die Eifersüchteleien und das Misstrauen hinzuweisen. Das Sehenswerteste an Der Skipper ist aus heutiger Sicht eine blutjunge Patsy Kensit, die unfassbar aufreizend (und nervtötend) die Su spielt, die bösartig, gelangweilt und intrigant zur treibende Kraft dieses Thrillers wird. Auch wenn es keine allzu mächtige Kraft ist.
Bestes Zitat:
“Erst, wenn man da draußen war, dann weiß man, was das Leben ist.”
Eine Szene aus dem Film:
Hingehört: Kylie Minogue – “Aphrodite – Les Folies Live In London”
| Künstler | Kylie Minogue |
| Album | Aphrodite – Les Folies Live In London |
| Label | Emi |
| Erscheinungsjahr | 2011 |
| Bewertung | ***1/2 |
Lauschen oder schauen? Das ist die erste Frage beim neusten Release von Kylie Minogue. Denn Aphrodite – Les Folies Live In London, das ab morgen erhältlich ist, umfasst sowohl eine DVD als auch zwei CDs.
Augenschmaus oder Hörgenuss? Rein quantitativ ist der Wettstreit zwischen akustischem und optischem Vergnügen zunächst ausgeglichen. 27 Titel mit insgesamt 116 Minuten Spielzeit bieten die zwei CDs von Les Folies – Live In London. Dem stehen knapp zwei Stunden Konzertmitschnitt auf der DVD gegenüber – plus eine halbstündige Dokumentation zur Konzeption der Tour, die Kylie Minogue in diesem Jahr durch fünf Kontinente führte. Mehr als 500.000 Fans kamen zu den Konzerten, mehr als 50 Millionen Dollar verdiente die Australierin dabei.
Worum es hier wirklich geht, das wird trotzdem schnell klar, wenn man die DVD einlegt. „The most magnificent tour I’ve ever been involved in“, nennt Kylie Minogue die insgesamt 79 Konzerte. Sie meint damit nicht den perfekten Klang im Saal, die exzellent eingespielte Band oder die ausgeklügelte Setlist. Sie meint: Größe. Pomp. Show. In einem kaum geahnten Ausmaß.
Der erste Applaus beim Konzert in London gilt dem Bühnenbild, und tatsächlich ist die Show vom Start weg an Opulenz kaum zu überbieten. Es gibt männliche Synchronschwimmer, Gladiatoren, korinthische Säulen, Trapezkünstler und Springbrunnen.
Auch die 43-Jährige selbst legt sich mächtig ins Zeug. Sie kommt nach vier Minuten in einer goldenen Muschel auf die Bühne – ebenso wie die schaumentstiegene Göttin, die dem aktuellen Album Aphrodite den Titel gab. Innerhalb der zwei Stunden trägt sie acht verschiedene Outfits.
Als sie auf die Bühne kommt, sieht sie aus wie Brunhild aus dem Nibelungenlied. Dann reitet sie als Bauchtänzerin auf einem goldenen Pegasus. Es folgt ein Ausflug Richtung Moulin Rouge, bevor sich Kylie Minogue in einen Weihnachtsengel mit Tunika und Sternchenkrone verwandelt. Die zweite Halbzeit beginnt sie in einem zerknitterten Metallkleid, das aussieht, als hätte sich einer der Sonnenkollektoren von Desertec selbstständig gemacht (übrigens: ein großer Teil der imposanten Bühne ist recyclebar). Anschließend schlüpft sie in einen goldenen Minirock, dann in Jeans-Hot-Pants und etwas, das wie eine Mischung aus Federboa und der unteren Körperhälfte von Samson aus der Sesamstraße aussieht. Zum Schluss singt Kylie im Badeanzug mit Elfenbein-Cape und perlenbesetzter Badekappe.
Unwichtig? Keineswegs. Im Pop geht es schon immer um mehr als das, was in der Musik steckt, und Kylie Minogue hat aus diesem Drumherum eine imposante Karriere gemacht. Niemand hat ihr etwas zugetraut, aber sie hat es allen gezeigt. Bei Les Folies – Live In London ist sie Domina und Nesthäkchen, die unumschränkte Königin dieses kunterbunten Hofstaats. Sie liebt es – und sie zeigt es.
Die Australierin wird auf Händen getragen, bekommt die Füße gewaschen, wird von quasi unbekleideten Sklaven in einem mit Strass besetzten Streitwagen über die Bühne gezogen und sogar auf den Schultern eines Engels in den Himmel und zu einem kleinen Rundflug über das Publikum entführt. Jeder auf (und viele hinter) dieser Bühne arbeitet härter als sie. Doch all die Tänzer mit ihren Adonis-Körpern, all die schillernden Kostüme (übrigens durchweg entworfen von Dolce & Gabbana), all die nackte Haut – nichts kann davon ablenken, wer diese Show in jedem Moment beherrscht. Kylie ist der absolute, strahlende Mittelpunkt.
Natürlich gibt es auch Musik. Die ist meist solide, mitunter auch einfältig bis beliebig. Wenn es mal einen wirklich guten Song gibt, dann ragt der sofort heraus. Spinning Around, das angerockte Can’t Get You Out Of My Head, die Coverversion des Eurythmics-Hits There Must Be An Angel, Love At First Sight, Better Than Today und For All The Lovers sind die Höhepunkte. Aber wie untergeordnet die Lieder hier sind, machen (um noch einmal auf den Anfang zurückzukommen) schon die reinen Zahlen deutlich. Auf jeden, der ein Instrument in der Hand hat, kommen auf dieser Bühne fünf andere Künstler. Die Band steht im Wortsinne durchweg im Schatten, und das ist auch nicht weiter schlimm.
Was zählt, ist die Show. Es sind mehr Leute auf der Bühne als sich bei manchem Clubkonzert im Publikum finden, und sie führen eine grandiose Mischung aus Las-Vegas-Show, Sandalenfilm und MDR-Fernsehballett auf. Was noch mehr zählt, ist Kylie. Es geht hier gar nicht darum, was sie singt und wie sie singt (obwohl sie sich sehr achtbar schlägt). Es genügt ihre Anwesenheit – da macht es auch nichts, dass ihre Gesangsparts gelegentlich von zwei anderen Sängerinnen (Roxy und Lucy) unterstütz oder gar übernommen werden.
Kylie Minogue ist zur Ikone geworden, für Pop an sich, für Kampf gegen Widrigkeiten, für Wandelbarkeit und vor allem für den festen Willen, sich den Spaß am Leben nicht vermiesen zu lassen. Nicht nur ihre Figur, sondern auch ihre Person ist so sehr mit dem Image der Pop-Göttin verschmolzen, dass man sich gar nicht vorstellen kann, Kylie Minogue könne nach so einem Konzert von der Bühne kommen, erleichtert die Stöckelschuhe ausziehen und die Extensions abklemmen, um dann in Birkenstocks und einen Jogginganzug zu schlüpfen und in aller Ruhe kacken zu gehen.
Womöglich tut sie das aber. Dass sie jedenfalls auch nur ein Mensch ist, macht die sehr sehenswerte Doku Just Add Water deutlich. Wie viel Kreativität und Arbeit hinter diesem Spektakel steckt, zeigt der Kurzfilm sehr eindrucksvoll. Er zeigt Kylie auch tatsächlich im Jogginganzug (aber natürlich nicht beim Kacken). Aber trotz der sehr informativen Hintergründe und witzigen Szenen wünscht man sich danach dann doch fast, man hätte sich das Bonusmaterial nicht angeschaut. Denn auch darum geht es ja im Pop: Die Illusion der Leichtigkeit. Und die beschwört Aphrodite – Les Folies Live In London beinahe in Perfektion herauf.
Das rockt: Kylie Minogue versieht Can’t Get You Out Of My Head beim Konzert in London mit etwas Pfeffer:
Eine Kurzversion dieser Kritik gibt es auch bei news.de – zusammen mit einer hübschen Fotostrecke zu Kylie.
Draufgeschaut: Schlaflos in Seattle
| Film | Schlaflos in Seattle |
| Produktionsland | USA |
| Jahr | 1993 |
| Spielzeit | 105 Minuten |
| Regie | Nora Ephron |
| Hauptdarsteller | Tom Hanks, Meg Ryan, Ross Malinger |
| Bewertung | ***** |
Worum geht’s?
Der kleine Jonah ruft bei einem Radiosender an und erzählt dort, dass er eine neue Frau für seinen Vater sucht, nachdem seine Mutter gestorben ist. Ganz Amerika hört zu und ist gerührt. Auch Annie, die gerade kurz vor ihrer Hochzeit steht. Sie schreibt einen Brief, von dem Jonah ganz begeistert ist. Doch sein Vater will von den Kuppelversuchen nichts wissen.
Das sagt shitesite:
Schlaflos in Seattle ist völlig zurecht ein RomCom-Klassiker. Nicht nur wegen des extra-charmanten Kinder-Effekts. Sondern weil hier sentimental, aber dennoch schlüssig das Schicksal zweier Einsamer verknüpft wird, die vor einer Entscheidung stehen. Und weil einfach niemand so herrlich bedröppelt gucken kann wie Tom Hanks.
Der Trailer zum Film:
Der kritische Blick: Wie unfähig ist der Verfassungsschutz?
10 Jahre konnte ein Neonazi-Trio um Beate Zschäpe mordend durch Deutschland ziehen. Verfassungsschutz und andere Behörden wissen auch jetzt noch nicht, was die Terrorzelle noch alles plante. Und natürlich hat auch keine Ahnung, ob das Trio nun auf sich gestellt war oder Unterstützer hatte. Vielleicht 10, vielleicht 20, vielleicht auch ein paar Beamte bei den Ermittlungsbehörden? Ich frage mich deshalb: Wer beschützt uns eigentlich vor so viel Inkompetenz?
Mehr Kommentare zu aktuellen Themen gibt es bei den News.de-Videos.
Draufgeschaut: Projekt Peacemaker
| Film | Projekt Peacemaker |
| Originaltitel | The Peacemaker |
| Produktionsland | USA |
| Jahr | 1997 |
| Spielzeit | 118 Minuten |
| Regie | Mimi Leder |
| Hauptdarsteller | George Clooney, Nicole Kidman, Armin Müller-Stahl |
| Bewertung | ***1/2 |
Worum geht’s?
Russische Atomraketen, die eigentlich verschrottet werden sollten, werden von korrupten Militärs aus einem Zug gestohlen. Eine der Bomben explodiert und macht so für alle Beteiligten ihre tödliche Gefahr deutlich. Der Colonel Thomas Devoe und die Wissenschaftlerin Julia Kelly werden beauftragt, die Drahtzieher aufzuspüren und die Bomben wieder zu beschaffen, bevor sie in den Iran geliefert werden. Es beginnt eine atemlose Jagd.
Das sagt shitesite:
Nur weil Projekt Peacemaker versucht, den Balkan und den Iran in einen Plot zu packen, wirkt er politisch etwas krude. Ansonsten bietet der Film toll inszenierte Action mit wenigen, aber sehr gelungenen Gags. Allemal besser als alles, was James Bond zu dieser Zeit zu bieten hatte.
Der Trailer zum Film:
Hingehört: Coldplay – “Mylo Xyloto”

Mit "Mylo Xyloto" drehen sich Coldplay noch ein bisschen enger im Teufelskreis aus Kritik und Optimismus.
| Künstler | Coldplay |
| Album | Mylo Xyloto |
| Label | Emi |
| Erscheinungsjahr | 2011 |
| Bewertung | ***1/2 |
Unfassbar. Kaum zu ahnen, schwer zu erklären, und auch wider besseren Wissens eigentlich nicht zu glauben. Schaut man sich dieser Tage noch einmal das erste Video von Coldplay an, dann sieht man da nach wie vor einen jungen Mann, der aussieht wie die blassen und immer verkaterten englischen Teenager auf Klassenfahrt, die man in Berlin, Dresden oder Colditz erleben kann. Der Mann trägt etwas ungeschickte Spätneunzigerfunktionskleidung (im Jahr 2000), er läuft in der Morgendämmerung an einem ungemütlich aussehenden englischen Strand entlang und singt, nicht ganz synchron zum Playback, den Text von Yellow.
Ein gutes Jahrzehnt später spielen die Videos in New York und wimmeln vor Spezialeffekten. Der nicht mehr ganz so junge Mann trägt etwas ungeschickte Mitteachtzigerdiscokleindung (im Jahr 2011). Er vögelt (pardon) Hollywoodstars, und er singt in der größten Band der Welt.
50 Millionen Platten haben Coldplay in ihrer Karriere verkauft, in Zeiten, in denen kein Mensch mehr Platten verkauft. Selbst das 2008 erschienene Viva La Vida Or Death And All His Friends ging noch 9 Millionen Mal über die Ladentheke. Zum Vergleich: In ganz Deutschland wurden im Jahr 2008 gerade einmal 78 Millionen CDs aus dem Bereich Pop/Rock abgesetzt. Da ist der Verkaufserfolg von Coldplay nicht bloß erstaunlich, sondern fast ein Wunder.
Es ist freilich auch genau dieser Status, der Coldplay immer wieder zum Verhängnis wird. Viele Kritiker hätten nach wie vor lieber die kuschelige kleine Indie-Kapelle am englischen Strand. Aber Coldplay sind längst eine Band, die Stadien füllt, und die von den Superstars anderer Genres ebenso geliebt wird wie von Hausfrauen am Bügeltisch. Bei so viel Erfolg lassen Hohn und Spott nicht lange auf sich warten. Kitschig findet mancher Kritiker inzwischen diese Musik, prätentiös die Versuche von Coldplay, sich (trotz des Drucks als letzter verlässlicher Umsatzbringer ihrer eigenen Plattenfirma) künstlerisch weiterzuentwickeln. Chris Martin wird zudem gerne ein Jesus- (oder zumindest Bono-)Komplex angedichtet.
Die Crux an dieser Häme: Sie hat diesmal dazu geführt, dass Coldplay ein Album gemacht haben, dass tatsächlich prätentiös ist und auf dem Chris Martin seinem Publikum tatsächlich so etwas wie Erlösung verschaffen möchte. “Trying to turn bad things into good things somehow”, umschreibt der Frontmann das Leitmotiv von Mylo Xyloto. Und er erklärt auch gleich, woher diese Idee kommt: “We as a band have been through some funny incidents in terms of people being aggressive towards us or whatever. And, a lot of the record is fuelled by a kind of fire which comes from turning that negativity into positivity. And I think everyone in their life has something like that.“
Prost Mahlzeit, mag man da sagen, denn natürlich ist das ein Teufelskreis: Kritik an ihrem Gutmenschentum wandeln Coldplay in positive Energie um, machen dann Lieder voller Zuversicht und ernten dann neue Kritik für so viel Naivität.
Dabei ist all das Quatsch. Warum es mancher Coldplay-Hasser empörend findet, wenn Coldplay mit ihren Liedern versuchen, ein bisschen Hoffnung zu verbreiten, ist kaum zu verstehen. Und warum die Band dieses Motto plötzlich als neues Ziel ausgibt, leuchtet ebenfalls kaum ein. Bei Coldplay ging es schon immer um das Licht am Ende des Tunnels, das Aufstehen nach dem Fall, das Weitermarschieren selbst bei miesem Wetter am englischen Strand.
Freilich sind die Heilsversprechen auf Mylo Xyloto noch stärker präsent als früher. Immer wieder finden sich Zeilen, die Mut machen sollen, auf die Macht des Zusammenhalts schwören oder bessere Zeiten vorhersagen. „We’ll run wild, we’ll start glowing in the dark“ (Charlie Brown). “Through chaos as it swirls / it’s just us against the world” (Us Against The World). “So you can hurt me bad / but still I’ll raise the flag” (Every Teardrop Is A Waterfall). “When you’re tired of waiting / and you just find you never had a start / c’mon baby, dont let it break your heart.” (Don’t Let It Break Your Heart). “A simple thought / but I know one thing / good things are coming our way” (Up With The Birds). “It’s just us against the world / and we just gotta turn up to be heard” (Major Minus).
Diese Omnipräsenz liegt in der Entstehungsgeschichte von Mylo Xyloto begründet. Die Band wollte eigentlich ein sehr reduziertes, akustisches fünftes Album aufnehmen. Dann wurde die Idee eines Soundtracks im Stil von Yellow Submarine diskutiert, komplett mit dazugehörigem Zeichentrickfilm. “It was going to be a kind of a soundtrack album to a film we were writing which had a story through it and we got quite far down the line with designing characters and then we abandoned that idea and moved into a different direction, retaining elements of the acoustic album and from the soundtrack album with us, so what we’ve ended up with is an album that we arrived at quite an unusual sort of way, so it’s kind of a hotchpotch of all those different phases”, erklärt Bassist Guy Berryman.
Etwa 60 Songs hatte die Band geschrieben, gerade einmal 14 davon sind nun auf Mylo Xyloto gelandet, und auch von diesen 14 sind noch einmal 3 bloß Skizzen oder kurze, instrumentale Übergangstracks. Das soll ganz bewusst den Charakter von Mylo Xyloto als zusammenhängendes Werk (statt bloß einer Sammlung einzelner Songs) stärken. “We really felt like the album is so under threat as a format that we should really make an effort to really tie it all together”, sagt Chris Martin.
Eine dieser Skizzen steht ganz am Anfang. Mylo Xyloto (“It means whatever you want it to mean. You can think up new words if you want to. There’s still things that you can invent and words beginning with X are few and far between so we thought we might try and add one”, erklärt Chris Martin die banale Bedeutung des prätentiösen Titels) ist nicht mal eine Minute lang, ein belangloses Stück mit Ambient-Touch. Vor allem aber ist es eine Absicherung vor der Urgewalt des dann folgenden Hurts Like Heaven. Da ist die typische Coldplay-Gitarre, die Stimme von Chris Martin ist noch ein bisschen höher als sonst, vor allem aber sorgen die sehr reduzierten und extrem wirkungsvollen Drums von Will Champion für einen ungeheuren Drive und von Coldplay selten gehörten Punch. “That’s kind of our call to arms to each other”, meint Chris Martin – und eindrucksvoller als Hurts Like Heaven hätte der Kampfschrei kaum werden können.
Paradise steht diesem Kracher in keiner Weise nach. Die Streicher, das Ohoho – das ist natürlich das Rezept von Viva La Vida, aber es ist eine nach wie vor perfekt funktionierende Formel. Das folgende Charlie Brown schrieb Chris Martin, nachdem er in Los Angeles ein Konzert von Bruce Springsteen besucht hatte, und tatsächlich entdeckt er in diesem Song so etwas wie den Boss in sich. Hymnisch und doch reduziert, mit großem Herzen und ein bisschen Aufruhr trumpft der Song nach einem schrägen Intro mit Helium-Stimmen auf. Das wunderhübsche Us Against The World bleibt weitgehend akustisch und könnte beinahe ein Überbleibsel vom Debütalbum Parachutes sein.
Zu diesem Zeitpunkt möchte man wetten, dass Coldplay es wieder allen gezeigt und ein meisterhaftes Album vorgelegt haben. Das instrumentale MMIX leitet dann aber zu einem ziemlich ausdauernden Durchhänger über. Every Teardrop Is A Waterfall, eine von zwei Vorab-Singles, erinnert auch ein knappes halbes Jahr nach seinem Erscheinen noch immer an das unsäglich Eurodance-Verbrechen Ritmo De La Noche. Der Track ist völlig überproduziert und kann dennoch seine Eindimensionalität nicht kaschieren. Was für den Club gemacht sein soll, klingt am Ende nach Kinderdisco. Auch Major Minus, dessen Intro an Proud Mary angelehnt ist, funktioniert nicht richtig. Die Kombination aus ungewöhnlichen Percussions und vielen Effekten auf dem Gesang lässt an U2s Achtung Baby denken. Wenn sie als modern gedacht sein soll, kommt sie also 20 Jahre zu spät.
UFO, der erste Song überhaupt, der für Mylo Xyloto geschrieben wurde, sorgt für ein Zwischenhoch. „Mehr Gitarren, mehr von allem, außer von Chris Martin“ hatte Produzent Brian Eno angeblich als Konzept für Mylo Xyloto ausgegeben. UFO beweist, wie falsch er mit dieser Vorgabe nur liegen konnte und wie sehr der Frontmann diese Band prägt, selbst wenn man versucht, ihn daran zu hindern: 140 Sekunden lang erklingen nur eine Gitarre, die Stimme von Chris Martin und ein paar Streicher – und das Ergebnis ist wunderbar.
Es bleibt leider das letzte echte Highlight der Platte. Die Geschichte zu Princess Of China ist niedlich (Chris Martin hat das Stück für Rihanna geschrieben und war extrem nervös, als er es ihr zum ersten Mal auf dem Klavier vorspielte), aber das Duett an sich ist bloß medioker. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Princess Of China ist (ebenso wie das gesamte Schlussdrittel des Albums) besser als fast alles, was einem das Mainstream-Radio sonst so als Popmusik anbietet. Aber es bleibt unter dem üblichen Coldplay-Niveau. Die Stimmen von Chris Martin und Rihanna klingen zusammen zwar ganz reizvoll, doch das Klanggewand des Tracks passt letztlich weder zu Coldplay noch zu Madame RiRi.
Up In Flames ist beinahe der Gegenentwurf dazu. Klavier, Gesang, Streicher, dazu lediglich die Idee von einem Beat und eine E-Gitarre, die vor lauter Höflichkeit wohl am liebsten gleich wieder gehen wollte: Das reicht für eine feine Ballade. Spätestens jetzt, nach Us Against The World und UFO, hätte man dann doch sehr gerne erfahren, wie das fünfte Coldplay-Album geklungen hätte, wenn sich das Quartett tatsächlich zu einer akustischen Platte durchgerungen hätte.
Der vielleicht prototypischste Track für das gesamte Album ist dann kurz vor Schluss Don’t Let It Break Your Heart. Nicht nur der Text will hier aufbauen, auch die Musik ist ein Kraftspender. Im Refrain spielt Will Champion durchweg auf dem Crash-Becken und Chris Martin hämmert auf die Klaviertasten ein, als wolle er das Instrument zertrümmern, so viel Power steckt in diesem Lied. Ganz am Ende erkennt man, dass die Bass Drum die ganze Zeit über den Rhythmus eines Herzschlags gespielt hat – eine clevere Pointe.
Den Schluss macht Up With The Birds, das verheißungsvoll beginnt, diesem Versprechen dann aber doch nicht ganz gerecht werden kann. In puncto Melodie und Dramatik ist es der bisher schlechteste Rausschmeißer, den Coldplay je gemacht haben. Der Text bildet aber immerhin einen sehr passenden Schlusspunkt für Mylo Xyloto, wie Chris Martin erklärt: “It’s about people who are lost in a big scary environment and find each other as a form of getting through it. It’s a love story basically.” Ich sag es doch: Das war auch damals bei Yellow schon so.
Das passt ja zum Wetter: Coldplay spielen Every Teardrop Is A Waterfall live bei Rock am Ring:








