Draufgeschaut: Vielleicht, vielleicht auch nicht


Will (Ryan Reynolds) muss seiner Tochter April (Abigail Breslin) sein Liebesleben erklären.

Will (Ryan Reynolds) muss seiner Tochter April (Abigail Breslin) sein Liebesleben erklären.

Film Vielleicht, vielleicht auch nicht
Originaltitel Definitely Maybe
Produktionsland England/USA/Frankreich
Jahr 2008
Spielzeit 105 Minuten
Regie Adam Brooks
Hauptdarsteller Ryan Reynolds, Abigail Breslin, Isla Fisher, Elizabeth Banks, Rachel Weisz, Kevin Kline
Bewertung ****

Worum geht’s?

Es ist ein Schock für Will Hayes: Seine Tochter Maya geht noch zur Grundschule, doch als er sie an diesem Tag vom Unterricht abholt, muss er erfahren, dass sie gerade ihre erste Stunde in Sexualkunde hinter sich hat. Als wäre das nicht schon schlimm genug, will die 10-jährige Maya nun auch noch wissen, wie das damals war zwischen ihm und ihrer Mutter, von der er sich demnächst wird scheiden lassen. Widerwillig erzählt Will ihr die Geschichte seiner Liebschaften – und dabei wird ihm auch selbst einiges über seine Beziehungen klar.

Das sagt shitesite:

Mit einem ganz einfachen Konzept wird Vielleicht, vielleicht auch nicht zu einer famosen Romantischen Komödie: All das, was uns Erwachsenen als normales Liebesleben erscheint, ist für Kinder mitunter unfassbar, unverzeihlich, skandalös. Wir wollen für sie als Vorbilder und gute Menschen erscheinen, doch wir machen Schluss, wir betrügen und brechen Herzen. Durch diese Diskrepanz gerät Will in Erklärungsnot, immer und immer wieder. Das sorgt für wunderbare Dialoge und eine satte Dosis Humor, die zudem die beste Absicherung dafür ist, dass Vielleicht, vielleicht auch nicht niemals kitschig wird.

Gekonnt arbeitet Regisseur Adam Brooks, zuvor eher als Drehbuchautor aktiv (zum Beispiel für Bridget Jones), mit seiner Rahmenhandlung. Der größte Teil der Geschichte wird als Rückblende mit einer Stimme aus dem Off erzählt. Aber sobald dieser Plot ein bisschen zu sehr auf die eingefahrenen RomCom-Gleise gerät, hat die Kamera plötzlich wieder den Papa und sein aufgewecktes Töchterchen im Bild. Das Geschehen wird damit nicht nur aufgelockert, sondern auch permanent hinterfragt.

So darf man Will auf einer romantischen und spannenden Zeitreise begleiten, die mitunter an High Fidelity erinnert. Wie er in seiner Erzählung immer wieder lavieren muss zwischen Ehrlichkeit und dem Versuch, nicht als skrupelloses Monster oder desillusionierter Zyniker dazustehen, das ist ein großes Vergnügen. Man hätte das ja fast erwarten können bei einem Film, der nach einem Oasis-Album benannt ist.

Bestes Zitat:

“What’s the boy word for ‘slut”? – They still haven’t come up with one yet.”

Der Trailer zum Film:

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