Monatliche Archive: Januar 2015


Durchgelesen: Jochen Distelmeyer – „Otis“

Jochen Distelmeyer hat einen Roman geschrieben. „Otis“ ist leider äußerst misslungen und wirft die Frage auf, ob der Blumfeld-Sänger vielleicht schon immer bloß ein Blender war.

Jochen Distelmeyer geht mit "Otis" unter die Schriftsteller - und verhebt sich.

Warum die Leute im Täubchenthal das wohl ein "Wohnzimmerkonzert" nennen?

Jens Friebe, Täubchenthal, Leipzig

Jeder Ton lohnt sich, jedes Wort ist spannend. Beim vorletzten Konzert der aktuellen Tour glänzt Jens Friebe im Leipziger Täubchenthal.


Das Werk 2 mag keine Nazis. Unter anderem deshalb wurde die Show verlegt.

Maximilian Hecker, Werk 2, Leipzig

Vielleicht muss man verliebt sein, um das zu genießen: Maximilian Hecker gibt beim Konzert in Leipzig das ultimative Sensibelchen. Und klingt dabei oft magisch.


Draufgeschaut: Wer ist Hanna?

Ein 16-jähriges Mädchen wächst in der Wildnis auf und macht dann Jagd auf eine FBI-Agentin. „Wer ist Hanna?“ ist originell, setzt aber eher auf Ätsthetik denn auf Logik.

Hanna (Saoirse Ronan) ist auf einem Rachefeldzug.

Wenn Liebe so einfach wäre

Seit zehn Jahren sind Jane und Jake geschieden. Er hat eine deutlich jüngere Frau geheiratet, sie leidet an ihrem Dasein als alternde Geschiedene – bis Jake plötzlich wieder mit ihr flirtet. „Wenn Liebe so einfach wäre“ ist in der Ausgangssituation originell, in der Umsetzung allerdings brav.

Jane (Meryl Streep) flirtet wieder mit ihrem Ex-Mann Jake (Alec Baldwin).

Zoot Woman, Le Very, Täubchenthal, Leipzig

Zoot Woman und Le Very zeigen mit ihren Konzerten im Täubchenthal, wie wichtig eine Gitarre sein kann – auch wenn man sie gar nicht spielt. Und natürlich, wie gut Elektropop klingen kann, wenn man mehr Talent hat als die Kasper von Depeche Mode.


Hingehört: Viet Cong – „Viet Cong“

Viet Cong kommen aus Kanada und lieben es, eiskalt zu sein. Das Debütalbum des Quartetts klingt manchmal wie eine unerbittliche Kriegserklärung an das Konzept „Wohlklang“.

Viet Cong bedeutet: 37 Minuten eiskaltes Dröhnen.

"How To Die In The North" ist eine Achterbahnfahrt, stilistisch und emotional.

BC Camplight – „How To Die In The North“

In Philadelphia hat es BC Campilght nicht mehr ausgehalten, deshalb ist er für sein drittes Album nach Manchester geflohen. „How To Die In The North“ bietet reichlich Verzweiflung und zeigt, was vielleicht passiert wäre, hätte Brian Wilson 1966 seine Medikamente vergessen.


Die Könige der Nutzholzgewinnung

Als Krischan in sein Heimatdorf im harz zurückkehrt, regiert dort die Perspektivlosigkeit. Mit der Idee einer Holzfäller-Meisterschaft bringt er wieder Schwung in die Bude – und sich selbst in die Bredouille. „Die Könige der Nutzholzgewinnung“ lebt von schrägen Typen und einer unverkennbaren sozialen Botschaft.

Krischan (Bjarne Mädel) plant eine Meisterschaft der Holzfäller.

Zehn Jahre lang haben Sleater-Kinney die Energie für "No Cities To Love" gesammelt.

Sleater-Kinney – „No Cities To Love“

2006 waren sie plötzlich weg, jetzt sind Sleater-Kinney wie aus dem Nichts zurück. Die Pause haben sie offensichtlich genutzt, um Kraft zu sammeln. Denn „No Cities To Love“ ist ein bedrohliches Monster von einer Rockplatte geworden.


Olli Schulz – „Feelings aus der Asche“

Wenn Olli Schulz singt, dann gibt es auf „Feelings aus der Asche“ keine Blödeleien. Dafür gute Songs und Humor zwischen den Zeilen – als Methode zum Ertragen der Welt.

Als Musiker hat Olli Schulz Keine Witze, aber Humor zwischen den Zeilen.