Hingehört: Sløtface – „Empire Records“


Künstler Sløtface

Sløtface Empre Records Kritik Rezension

„Empire Records“ ist die zweite EP von Sløtface.

EP Empire Records
Label Propeller Recordings
Erscheinungsjahr 2016
Bewertung

“Every three months we get into a phase. We try to write a special kind of song. And then we’ll begin a new phase”, sagt Tor-Arne Vikingstad, Gitarrist von Sløtface. Auch wenn das Quartett aus Norwegen diesen Zeitplan nicht ganz einhält, erweisen sich EPs natürlich als wunderbares Format, um so eine Weiterentwicklung der Band im Eiltempo zu dokumentieren. Nach der sehr erfrischenden Debüt-EP Sponge State im Mai legen Sløtface jetzt mit vier weiteren Tracks auf Empire Records nach.

Die Zutaten sind ähnlich: Ungestüm und Punk-Wurzeln, Songs mit Überzeugung und Leidenschaft, die trotzdem nie vergessen, dass Musik auch Spaß machen soll. Auch die zweite EP der Norweger zeigt: Wer Be Your Own Pet vermisst, hat hier vielleicht seine neue Lieblingsband gefunden.

Die Stimme von Sängerin Haley Shea sticht vor allem in Bright Lights heraus: Ihr Gesang vereint eine naive Jugendlichkeit mit der Erfahrung, wie frustrierend es sein kann, ein Teenager zu sein – das hatten beispielsweise auch Those Dancing Days einst wunderbar hinbekommen. Der Auftakt dieser heute erscheinenden EP zeigt damit bereits, was die folgenden Lieder bestätigen: Haley Shea schreibt keine 08/15-Texte, und ihre Bandkollegen schreiben keine 08/15-Songs. In Empire Records besingt sie die Träume, die man mit 14 hatte (in diesem konkreten Fall: Bass für die Sonic Death Monkeys zu spielen, die Band von Barry alias Jack Black im grandiosen High Fidelity), und die Ideale, die man im besten Falle daraus abgeleitet und bis heute bewahrt hat. Dass Bassist Lasse Lokøy vielleicht die Geheimwaffe von Sløtface ist, auch wenn er als Letzter zu der 2012 gegründeten Band stieß, zeigen alle vier Tracks, vor allem der EP-Abschluss Fever Art, der Melancholie äußerst entzückend mit Groove verbindet.

Das famose Take Me Dancing klingt genau so, wie es heißt: mitreißend, flirty, unvernünftig und fest entschlossen, ein Konzept wie „Reue“ gar nicht erst in die Nähe der eigenen Realität kommen zu lassen. Zudem zeigt der Song das beachtliche Pop-Appeal von Sløtface. Haley Shea freut sich, wenn diese Facette der Band erkannt wird: “It took a while in Norway for people to think of us as something you could play on the radio. People didn’t automatically assume a band called Sløtface with punky vibes would be played on the radio. They were surprised that people liked it“, erzählt sie. Für nächstes Jahr hat das Quartett sein Debütalbum geplant – die Vorfreude haben sie mit Empire Records noch einmal beträchtlich gesteigert.

Im Video zu Take Me Dancing wurde erstaunlicherweise niemand verletzt.

Sløtface bei Facebook.

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