Draufgeschaut: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand


Film Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand Kritik Rezension Film

Allan (Robert Gustafsson, links) und Julius (Iwar Wiklander) werden von Gangstern gejagt.

Produktionsland Schweden
Jahr 2013
Spielzeit 115 Minuten
Regie Felix Herngren
Hauptdarsteller Robert Gustafsson, Iwar Wiklander, Mia Skäringer
Bewertung

Worum geht’s?

Allan Karlsson flieht an seinem 100. Geburtstag aus Altersheim. Kaum den Pflegerinnen und Ärzten entkommen, fällt ihm ein Koffer mit 50 Millionen Euro in die Hände. Geld, das – wie er schnell merkt – aus nicht ganz legalen Kanälen stammt und ihn in Gefahr bringt. Ein paar wütende Gangster reichen aber kaum aus, um ihn aus der Ruhe zu bringen. Erstens hat er mit Julius bald einen Kompagnon, der ebenfalls zu allem entschlossen ist. Zweitens hat er in seinem Leben schon ganz andere brenzliche Situationen überstanden.

Das sagt shitesite:

Noch nicht einmal 50 Jahre alt war Hauptdarsteller Robert Gustafsson bei Beginn der Dreharbeiten zu diesem Film. Mit seiner Leistung und der Maske, die sein Alter glaubhaft verdoppelt, sind zwei wichtige Stärken dieser Komödie bereits benannt. Ein weiterer Pluspunkt: Die Vielfalt der Figuren und Anekdoten in der überaus erfolgreichen Romanvorlage von Jonas Jonasson auf knapp zwei Stunden und einen stimmigen Kinofilm einzudampfen, gelingt in Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand nicht ohne Verluste, aber insgesamt gut.

Vor allem die Balance zwischen der Räuberpistole um einen vermeintlich Gebrechlichen, der sich als Draufgänger entpuppt, und den Rückblenden zu wichtigen Ereignissen der Weltgeschichte, in denen Allan oft genug eine wichtige Rolle spielte, wird von Regisseur Felix Herngren gekonnt gewahrt. Sein Film wird ein launiger Mix aus Roadmovie und Schelmenroman im Stile von Forrest Gump, der bei allen (durchaus auch unter der Gürtellinie angesiedelten) Gags auch die nötige Wärme mitbringt.

Das liegt vor allem an der Konzeption der Titelfigur: Man könnte die Ignoranz von Allan ebenso abschreckend finden wie das Blutvergießen, das er im Laufe seines Lebens miterlebt oder sogar verursacht hat. Aber gerade die Tatsache, dass er weder die Erfindung der Atombombe noch einen Wutausbruch Stalins ernst nehmen kann, verdeutlich seine Unschuld. Die Attitüde von „Das geht mich nichts an“ und „Ich kümmere mich nur um mich“ führt zum Kern des Humors von Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Allan hält all jenen einen Spiegel vor, die ihr Leben in den Dienst vermeintlich höhererer Werte stellen, und damit im Laufe der letzten 100 Jahre auch nicht gerade viel erreicht haben. Seine subversive Botschaft heißt: Bloß kein Idealismus, der macht nur Ärger!

Bestes Zitat:

„Das Leben ist, wie es ist, und es kommt, wie es kommt.“

Der Trailer zum Film.

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