Hingehört: Dude York – „Sincerely“


Künstler Dude York

Dude York Sincerely Rezension Kritk

Seit vier Jahren gibt es Dude York aus Seattle.

Album Sincerely
Label Hardly Art
Erscheinungsjahr 2017
Bewertung

“Your back’s against the wall,” sagt Peter Richards, “so all you can do is fight.” Wie der Frontmann von Dude York das meint, zeigen Lieder wie Life Worth Living auf dem gerade erschienenen Debütalbum seiner Band: toller Refrain, reichlich Energie, viel Schwung und unbedingter Optimismus – mit deutschem Text würde das perfekt zu Madsen passen.

Freilich ist das Trio aus Seattle etwas undergroundiger, wozu auch die Produzenten von Sincerely, John Goodmanson (Sleater-Kinney, Bikini Kill) und JR Slayer (The Blood Brothers), beigetragen haben dürften. Das Grundprinzip ist trotzdem vergleichbar: Es gibt wuchtige Drums und grelle Gitarrensounds, gerne darf es auch poppig und plakativ werden wie im Album-Auftakt Black Jack mit seinem pompösen Stadionrock-Riff oder Paralyzed, das große Power und großes Drama mit ein paar Angeber-Gitarren vereint.

Richards (Gitarre und Gesang), Claire England (Schlagzeug und Gesang) und Andrew Hall (Schlagzeug) spielen seit vier Jahren als Dude York zusammen, und Sincerely zeigt, wie weit sie diesen Mix aus heavy und putzig perfektioniert haben, der etwa an Ash und Weezer geschult ist. Etwa bei Twin Moons dürfte es keinen Weezer-Fan geben, dem da nicht das Herz aufgeht. Das gilt auch für The Way I Feel, dessen zentrale Zeile “That’s just the way I’m feeling” anscheinend das Lebensgefühl als Nerd feiert.

Giving Up besticht eher mit Harmoniegesang als mit Kraft, aber eine große Leidenschaft und sogar ein paar richtig dreckige Elemente sind auch hier zu erkennen. In Bit Saloon erinnert die Stimme von Peter Richards an Adam Olenius von den Shout Out Louds. Auch wenn in diesem Lied etwas Trübsinn durchklingt, gilt dennoch: Alles soll Spaß machen, anders ist die Welt ja nicht auszuhalten!

Zum Faktor „putzig“ trägt nicht nur der akustische und sehr hübsche Rausschmeißer Times Not On My Side bei, sondern auch die beiden Songs, die von Claire England gesungen werden: Tonight klingt wie Be Your Own Pet in einer zahmen Ausgabe, Love Is lässt sie eher in die Nähe der Subways rücken.

Als Highlight kann Something In The Way (kein Nirvana-Cover) gelten, dessen Strophe sogar noch etwas mitreißender ist als der Rest der Platte. Dieser Optimismus im Angesicht vieler Widrigkeiten ist es, der Dude York so kurzweilig macht, ohne dass sie dadurch hohl wirken würden. Peter Richards erklärt das mit Hinblick auf die Themen von Sincerely so: “I feel like it’s about losing perspective – a spiraling-inward perspective despite what may be ready support networks around you. It’s like, ‘I don’t need anybody’s help. I should be able to do this myself, because it’s just, like, living.’”

Für Tonight scheinen sich Dude York vor allem Spaß in der Mall vorgenommen zu haben.

Dude York bei Bandcamp.

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