Draufgeschaut: Die Schlange


Film Die Schlange

Die Schlange Filmkritik Rezension

Vincent Mandel (Yvan Attal) trifft seinen alten Schulfreund Joseph Plender (Clovis Cornillac) wieder.

Produktionsland Frankreich
Jahr 2007
Spielzeit 116 Minuten
Regie Eric Barbier
Hauptdarsteller Yvan Attal, Clovis Cornillac, Minna Haapkylä, Pierre Richard, Simon Abkarian, Olga Kurylenko
Bewertung

Worum geht’s?

Vincent Mandel arbeitet als Modefotograf, konnte dieses Metier aber eigentlich jahrelang als ein angenehmes Hobby betrachten. Denn durch die Heirat mit Hélène, die aus einer steinreichen deutschen Familie kommt, hat er ausgesorgt. Jetzt steht die Ehe allerdings kurz vor dem Aus, seine Frau hat die Scheidung eingereicht und will zudem die beiden Kinder mit zurück nach Deutschland nehmen. Als wäre das nicht schlimm genug, wird Vincent auch noch der Vergewaltigung bezichtigt: Er soll ein Fotomodel während eines Shootings missbraucht haben. Für den Scheidungsanwalt seiner Frau wäre diese Tat ein gefundenes Fressen. Doch Vincent findet bald heraus, dass dahinter ein Komplott steckt. Als das Model allerdings plötzlich tot in seinem Atelier liegt, er selbst unter Drogen gesetzt und dann noch in einen mysteriösen Autounfall mit einem alten Schulfreund verwickelt wird, der vermeintlich über alte Zeiten plaudern will, verliert Vincent jede Kontrolle über sein Leben. Um seine Unschuld zu beweisen, sieht er nur noch eine Chance: Er muss das Komplott aufdecken, dessen Opfer er geworden ist – obwohl die Polizei ihn sucht und er niemandem vertrauen kann.

Das sagt shitesite:

Mit vielen bestens vertrauten Elementen aus dem Thriller-Handbuch arbeitet Regisseur Eric Barbier, der auf Basis des Romans von Ted Lewis auch das Drehbuch für Die Schlange geschrieben hat, in seinem Werk: Es gibt die Verführung durch eine Femme Fatale, es gibt unschuldige und nichtsahnende Kinder als Opfer, es gibt Erpressung und Manipulation selbst auf Seiten der vermeintlichen Freunde des Helden, nicht zuletzt einen durchtriebenen Täter, dessen körperliche Brutalität ebenso ausgeprägt ist wie seine Neurosen.

Dass der Film dennoch überzeugend und vor allem spannend wird, liegt zum einen an der sehr guten Besetzung, zum anderen an einer stimmigen, äußerst düsteren Atmosphäre, zu der auch recht explizite Sexszenen und mitunter verstörende Begierden beitragen. Nicht zuletzt punktet Die Schlange mit einem Plot, der viele unerwartete Wendungen bietet – auch wenn die nicht immer völlig plausibel sind.

Die größte Stärke von Die Schlange ist die zunehmend ausweglose Position von Vincent. Jede Notlüge und jeder Versuch, seine Situation aufzuklären, verschlimmern seine Lage – auch das kennt man aus vergleichbaren Thrillern. Besonders ist hier allerdings, dass Vincent kein makelloser Held ist. Am Scheitern seiner Ehe ist er ebenso beteiligt wie seine Frau. Die Vergewaltigungsvorwürfe werden nur möglich, weil er sich den Flirt mit seinem Model erlaubt hat. Die Suche nach Vertrauten fällt ihm so schwer, weil er so zurückgezogen und auf sich fixiert gelebt hat. Und selbst für die Rachegelüste seines größten Widersachers gibt es gute Gründe, auch hier hat Vincent Schuld auf sich geladen und trägt ein dunkles Geheimnis mit sich herum. Der Effekt dieser zwiespältigen Hauptfigur ist erstaunlich: Gerade, weil man sie nicht uneingeschränkt sympathisch finden kann und sich nur ungern mit ihr identifizieren möchte, wirkt das Geschehen so bedrückend und bleibt das mögliche Ende so lange offen.

Bestes Zitat:

„Er hat keine Familie, keine Kinder, keinen Besitz. Er ist ein Vampir, er nimmt sich, was er will.“

Der Trailer zum Film.

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