Hingehört: The Kills – „Echo Home“


Künstler The Kills

The Kills Echo Home Kritik Rezension

„Echo Home“ ist die vierte EP in der Karriere der Kills.

EP Echo Home – Non-Electric
Label Domino
Erscheinungsjahr 2017
Bewertung

Man könnte meinen, die Idee zu Echo Home – Non-Electric hätte mit den Verpflichtungen zu tun, die für The Kills demnächst als Vorgruppe anstehen. Alison Mosshart und Jamie Hince sind den Sommer über unter anderem im Vorprogramm von Guns ‘N’ Roses, den Foo Fighters und Bon Jovi zu sehen. Bei so viel Bombastrock erscheint der Gedanke an eine EP mit akustischen Stücken vielleicht noch ein bisschen reizvoller. Als Kontrastprogramm.

Die Geschichte hinter der vierten EP des Duos aus England ist aber eine andere: Vor fast genau 15 Jahren erschien die EP Black Rooster, der erste The Kills-Tonträger überhaupt. Dieses Jubiläum nimmt die Band nun zum Anlass, ein paar ihrer Songs in neuen Arrangements aufzunehmen, komplett ohne elektrisch verstärkte Instrumente. Wait ist einer davon, er war damals auf der Black Rooster-EP zu hören. Nun klingt er in der neuen Version wie ein waschechter Blues. Und wie immer, wenn jemand dieses Genre wirklich gut hinbekommt, wirkt der Song dabei zugleich uralt und sehr spontan.

Steve Aoki, auf dessen Label die EP damals erschien, erinnert sich daran, welche Urgewalt die Band schon in ihren Anfangstagen haben konnte: „Many moons ago, back in 2002, I had to make a decision whether to pursue a Ph.D. Program or continue with my label Dim Mak. And after hearing a demo from The Kills and becoming the first American label to release their EP Black Rooster, I knew what path I was going to choose“, sagt der Mann, der mittlerweile selbst auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken kann, vor allem als House-DJ. „They took me under their wing and I hit the road with them as their tour manager, merch guy, driver (we all took turns) and label. I’ll never forget that and love Jamie and Alison forever. Thank you for believing in lil me when not many people gave two shits about Dim Mak and what we were doing. ”

Die Jubiläums-EP erscheint digital und als 10“ Vinyl, aufgenommen wurden die Songs in den Electric Lady Studios in New York. Mit dabei ist That Love vom 2016er Album Ash & Ice, hier besteht es nur aus Gesang, Akustikgitarre und ein paar Streichern im Hintergrund. Die Zeile „It’s over now“ klingt in diesem Klanggewand umso bedrückender.

Echo Home, ebenfalls vom aktuellen Album, ist einmal in der verführerischen Originalversion zu hören, direkt danach dann Non-Electric. Im reduzierten Arrangement lässt der Song einen ähnlichen Effekt erkennen wie die Stücke von The XX, auch wenn er mit ganz anderen Mitteln erreicht wird: Alles wird intensiver und spannender. Mit dem Rihanna-Cover (!) Desperado zeigen The Kills, dass ihre Musik auch dann noch viel Kraft und sogar etwas Sex haben kann, wenn man ihr den Stecker zieht.

Im Video zu Desperado kann man noch so genau hinschauen, man wird keine Steckdose finden.

Website der Kills.

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