Al Pride – „Spruce“


Künstler Al Pride

Al Pride Spruce Review Kritik

Der EP „Spruce“ soll noch in diesem Jahr ein Album folgen.

EP Spruce
Label Radicalis
Erscheinungsjahr 2020
Bewertung

Wie Säufer klingen Al Pride nun nicht gerade. Sie mögen zwar offensichtlich Gesellschaft (die Band aus der Schweiz hat als Trio angefangen und umfasst mittlerweile acht Mitglieder), sie halten sich auch gerne in der Alkohol-geschwängerten Umgebung von Festivals auf. Aber sie sind auch ziemlich fleißig (innerhalb von zehn Jahren haben sie es auf drei Alben gebracht, noch 2020 soll das vierte folgen) und zeigen auf Spruce eine musikalische Vielfalt, die sich nur durch Disziplin erreichen (und im Zaum halten) lässt.

Hunger, bereits zuvor als Single veröffentlicht, klingt zum Auftakt der morgen erscheinenden EP wie Yacht Rock ohne Rock: Das Klavier ist behutsam, der Beat sorgt dann für etwas mehr Bestimmtheit, schließlich entwickelt sich ein Duett zwischen Nico und Astrid, die sich bei Al Pride den Gesang teilen, ohne dass man es merkt. Kalif Onya II, ebenfalls schon etwas länger als Single verfügbar, beginnt mit Stöhnen und der Zeile „I’m taking my bones back to California”. Danach sind sowohl die für diese Band so wichtigen Bläser besonders prominent als auch die Rhythmussektion, die seit dem letzten Album Hallavara (2016) neu besetzt wurde.

Another Vibe wird noch etwas tanzbarer und leichtfüßiger. Wie viele Lieder dieser Band erweist es sich nicht als spektakulär, aber als runde Sache mit etlichen entdeckenswerten Details. Das letzte Lied der EP unterstreicht, wie vielseitig Al Pride sind, denn es klingt mit akustischer Gitarre und verträumter Atmosphäre, als stamme es von einer ganz anderen Band. Der Song heißt Sober By Tomorrow und wirft damit erneut die Frage nach einem möglicherweise bedenklichen Trinkverhalten dieser Schweizer auf. Die Antwort steckt im Titel der EP: Neben ihrem Studio in Baden ist eine kleine Brauerei, dort gibt es als besondere Spezialität ein Bier, das Fichtenspitzen enthält. Al Pride sind dort so oft eingekehrt, dass nun auch die EP danach benannt ist. Man kann dort übrigens auch als regulärer Gast ein eigens für die Band gebrautes Spruce Beer bestellen. Bestimmt schmackhaft.

Das sehr schicke Video zu Hunger.

Website von Al Pride.

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