Aurora – „All My Demons Greeting Me As A Friend“


Künstler Aurora

Aurora All My Demons Greeting Me As A Friend Review Kritik

Aurora wird auf ihrem Debüt den Vorschusslorbeeren gerecht.

Album All My Demons Greeting Me As A Friend
Label Vertigo
Erscheinungsjahr 2016
Bewertung

Als am 15. Juni 1996 ein Mädchen in Stavanger das Licht der Welt erblickte, scheinen die Eltern bereits eine Vorahnung gehabt zu haben. Sie nannten das Kind Aurora Aksnes, nach der Göttin der Morgenröte. Das klingt nach Neubeginn, Unschuld, Schönheit und Verheißung, und genau das ist es, was man 19 Jahre später auf dem ersten Album von Aurora finden kann.

Dass man hier ein großes Poptalent vor sich hat, machen die zwölf Songs des 2016 veröffentlichten All My Demons Greeting Me As A Friend schnell deutlich, in ihrer norwegischen Heimat hat sich das indes bereits deutlich eher angekündigt. Schon 2014 wurde Aurora dort als heiße Newcomerin gehandelt, wenig später sagte ihr Katy Perry eine glänzende Zukunft voraus, auch der Guardian war schnell begeistert und erkannte Spuren von Kate Bush und Lykke Li im Sound der Künstlerin aus Bergen.

Man kann das beispielsweise bei Warrior schnell nachvollziehen, insbesondere die etwas kapriziöse Gesangsmelodie lässt hier an Kate Bush denken, während die wilden Trommeln im Refrain dem Songtitel alle Ehre machen. I Went Too Far vereint Nachdenklichkeit und Tanzbarkeit, wie viele Songs des Albums (und wie man das eben auch bei Lykke Li oder auch Lorde erleben kann). Der Auftakt Runaway zeigt ebenfalls bereits etliche typische Elemente und Stärken dieser Platte: Das Lied beginnt mysteriös und verschwörerisch, im Refrain bekommt es dann mehr Kontur und Kraft, durchweg hat es viel Eigenständigkeit.

Conqueror stellt einen sehr wirkungsvollen Beat ins Zentrum und kombiniert ihn mit einem tollen Refrain, das Resultat würde sehr gut zu Lena passen (für deren 2015er Album Crystal Sky steuerte Aurora übrigens tatsächlich einen Song bei). Der Schlusspunkt Black Water Lilies zeigt, dass die Norwegerin intime Momente ebenso beherrscht wie die große Geste, auch innerhalb eines einzigen Songs. Home ist das deutlichste Beispiel dafür, wie faszinierend ihr Gesang auf dieser immer wieder sehr stimmungsvollen und originellen, manchmal auch experimentellen Platte sein kann.

Leider ist auf All My Demons Greeting Me As A Friend nur eine der drei Vorab-Singles enthalten. Awakening fehlt ebenso wie Half The World Away, eine Coverversion der gleichnamigen B-Seite von Oasis. Dafür gibt es Running With The Wolves, dessen Refrain extrem plakativ ist (und es so in die Vodafone-Werbung schaffte), das durch die interessante und sogar vielschichtige Strophe aber davor bewahrt wird, plump und kalkuliert zu wirken. Ein Manko des Albums ist auch, dass Aurora manchmal etwas arg Enya-ätherisch wird wie etwa in Through The Eyes Of A Child. Ansonsten zeigt sie hier, dass zeitgemäßer Pop nicht hohl sein muss – und klingt in vielen Momenten erstaunlich ernsthaft und erwachsen.

Im Video zu Running With The Wolves tritt Aurora ausnahmsweise auf der Stelle.

Website von Aurora.

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