Barrie – „Happy To Be Here“


Künstler Barrie

Barrie Happy To Be Here Review Kritik

New York als Wahlheimat von Barrie prägt „Happy To Be Here“.

Album Happy To Be Here
Label Winspear
Erscheinungsjahr 2019
Bewertung

Barrie sind ein Quintett aus Brooklyn, bei dem Barrie Lindsay die treibende Kraft ist. Sie hat das erste Album der Band gemeinsam mit Jake Aron (Snail Mail, Solange, Grizzly Bear) produziert, außerdem spielt sie Gitarre, Klavier, Synthesizer und Bass. Für das Ideal ihrer Musik hat sie eine sehr klare Vorstellung: “A well-crafted pop song that’s a little bit fucked up.”

Wie das gemeint ist, zeigt ein Song wie Clovers: Es gibt eine sehr eingängige und ungemein niedliche Klaviermelodie, die Gitarre zeigt aber, dass Barrie auch Unheil und Angst kennen. Teenager ist zu Beginn reduziert und trotzdem schon abwechslungsreich, am Ende wird es sogar abenteuerlustig. Habits verbindet Experimente im Rhythmus mit einer reizvollen Atmosphäre, Hutch ist zurückhaltend und trotzdem enorm zugänglich, Geology zeigt vielleicht am besten, wie der Sound von Happy To Be Here funktioniert: Sie halten bewusst die paar Prozentpunkte an Strahlkraft, Tempo und Übermut zurück, die daraus unmittelbar einen Hit machen würden.

Der Charakter von Barrie wird dabei auch davon geprägt, dass Barrie Lindsay viele dieser Lieder nachts geschrieben hat, alleine in ihrem Zimmer. Stücke wie das schön verschleierte Dark Tropical machen das anschaulich, mit einem Wasserschaden-Klavier und verfremdeten Steel Drums. Auch der Album-Auftakt Darjeeling scheint unverkennbar so einer Stimmung zu entstammen: Er ist verträumt und schick, kombiniert mit Wah-Wah-Gitarre und viel Hall auf der Stimme mühelos Leichtigkeit und Melancholie.

Den Albumtitel Happy To Be Here darf man wohl auch auf die Wahlheimat New York beziehen, in die Barrie Lindsay, Dominic Apa (Schlagzeug, er spielt auch bei Is Tropical), Spurge Carter (Gesang), Sabine Holler (Gesang) und Noah Prebish (Keyboards) aus Boston, Baltimore, upstate New York, London, São Paulo und Berlin gekommen sind. „Wir sind sehr unterschiedlich, aber dadurch ergänzen wir uns sehr gut, auf persönlicher und kreativer Ebene. Und wir haben große Lust darauf, voneinander zu lernen“, sagt Barrie Lindsay.

Im sanften Saturated entdecken sie eine Schnittmenge aus Roxy Music und den Cardigans, das sehr gelungene Chinatown hat etwas mehr Präsenz als der Durchschnitt des Albums, Casino Run wird noch ein bisschen geheimnisvoller als der Rest. Noah Prebish erklärt, was Barrie größer als die Summe seiner Teile macht: „Es sind ein paar Freaks, die zusammenarbeiten, um extrem zugängliche, befriedigende Musik zu machen.“

Schön und schräg ist auch das Video zu Darjeeling.

Barrie bei Bandcamp.

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