Blood Red Shoes, Conne Island, Leipzig 2


Laura-Mary Carter und Steven Ansell bewiesen: Mehr als Gitarre und Drums braucht man nicht für ein Rockspektakel.

Laura-Mary Carter und Steven Ansell bewiesen: Mehr als Gitarre und Drums braucht man nicht für ein Rockspektakel.

Schon die ersten Takte klingen wie ein großes Finale. Blood Red Shoes kommen in Leipzig auf die Bühne, geben gleich Vollgas, und dann ist nach ein paar Sekunden schon wieder Schluss. Dieser Auftakt ist wie ein Tusch – und danach folgt im voll bepackten Conne Island eine neue Definition der Worte Energie, Spaß und Wucht.

Besonders beeindruckend ist dabei nicht nur, was Laura-Mary Carter und Steven Ansell zu zweit für ein Spektakel veranstalten können, sondern auch, wie abwechslungsreich ihre Songs sind, obwohl sie immer nur aus Gitarre und Schlagzeug bestehen. „Repetition is killing us“, singt Laura in It Is Happening Again, in Leipzig der zweite Song des Abends. Und folglich gibt es hier keine einzige Sekunde, die eintönig, lieblos oder uninspiriert wäre.

Schon nach dem frenetisch gefeierten Light It Up, das als dritter Song erklingt, sind alle so glücklich, dass kein Mensch böse wäre, wenn Laura-Mary (im Led-Zeppelin-Schlabbershirt) und Steven (schwarz-weiß gestreift, eng anliegend) jetzt nach Hause gingen. Stattdessen machen Blood Red Shoes weiter, freuen sich ein wenig über die ersten Crowdsurfer bei (ausgerechnet) You Bring Me Down – und verwandeln das Conne Island in eine Sauna.

Spätestens im Break von Don’t Ask, dem Highlight des zweiten Albums Fire Like This, ist klar: Blood Red Shoes sind eine umwerfende Liveband. Sie sehen auf der Bühne noch ein bisschen jünger aus als auf den Promofotos, sie machen putzige Ansagen (als Laura-Mary nach Don’t Ask ein arg niedliches „Danke schön“ versucht, muss sich Steven fast totlachen) und sie schauen ab und zu ins Publikum (in dem sich trotz der Hitze übrigens jemand in einem roten Vollkörper-Hasenkostüm tummelt), als könnten sie all diese Begeisterung bei ihrer ersten Show in Leipzig selbst nicht so ganz glauben. Aber was sie mit Gitarre und Schlagzeug anstellen, ist schlicht atemberaubend. So gut, dass man den Glauben an Rockmusik zurückgewinnen muss. Sogar so gut, dass man kurz glaubt, Nirvana wären vielleicht eine noch bessere Band gewesen, wenn sie Krist Novoselic rausgeworfen hätten.

Als erste Zugabe gibt es den Surf Song, bei dem Laura-Mary und Steven die Instrumente tauschen. „Wir spielen dieses Lied nur, wenn wir echt gut drauf sind“, erklärt Steven. Und nach einem irren Colours Fade als Rausschmeißer bedankt sich Laura-Mary artig: „It’s been really fun, so thank you very much.“ In Brighton sagt man in so einem Fall wohl: My pleasure.

Achtung, laut: Blood Red Shoes spielen Light It Up live im Conne Island in Leipzig:


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