Brennendes Problem


Schröder mit Zigarre: Das Bild ist noch präsent. Auch in den Köpfen von Gesundheitsexperten und organisierten Tabak-Gegnern. Die setzen ihre Hoffnungen nun auf Angela Merkel. Die neue Regierungschefin ist Nichtraucherin – und soll das brennende Problem endlich konsequent angehen.

Dabei sollten nicht nur Merkels persönliche Vorlieben den Ausschlag für ein Anti-Raucher-Gesetz geben. Denn eigentlich sprechen die Zahlen für sich. Etwa 140.000 Deutsche fallen jedes Jahr dem blauen Dunst zum Opfer. Das sind hundertmal so viele, wie nach dem Konsum von illegalen Drogen sterben. Und zwanzig Mal mehr als Jahr für Jahr bei Verkehrsunfällen auf deutschen Straßen ums Leben kommen. Zudem verursacht Tabakkonsum pro Jahr Kosten von etwa 40 Milliarden Euro für das Gesundheitssystem – ein Betrag, für den auch all jene aufkommen, die sich nicht wissentlich körperliche Schäden zufügen.

Das Argument, man könne den etwa 20 Millionen Rauchern in Deutschland nicht so einfach ihre lieb gewonnenen Glimmstängel verbieten, ist angesichts solcher Dimensionen lächerlich. Zumal es inzwischen genug Beispiele gibt, wie leicht rauchfreie Zonen geschaffen werden können. Ob in Flugzeugen, auf Bahnhöfen, in irischen Pubs oder in italienischen Expresso-Bars – überall, wo das Rauchen früher selbstverständlich war, wird das Zigarettenverbot heute erstaunlich klaglos akzeptiert.

Die Tabak-Gegner berufen sich auf solche Erfahrungen und fordern nun neue Maßnahmen. Ein Werbeverbot für Zigaretten soll ergehen, öffentliche Räume sollen rauchfrei bleiben, mehr Geld für Prävention und Aufklärungskampagnen fließen, um gerade jungen Menschen vor dem Weg in die Sucht zu bewahren. Die besten Chancen hat aber eine andere Forderung: die höhere Besteuerung, die von Suchtexperten auch für alkoholische Getränke verlangt wird.

Dass dieser Weg funktionieren kann, hat man bei den Alkopops gesehen. Und wenn der Fiskus künftig etwas mehr bei Bier, Wein und Schnaps mitverdient, dürfte das auch den persönlichen Interessen von Angela Merkel entgegen kommen – Raucherin oder nicht.

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