Der Chef-rolet


Keine Billigheimer-Optik: der Epica. Foto: Chevrolet

Keine Billigheimer-Optik: der Epica. Foto: Chevrolet

„Kunst entsteht, wenn die Maschine läuft“, lautete das Motto des Schweizer Künstlers Jean Tinguely. In dessen Geburtsstadt Fribourg stellte Chevrolet nun den Epica vor. Der ist zwar kein Kunstwerk – aber doch ein starkes Stück.

Die Mittelklasse-Limousine setzt der Produktpalette der Koreaner die Krone auf. Die Linienführung lässt den Epica noch länger erscheinen, als er ohnehin schon ist (4,80 Meter), unter der Haube sind sechs Zylinder in einem quer eingebauten Motor am Werk: ein echter Chef-rolet. „Bis auf weiteres wird der Epica bei Chevrolet die obere Grenze darstellen“, sagt Deutschland-Geschäftsführer Günther Sommerlad denn auch.

Ab Mitte Juli wird der Epica beim Händler stehen. Das beste Argument ist bei Chevrolet wieder einmal der Preis: Mit dem Zweiliter-Motor, der 144 PS leistet, gibt es die Limousine für 20.890 Euro. ABS, sechs Airbags, Klimaanlage und CD-Radio sind da schon inklusive. Selbst in der Top-Version, mit 156 PS, einem halben Liter mehr Hubraum, Tempomat, Einparkhilfe, Ledersitzen und sechsfach-CD-Wechsler muss man für den Epica gerade einmal 25.490 Euro hinblättern.

Wie ein Billigheimer sieht der Epica trotzdem nicht aus. Innen kann er zwar keine edlen Materialien bieten, gefällt aber mit einer harmonischen Farbkombination und großzügigem Platzangebot. Die Sitze sind sehr bequem, die Instrumente im Blickfeld des Fahrers vorbildlich übersichtlich. Alles, was man nicht unbedingt ständig im Blick haben muss, wurde in die Mittelkonsole verbannt, die dadurch freilich etwas überfrachtet ist.

Außen gibt es typisch asiatische Linien, die an Toyota und Lexus denken lassen. „Beim Design stand ein Wort im Mittelpunkt: einfach“, erklärt Sung Paik, der dem Wagen sein klassisches Antlitz verpasst hat, das stimmig und konsequent umgesetzte Gestaltungskonzept.

Abzug gibt es allerdings für die Motoren. Gerade mit der Zwei-Liter-Variante wird man leicht zum Verkehrshindernis. Sportliches Fahren oder zügiges Überholen sind selbst im vierten Gang kaum möglich. Etwas kraftvoller agiert das größere Aggregat. Die zwölf PS mehr machen sich dabei nicht so bemerkbar wie das deutlich höhere Drehmoment. So wird die 2,5-Liter-Variante, die es nur mit Automatikgetriebe gibt, zumindest zu einer komfortablen Reiselimousine.

Wer gerne entspannt und defensiv unterwegs ist, wird nicht nur das etwas weiche Fahrwerk und die nicht allzu direkte Lenkung schätzen, sondern auch die Geräuschdämmung. Im Vergleich zum Vorgänger Evanda (noch als Daewoo, wie die Marke bis Februar 2005 hieß) ist der Epica mit dickeren Scheiben und zusätzlicher Schaumstoffdämmung ausgestattet, was man ihm anhört – oder eben nicht. Ab August soll es auch ESP geben. Ein Commonrail-Diesel mit vier Zylindern und 150 PS ist für 2007 angekündigt.

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