Der Schuh des Manitu


Film Der Schuh des Manitu – Extra Large

Der Schuh des Manitu Review Filmkritik

Abahachi (Michael Herbig) und Ranger (Christian Tramitz, rechts) stecken in der Klemme.

Produktionsland Deutschland, Spanien
Jahr 2001
Spielzeit 88 Minuten
Regie Michael Herbig
Hauptdarsteller Michael Herbig, Christian Tramitz, Sky du Mont, Marie Bäumer, Hilmi Sözer, Rick Kavanian, Oliver Wnuk
Bewertung

Worum geht’s?

Abahachi, der Häuptling der Apachen, und sein weißer Blutsbruder Ranger sind auf dem Weg zum Stamm der Schoschonen. Von deren Häuptling Listiger Lurch hatten sie sich Geld geliehen, um einen Saloon zu kaufen. Doch bei dem Deal ging alles schief: Abahachi wurde betrogen, das Geld ist weg, der Sohn des Schoschonen-Häuptlings, der als Geldbote fungierte, wurde bei der Übergabe ermordet. Dahinter steckt der skrupellose Gangster Santa Maria, doch davon will Listiger Lurch nichts wissen: Als Abahachi und Ranger zu ihm kommen, ohne die Schulden bezahlen zu können und zudem noch mit der Leiche seines Sohnes, will er sie töten lassen. Nachts können sie sich befreien, zudem fällt Abahachi eine Möglichkeit ein, wie er die Schoschonen besänftigen kann: Wenn er den Schuh des Manitu findet, einen legendären Schatz, könnte er seine Schulden begleichen. Er hat aber nur ein Viertel der Karte, die verrät, wo der Schatz versteckt ist. Es gilt also zunächst, die anderen drei Teile der Schatzkarte aufzutreiben. Abahachi und Ranger machen sich auf die Suche danach – die rachsüchtigen Schoschonen sind dabei ebenso hinter ihnen her wie Santa Maria und seine Schergen, die von dem Plan Wind bekommen haben und sich den Schuh des Manitu nun unter den Nagel reißen wollen.

Das sagt shitesite:

Angesichts des Mega-Erfolgs von Der Schuh des Manitu (rund 12 Millionen Kinozuschauer in Deutschland, Einnahmen von knapp 70 Millionen Euro, was mehr als das 15-fache der Produktionskosten ist) erscheint es fast selbstverständlich, dass diese Idee funktionieren musste. Dabei ist die Herausforderung, ein im Fernsehen in Sketch-Form gut funktionierendes Format auf die Kinoleinwand und die Länge eines gesamten Spielfilms zu überführen, keine kleine. Es gab davor und danach etliche Beispiele, die an dieser Aufgabe entweder künstlerisch und/oder kommerziell gescheitert sind. So waren etwa die Blödeleien von Badesalz (Klamauk, gerne im Dialekt, eine Riege von wiederkehrenden Figuren) durchaus mit denen vergleichbar, die man von Michael Herbig und seinen Mitstreitern aus der Bullyparade kennt, doch Abbuzze! Der Badesalz-Film (1996) wollten gerade 700.000 Zuschauer sehen. Ähnlich erging es Erkan & Stefan (2000), Morgen, ihr Luschen! Der Ausbilder-Schmidt-Film (2008) oder Mario Barths Männersache (2009).

Dass der Sprung vom bei einer überschaubaren Fangemeinden beliebten TV-Format zum Kino-Blockbuster hier so überaus fulminant gelingt, hat zwei Gründe. Erstens kann Der Schuh des Manitu auf die Konventionen der Karl-May-Filme zurückgreifen, die hier parodiert werden. Damit ist ein Bezugsrahmen geschaffen, den man zitieren kann, über den man sich lustig machen kann, der vor allem aber eine Orientierung für die Zuschauer schafft, was in der Extra-Large-Variante treffend durch einen Sprecher aus dem Off in den ersten Minuten geschieht. Eine eigene Welt, die erst erschaffen oder erklärt werden müsste, ist damit nicht nötig, ebensowenig wie Vorkenntnisse aus der Bullyparade: Die Figuren werden in diese bestens vertraute Umgebung hineingesetzt.

Zweitens wird diese Persiflage mit sehr viel Liebe zum Detail umgesetzt, an der man den Respekt erkennen kann, den vor allem Michael „Bully“ Herbig als Regisseur vor dem Genre der Winnetou-Filme und Italowestern beweist. Von den Namen der Figuren über das Kostüm bis hin zur Musik reicht das, ergänzt werden diese Referenzen in Der Schuh des Manitu um etliche weitere Anspielungen auf Kinoklassiker von Terminator bis Indiana Jones.

Damit ist ein Rahmen geschaffen, in dem Herbig & Co. letztlich einigermaßen beliebige (und durch die Handlung, die vage an Der Schatz im Silbersee erinnert, nur lose verbundene) Gags und Sketche platzieren können. Die Pointen sind dabei selten wirklich gut, dass Sky Du Mont als Schauspieler so herausragt, spricht wohl eher gegen des Rest des Ensembles als für die Stärke seiner Leistung. Auch die politische Korrektheit, vom überzeichneten Schwulen Winnetouch bis hin zu den durchweg als tumb und ungebildet dargestellten Indianern, ist an einigen Stellen fragwürdig. Für solide Kinounterhaltung, bei der Bully- und Winnetou-Fans besonders viel Spaß haben dürften, reicht das aber dennoch.

Bestes Zitat:

„Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden.“

Der Trailer zum Film.

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