Die Eisprinzen


Film Die Eisprinzen

Die Eisprinzen Kritik Review

Chazz Michael Michaels (Will Ferrell, rechts) und Jimmy MacElroy (Jon Heder) werden von Konkurrenten zu Partnern.

Originaltitel Blades Of Glory
Produktionsland USA
Jahr 2007
Spielzeit 93 Minuten
Regie Josh Gordon, Will Speck
Hauptdarsteller Will Ferrell, Jon Heder, Will Arnett, Amy Poehler, Jenna Fischer, Luke Wilson
Bewertung

Worum geht’s?

Chazz Michael Michaels und Jimmy MacElroy sind die talentiertesten Eiskunstläufer ihrer Generation. Schon als Nachwuchssportler lieferten sie sich umkämpfte Duelle, wenige Jahre später sind sie erbitterte Rivalen. Bei den Olympischen Winterspielen kommt es zum Showdown, doch keiner der Kontrahenten kann seinen Gegner hinter sich lassen. Stattdessen landen sie beide auf Platz 1, punktgleich. Beide bekommen die Goldmedaille, doch statt geteilter Freude auf dem Siegertreppchen kommt es dort zum Eklat: Weil keiner dem anderen den Triumph gönnen kann, prügeln sie sich, vor laufenden Kameras und einem geschockten Millionenpublikum. Vom Verband werden sie deshalb lebenslang gesperrt. Für beide bedeutet das einen katastrophalen Absturz, mit dem sie ganz unterschiedlich umgehen. Dann entdecken sie jedoch eine Möglichkeit, die ihnen ein Comeback in Aussicht stellt: Sie sind nur für Einzel-Wettkämpfe gesperrt, im Paarlauf hingegen dürfen sie antreten. Sie raufen sich zusammen, trainieren hart und scheinen als Paar tatsächlich wieder an die einstigen Erfolge anknüpfen zu können. Wären da nicht die nach wie vor höchst unterschiedlichen Charaktere – und die empörten Reaktionen der Sportwelt, die zwei Männer als Paar beim Eiskunstlauf mindestens irritierend findet.

Das sagt shitesite:

Die Kostüme (nach Entwürfen von Julie Weiss) sind vielleicht der offensichtlichste Beleg dafür, mit wie viel Wollust die Macher von Die Eisprinzen in dieser Komödie alle Grenzen des guten Geschmacks überschreiten. Die Optik hat auch sonst gehörigen Anteil am Vergnügen, das man hier haben kann, schließlich haben die Regisseure Josh Gordon und Will Speck früher Werbespots gedreht.

Sie verhöhnen nicht nur die Werte von Sportfilmen wie Kameradschaft, Ehrgeiz, Opferbereitschaft und Fair Play, sondern auch die übliche Form dieses Genres. Die Hauptdarsteller stehen für denkbar große Gegensätze (Jimmy als Sonnenschein aus dem Waisenhaus, Chazz als Rüpel aus der Gosse) und sollen eine denkbar große Symbiose eingehen und damit zugleich eine größere Idee verkörpern: dass der Sport dazu beitragen kann, Konflikte zu überwinden und Gemeinschaft zu stiften. Die Lächerlichkeit dieser Überhöhung und die vor allem medial praktizierte Angewohnheit, so viel Pathos in den Sport zu stecken, erst recht in einen hochgradig artifiziellen Sport wie Eiskunstlauf, wird hier mit viel Charme, Drive und Spaß an Provokation entlarvt.

Die wahrscheinlich größte Stärke neben grandios skurrilen Nebenfiguren wie dem Stalker, dem Trainer und dem intriganten Geschwisterpaar, mit dem Michaels/MacElroy konkurrieren, ist das Duo der beiden Hauptdarsteller. Die Grazie, die es zum Eiskunstlaufen braucht, nimmt man Jon Heder und insbesondere Will Ferrell zwar in keinem Moment ab – dafür aber die Hassliebe, von der die beiden Eisprinzen angetrieben und zusammengehalten werden.

Bestes Zitat:

„Als wäre Eiskunstlaufen nicht schon schwul genug.“

Der Trailer zum Film.

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