Alles was recht ist – Väter, Töchter, Söhne


Film Alles was recht ist – Väter, Töchter, Söhne

Richterin Lena Kalbach (Michaela May) liegt das Wohl des kleinen Moritz am Herzen.

Richterin Lena Kalbach (Michaela May) liegt das Wohl des kleinen Moritz am Herzen.

Produktionsland Deutschland
Jahr 2010
Spielzeit 89 Minuten
Regie Christoph Schrewe
Hauptdarsteller Michaela May, Götz Schubert, Anna Schudt
Bewertung

Worum geht’s?

Friedrich kann es nicht glauben. In flagranti erwischt er seine Frau mit einem jungen Lover. Sofort packt er seine Sachen und verlässt die gemeinsame Wohnung auf Nimmerwiedersehen. Erst dann bemerkt er: Sein Leben liegt in Trümmern, und er weiß nicht einmal, wo er nun hin will. «Einfach weg», lautet sein Wunschziel, als er per Anhalter die Flucht aus Frankfurt ergreift.

Die verschlungenen Wege des Schicksals (oder schlicht die A66) führen den erfolgreichen Anwalt ins beschauliche Fulda. Dort kann er in der Idylle sein Leben neu sortieren. In der osthessischen Domstadt trifft Friedrich aber auch Lena Kalbach wieder, die dort inzwischen als Richterin arbeitet. Die beiden wärmen eine alte Liebe schnell wieder auf – und ihr Versuch, die Affäre zwischen Anwalt und Richterin geheim zu halten, muss in einer Kleinstadt natürlich scheitern.

Zusätzlich zu den Annäherungsversuchen von Friedrich hängt bei Kalbachs der Haussegen schief: Lenas Tochter Nina will endlich erfahren, wer ihr Vater ist. Außerdem hat sie ihren Freund vor die Tür gesetzt, der sie betrogen hat.

Auch im Job ist Lena Kalbach mit Familienproblemen befasst: Franz Bergen, der Leiter des Kirchenchors, kümmert sich liebevoll um den kleinen Moritz, doch dessen Eltern geht die Fürsorge deutlich zu weit. Das Ganze endet in einer Schlägerei – und vor Gericht. Aus diesem Zwist entwickelt sich ein spannender Fall Familienrecht, der am Ende viel Fingerspitzengefühl der Richterin erfordert.

Das sagt shitesite:

Schon die wiederbelebte Liebschaft aus Jugendtagen, nur einer der vielen Erzählstränge in Väter, Töchter, Söhne, macht deutlich: Auch in der dritten Folge des Erfolgsformats Alles was recht ist gibt es zwei perfekt miteinander harmonierende Hauptdarsteller: Michaela May als Frau, die ihren eigenen Kopf hat und auf Konventionen gar nichts gibt. Und Fulda als Schauplatz, der einerseits die Reize des Landlebens und andererseits den Minderwertigkeitskomplex der Provinz (und die Arroganz, mit der die Städter ihr begegnen) verkörpert.

Michaela May gibt die Richterin Lena Kalbach wieder als eine Art Barbara Salesch ohne Domina-Tendenzen, die sich im Zweifel weder um Paragraphen schert noch um verheißungsvolle Karrierechancen oder das Gerede der Leute. Sie besteht auf ihrer Unabhängigkeit – und ahnt doch, dass sie sich mit Häuschen im Grünen eigentlich ganz gut in ihrem Leben eingerichtet hat. Ob das eine Zwischenstation ist oder längst auch ein Stück Heimat – ihre Figur lebt auch davon, dass sie sich diese Frage niemals offen stellt. Die Menschen im konservativen Fulda sind Lena Kalbach noch immer ein bisschen suspekt, und doch radelt sie mit sichtbarer Freude durch die Gassen der Barockstadt.

Natürlich basiert das alles auf einem schwer zu ertragenden Konservativismus, zudem ist der zugrunde liegende Familienrechtsfall reichlich abstrus. Die  Handlung hat einige wenig plausible Brüche und insbesondere zu Beginn passiert in Alles was recht ist – Väter, Töchter, Söhne so wenig, dass der Film ohne die Besonderheit des Schauplatzes kaum funktionieren würde.

Trotzdem hat das Erste mit Alles was recht ist nicht nur eine weitere Paraderolle für Michaela May geschaffen, sondern auch ein cleveres Format für alle, deren Leben sich nun einmal abseits der Metropolen abspielt: einen ausgewogenen Mix aus Authentizität und der Sehnsucht nach der heilen Welt. Das sorgt, bei aller Seichtigkeit und Vorhersehbarkeit, für einen angenehmen Grundton, der genau ins Mark der Zielgruppe trifft und der Serie letztlich ihre Daseinsberechtigung verschafft. Hier gibt es noch den Willen zu Gemeinschaft und Übereinstimmung, und der Film entspricht dem mit einer etwas altmodischen Harmlosigkeit.

Bestes Zitat:

Lena Kalbach über Fulda: «Ein Paradies ist es nicht. Aber eine Vorstufe.»

Einen Trailer zum Film gibt es nicht, dafür ein Loblied auf die Hauptdarstellerin:

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