Draufgeschaut: Amateur


Isabelle und ihre Freunde sind auf der Flucht.

Isabelle und ihre Freunde sind auf der Flucht.

Film Amateur
Produktionsland USA/Frankreich
Jahr 1994
Spielzeit 105 Minuten
Regie Hal Hartley
Hauptdarsteller Isabelle Huppert, Martin Donovan, Elina Löwensohn, Damian Young, Chuck Montgomery
Bewertung **

Worum geht’s?

Isabelle ist eine gerade aus dem Kloster ausgetretene Ex-Nonne, die sich selbst als Nymphomanin bezeichnet, aber noch nie Sex hatte – und nun ihr Geld mit dem Schreiben für Sexheftchen verdient. Thomas ist ein Gangster, der von seiner Freundin aus dem Fenster geworfen wurde und daraufhin das Gedächtnis (und damit die Erinnerung an seine dunkle Vergangenheit) verliert. Sofia floh als Kind von Zuhause, geriet auf die schiefe Bahn, wurde Pornostar und will nun eine neue Existenz aufbauen. Sie alle treffen in New York aufeinander – und werden plötzlich von Killern gejagt, die hinter Disketten mit brisantem Inhalt her sind.

Das sagt shitesite:

Der Film war offenbar eine Herzensangelegenheit von Regisseur Hal Hartley, der auch das Drehbuch geschrieben und den Film mit produziert hat. Im negativen Sinne merkt man das Amateur auch an: Der Film ist völlig überambitioniert, wird erdrückt von sexuellen und religiösen Anspielungen, politischen und wirtschaftlichen Verschwörungstheorien und Figuren, die immer mehr Rätsel bleiben als wirklich Charaktere werden. Für die Innenansicht der Macher und die Exegese der Kritiker war Amateur womöglich äußerst reizvoll. Immerhin gibt es hier lauter gefallene Engel, die den Traum von einem bürgerlichen Dasein träumen – und auf der anderen Seite einen schonungslosen Blick darauf, wie verkommen dieses Dasein ist, weil sich Frauen darin oft nur über ihre Sexualität und Männer sich immer nur über ihre Karriere definieren. Diese Konstellation hätte, zumal in Verbindung mit dem gelungenen Grunge-Soundtrack und den durchweg guten Schauspielern, trotzdem spannend werden können, hätte Hartley dafür nicht ausgerechnet die Form eines Thrillers gewählt. Der ist zwar leidlich spannend, lässt den Zuschauer aber letztlich im Regen stehen.

Der Trailer zum Film:

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