Draufgeschaut: Anna Karenina


Film Anna Karenina

Szene aus dem Film Anna Karenina Kritik Rezension

Anna Karenina (Keira Knightley) wird von ihrem Pflichtgefühl erdrückt.

Produktionsland Großbritannien, Frankreich
Jahr 2012
Spielzeit 130 Minuten
Regie Joe Wright
Hauptdarsteller Keira Knightley, Aaron Taylor-Johnson, Jude Law, Kelly Macdonald, Matthew Macfadyen, Olivia Williams
Bewertung

Worum geht’s?

Als Schwester des Fürsten Oblonski und Gattin des angesehenen Beamten Alexej Karenin ist Anna Karenina im St. Petersburg des Jahres 1874 eine gemachte Frau. Sie lebt im Luxus, liebt ihren kleinen Sohn und ist ihrem Gatten eine gute Ehefrau. Als ihr Bruder wieder einmal eine Affäre hat, wird sie nach Moskau geschickt, um die Wogen zu glätten und vor allem ihre Schwägerin zu trösten, die drauf und dran ist, ob der Seitensprünge des Fürsten zu verzweifeln. Die Mission ist erfolgreich und das Paar versöhnt sich wieder. Allerdings bahnt sich eine neue Romanze an: Anna Karenina lernt auf einem Ball den schneidigen Grafen Wronski kennen, der sich auf den ersten Blick in sie verliebt, ihr hartnäckig den Hof macht und ihr sogar zurück nach St. Petersburg folgt. Als Anna Karenina seinen Avancen nachgibt, stürzt sie damit nicht nur ihren Ehemann ins Unglück.

Das sagt shitesite:

Die Geschichte von Anna Karenina wird in der Verfilmung von Joe Wright auf ihren Kern komprimiert: Den Idealen von Noblesse und Etikette stehen so profane Kräfte wie Mut und Leidenschaft gegenüber. Eine Frau kämpft um Emanzipation und gegen die Konvention, sie stellt ihre Selbstbestimmung über die Pflichterfüllung. Als kleine Gerüchte das erste Ergebnis dieses Kampfes sind, ahnt sie nicht, dass ihre eigene Tragödie das letzte Ergebnis dieses Kampfes sein wird.

Was der Film allerdings jenseits des Plots aus dem Roman von Leo Tolstoi macht, ist durchaus erstaunlich: Anna Karenina ist nicht nur opulent und stilvoll, sondern auch inspiriert und modern. Die Leinwand wird immer wieder zur Theaterbühne, auf der die Kulissen und herrlichen Kostüme manchmal sogar vor den Augen der Zuschauer gewechselt werden. Es gibt lange Kamerafahrten ohne Schnitte, fließende Übergänge zwischen den einzelnen Szenen und einige Verweise aufs Ballett. Das fordert den Zuschauer, erweist sich aber insgesamt als großer Augenschmaus und als sehr gekonntes Ausschöpfen der Möglichkeiten, die das Medium Film bietet.

Zum Gelingen tragen auch die guten Schauspieler bei, wobei Aaron Taylor-Johnson als Graf Wronski etwas abfällt. Wunderbar ist hingegen Keira Knightley in der Titelrolle. Sie krönt ein Ensemble voller Darsteller, die so üppig, verspielt und überreizt agieren wie es die Figuren in den Werken der großen russischen Romanciers nun einmal sind. Ein Manko hat der Film allerdings: Er ist etwas zu selbstverliebt, melodramatisch und ohne klaren Fokus – aber das war Anna Karenina schließlich auch.

Bestes Zitat:

„Besser im Nachhinein bereuen als von vornherein verzichten.“

Der Trailer zum Film.

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