Draufgeschaut: Auf der Flucht


Richard Kimble (Harrison Ford) will seine Unschuld beweisen.

Richard Kimble (Harrison Ford) will seine Unschuld beweisen.

Film Auf der Flucht
Originaltitel The Fugitive
Produktionsland USA
Jahr 1993
Spielzeit 130 Minuten
Regie Andrew Davis
Hauptdarsteller Harrison Ford, Tommy Lee Jones, Sela Ward, Jeroen Krabbé, Julianne Moore
Bewertung ***1/2

Worum geht’s?

Richard Kimble ist ein engagierter und respektierter Arzt. Doch als seine Frau getötet wird, fällt der Verdacht auf ihn. Kimble behauptet, ein Einbrecher habe seine Frau umgebracht, und er habe noch mit dem Mann gekämpft. Doch alle Beweise lassen ihn als Täter dastehen. Obwohl er seine Unschuld beteuert, wird Kimble zum Tode verurteilt. Als er dann durch eine Revolte in seinem Gefangenentransport zum Flüchtling wider Willen wird, will er die Chance unbedingt nutzen und den wahren Mörder seiner Frau finden. Doch die Polizei ist ihm schon auf den Fersen.

Das sagt shitesite:

Auf der Flucht hat durchaus seine Schwächen. Wenn die Meuterei im Gefangenentransport dazu führt, dass gleich ein ganzer Zug spektakulär entgleist, wenn die US-Marshalls ihre Verfolgungsjagd nach dem Flüchtling sofort mit einem Hubschrauber beginnen oder wenn Kimble sich als letzten Ausweg in einen mörderischen Abgrund stürzt, dann ist das übertriebene Action, die der Film gar nicht nötig gehabt hätte.

Auch bei der Plausibilität muss man bei Auf der Flucht mitunter ein Auge zudrücken. Wenn Kimble im Sträflings-Anzug unterwegs ist und sich rein zufällig genau vor seinen Augen ein Trucker seines Overalls entledigt, er unverhofft in einer Toilette eine Tube Haarfärbemittel findet oder in einem brenzlichen Moment glücklicherweise gerade eine Parade durch die Straßen von Chicago stattfindet, in der er untertauchen kann, dann ist das ziemlich plump. Auch der Sprung vom Raubmord zur Pharma-Verschwörung, der sich im Verlauf der gut zwei Stunden ereignet, ist ein bisschen arg weit.

Trotzdem ist Auf der Flucht ein packender Thriller. Das liegt zum einen an der spannenden Ausgangssituation. Die Raubmord-Geschichte und der anschließende Prozess gegen den Arzt, der nach dem Tod seiner Frau völlig verstört und gerade deshalb auch verdächtig wirkt, hätten schon alleine einen guten Film tragen können. Zum anderen aber ist es das höchst ungewöhnliche Duell der beiden Hauptfiguren, das Auf der Flucht so fesselnd macht.

Richard Kimble ist ein Held, der zwar das Gesetz selbst in die Hand nimmt, aber von Anfang an ausschließlich in der Defensive ist und es (bis auf die wenigen Szenen mit Rückblenden) auch den ganzen Film über bleibt. Sein Gegenspieler, der rustikale US-Marshall Samuel Gerard, geriert sich zwar gerne als Leitwolf. Doch im Verlauf des Films wird deutlich, wie sehr auch er gefangen ist in den Hahnenkämpfen seines Teams und dem Kompetenzgerangel der Ermittlungsbehörden. Am wirklich langen Hebel sitzen hier nur die kriminellen Strippenzieher im Hintergrund. Das ist eine durchaus mutige Perspektive, die für viel Spannung sorgt. Und nicht zuletzt ist das zunächst etwas banal klingende Auf der Flucht damit auch der perfekte Titel für diesen gelungenen Thriller.

Bestes Zitat:

“Dieser Kerl ist Fischfutter. – Dann holen Sie mir den Fisch hoch, der ihn gefressen hat!”

Der Trailer zum Film:

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