Draufgeschaut: Better Things


Drogen und Ödnis bestimmen das Leben von David (Che Corr, rechts), Larry (Kurt Taylor) und ihren Freunden.

Drogen und Ödnis bestimmen das Leben von David (Che Corr, rechts), Larry (Kurt Taylor) und ihren Freunden.

Film Better Things
Produktionsland Großbritannien
Jahr 2008
Spielzeit 93 Minuten
Regie Duane Hopkins
Hauptdarsteller Liam Mcllfatrick, Che Corr, Tara Ballard, Megan Palmer, Kurt Taylor, Rachel McIntyre
Bewertung

Worum geht’s?

Die 16-jährige Tess Baker stirbt an einer Überdosis. Für ihre Umwelt ist es das Signal, dass die scheinbar behütete Jugend in der englischen Provinz von Drogen und Verzweiflung geprägt ist. Für ihre Clique führt es vor Augen, wie nah sie bei ihren Versuchen, dem öden Alltag zu entfliehen, dem Tod bereits gekommen sind. Vor allem Tess‘ Freund Rob ist geschockt. Er macht sich Vorwürfe, weil er Tess an Heroin herangeführt hat. Fatalerweise bieten die Drogen auch einen denkbaren Ausweg an, um mit seinen Schuldgefühlen klarzukommen.

Das sagt shitesite:

Schweigen ist das wichtigste Stilmittel in Better Things. Fassungloses Schweigen, hilfloses Schweigen und das Schweigen angesichts der Tatsache, dass es ohnehin nichts Nennenswertes zu sagen gibt. Zum Beginn hat das den Effekt, dass der Zuschauer genauso verzweifelt nach Orientierung sucht wie die Figuren in diesem Film. Die Orte, die Personen, die Zeitebenen sind nicht bekannt, nur eins ist klar: Es ist eine Tragödie geschehen.

Die Stimmung bleibt danach trostlos bis depressiv. Immer wieder sieht man Jugendliche, die unbeteiligt eine öde Landschaft anstarren. Immer wieder gibt es abrupte Wechsel von Tag zu Nacht, von Sommer zu Winter, vom Lärm der Umwelt zu totaler Ruhe, so als wolle Regisseur und Drehbuchautor Duane Hopkins illustrieren, wie ein Zug an der Crackpfeife oder eine Ecstacy-Pille auf Knopfdruck und in Minutenschnelle die ganze Welt verändern können. Immer wieder zeigt er auch alte Menschen, die verbittert und pflegebedürftig sind. Unwillkürlich zeichnen sich auch da Parallelen ab: Die Kids, noch nicht einmal wirklich erwachsen, sehen in ihrem Leben genauso so wenig Perspektive wie diese Hochbetagten, Todgeweihten. Sie sind genauso passiv und die Welt um sie herum kommt ihnen genauso fremd und unmenschlich vor.

Das wird mit poetischen Bildern und Laiendarstellern inszeniert und ist nicht immer ein Vergnügen, aber gerade wegen des quälend langsamen Erzähltempos durchaus beeindruckend. Alle Figuren in Better Things erleben ihre Momente des Glücks und der Schönheit. Aber sie müssen erkennen: Die Welt ist nicht dafür gemacht, diese Momente zu bewahren.

Bestes Zitat:

„Dies war das wirkliche Leben. Und das wirkliche Leben war schwierig. Bestenfalls. Hatte sie das denn nicht gelernt, als sie ein kleines Mädchen war? Warum glaubte sie, dass sich zu verlieben es leichter machen würde?“

Der Trailer zum Film:

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