Blood Diamond


Film Blood Diamond

Blood Diamond Kritik Rezension Film

Solomon (Djimon Hounsou) soll Danny (Leonardo DiCaprio, links) zu einem riesigen Diamanten führen.

Produktionsland USA, Deutschland
Jahr 2006
Spielzeit 143 Minuten
Regie Edward Zwick
Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio, Djimon Hounsou, Jennifer Connelly, Arnold Vosloo
Bewertung

Worum geht’s?

Im Bürgerkrieg in Sierra Leone macht Danny Archer gute Geschäfte: Er schmuggelt Diamanten, die im Land abgebaut werden, über die Grenze und verkauft sie dann an europäische Händler. Das Geschäft ist ebenso einträglich wie gefährlich, denn mit den offiziellen Machthabern im Land ist ebenso wenig zu spaßen wie mit den Milizen, die wichtige Diamantenminen kontrollieren und mit den Einnahmen neue Waffen beschaffen und ihre Truppen bezahlen. Als Danny zwischen die Fronten gerät und auch seine Korruptionsversuche nicht mehr helfen, bietet sich ihm unverhofft die Chance auf einen großen Deal, der alles wieder ins Reine bringen könnte: Im Gefängnis trifft er Solomon Vandy, der von Rebellen aus seinem Dorf verschleppt und zur Arbeit in einer Diamantenmine gezwungen wurde. Dort hat er einen besonders großen und besonders wertvollen Stein gefunden und versteckt. Danny will den Diamanten unbedingt haben – aber auch Solomon braucht ihn als Pfand, um seine ebenfalls verschleppte Familie wieder finden und befreien zu können. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zum Versteck, quer durch eine Welt voller Grausamkeiten.

Das sagt shitesite:

Kindersoldaten, Korruption, Vergewaltigung, Geldwäsche, private Söldnertrupps, europäische Strippenzieher, Verstümmelung – all das thematisiert Blood Diamond, und natürlich muss man da Schlimmes befürchten. Doch trotz einer angedeuteten Romanze und eines verzweifelten Vaters auf der Suche nach seiner Frau und seinen Kindern verkneift sich der Film allzu viel Melodrama. Im Gegenteil: Statt Sentimentalität regiert hier die Brutalität.

Es gibt unglaublich viele Tote in Blood Diamond, ein Menschenleben ist gar nichts wert und das Motto von Danny Archer auf dem Weg zum wertvollen Diamanten lautet: „Töte, oder du wirst getötet.“ Das funktioniert natürlich nicht ohne Schwarz-Weiß-Denken, und beispielsweise beim Gebaren der mordlüsternen, HipHop-berauschten Milizien oder den Einwänden der aufrechten Enthüllungsjournalistin hätte man sich in diesem Film etwas weniger Klischees und etwas mehr Relativierung gewünscht.

Dafür bietet Blood Diamond etliche Überraschungen im Plot und schafft es tatsächlich, mit viel Spektakel auf ein gravierendes Problem hinzuweisen, ohne dessen Komplexität allzu sehr zu vereinfachen. Dass sowohl der skrupellose Danny als auch der aufrechte Solomon keine andere Chance haben, als einen der Blutdiamanten zu verkaufen, um irgendwie der Spirale der Gewalt entfliehen zu können, und somit zur Schicksalsgemeinschaft werden, ist eine clevere Idee, um die vielfachen Dilemmata, Konflikte, Interessen und Profiteure aufzuzeigen, die damit verbunden sind. Unterm Strich steht ein sehr spannender und gerade wegen seiner Schonungslosigkeit mutiger Hollywood-Film, der bei aller Ernsthaftigkeit und dem unverkennbar erhobenen Zeigefinger auch noch unterhaltsam ist.

Bestes Zitat:

„In der gesamten Geschichte Afrikas mussten, wann immer etwas von Wert gefunden wurde, Einheimische sterben, in großer Zahl und großem Elend. Das traf zu, als es um Elfenbein, Kautschuk, Gold oder Öl ging. Und es trifft jetzt bei den Diamanten zu.“

Der Trailer zum Film.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.