Draufgeschaut: Buried


Paul Conroy (Ryan Reynolds) ist lebendig begraben.

Paul Conroy (Ryan Reynolds) ist lebendig begraben.

Film Buried
Produktionsland Spanien
Jahr 2010
Spielzeit 91 Minuten
Regie Rodrigo Cortés
Hauptdarsteller Ryan Reynolds
Bewertung

Worum geht’s?

Als Lastwagenfahrer ist Paul Conroy seit neun Monaten für eine US-Firma im Irak im Einsatz. Als sein Convoy überfallen und mehrere seiner Kollegen getötet werden, bekommt auch er etwas ab und verliert das Bewusstsein. Als er wieder zu sich kommt, ist er lebendig begraben: Gefesselt, geknebelt und nur mit einem Handy und einem Feuerzeug ausgerüstet erwacht er in einem Sarg. Während er versucht, telefonisch Hilfe zu organisieren, melden sich die Entführer bei ihm und fordern fünf Millionen Dollar innerhalb weniger Stunden. Wenn die US-Regierung des Lösegeld bezahlt, soll er freigelassen werden. Wenn nicht, wird er den Sarg nie mehr verlassen.

Das sagt shitesite:

Ein Mann ist eingesperrt und will hinaus – es ist erstaunlich, wie überzeugend es Buried schafft, aus einer so einfachen Idee einen so spannenden und durchaus vielschichtigen Film zu machen. Dazu trägt auch bei, dass Regisseur Rodrigo Cortés diese Ausgangslage nicht nur inhaltlich streng durchzieht, sondern auch in der Form kompromisslos bleibt: Der Mann in der Kiste – sonst gibt es 91 Minuten nichts zu sehen. Die Beweglichkeit der Kamera, die sich frei innerhalb des Sargs bewegt und einige Male weit über ihm schwebt, wirkt fast wie Hohn angesichts der klaustrophobischen Lage Conroys.

Der Film beginnt mit einem panischen Röcheln, und schon nach einer Minute herrscht beim Zuschauer die totale Beklemmung. Buried bleibt aber durchgehend spannend, weil verschiedene Ebenen angesprochen werden, von Ur-Ängsten bis hin zu hochpolitischen Verwicklungen. Wut, Angst, Hoffnung, Resignation – so eng wie der Raum ist, den Paul Conroy zur Verfügung hat, so groß ist das emotionale Spektrum, das er in diesem Thriller durchwandert.

Der Konflikt zwischen Verzweiflung und Vernunft ist es vor allem, der den Film trägt: Der lebendig Begrabene hat allen Grund durchzudrehen, aber er weiß, dass nur überlegtes Handeln ihn noch retten kann. Die meisten seiner Telefonate zeigen ihm allerdings, dass die Welt draußen genauso beschissen ist wie seine Situation im Sarg. Alles entrinnt ihm (die Luft im Sarg, die Ladung im Handy-Akku, das Benzin im Feuerzeug), und während seines verzweifelten Versuchs, Hilfe zu organsieren, findet er sich in den grausamsten Warteschleifen der Welt wieder, soll höflich sein oder bürokratischen Kleinkram über sich ergehen lassen. Es sind solche Momente des Sarkasmus, die mit ihrer bitterbösen Komik zumindest dem Zuschauer in Buried ein wenig Zeit zum Durchatmen lassen. Zudem dienen sie – ebenso wie die scheinbar überflüssigen Anrufe des gefangenen Truckfahrers bei seiner dementen Mutter oder seine Versuche, sich mit roher Gewalt aus dem Sarg zu befreien – dazu, die zentrale Botschaft des Films zu transportieren: Wir sind irrational, und nur deshalb gibt es Terror.

Bestes Zitat:

“Weil du Angst hast, bin ich ein Terrorist?”

Der Trailer zum Film:

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