Draufgeschaut: Café Blue Eyes


Frankie (Ione Skye) hat in David (Mackenzie Astin) ihre große Liebe gefunden.

Frankie (Ione Skye) hat in David (Mackenzie Astin) ihre große Liebe gefunden.

Film Café Blue Eyes – Schlafloses Verlangen
Originaltitel Dream For An Insomniac
Produktionsland USA
Jahr 1996
Spielzeit 90 Minuten
Regie Tiffanie DeBartolo
Hauptdarsteller Ione Skye, Jennifer Aniston, Mackenzie Astin, Michael Landes, Seymour Cassel
Bewertung *1/2

Worum geht’s?

In ein paar Tagen will Frankie mit ihrer Freundin Allison nach Los Angeles ziehen, um dort als Schauspielerin durchzustarten. Vorerst hilft sie noch im Café ihres Onkels in San Francisco als Kellnerin aus. Ansonsten versucht sie, ihre Schlaflosigkeit zu überwinden, die sie seit dem Tod ihrer Eltern plagt, und den Mann fürs Leben zu finden. Als sie David kennen lernt, der sich im Café als ihr Nachfolger bewirbt, steht ihre Welt plötzlich Kopf: Frankie ist verliebt.

Das sagt shitesite:

Die Kurzform des Plots zeigt bereits, woran Café Blue Eyes in erster Linie krankt: Der Kern der Story ist hanebüchen, die anderen Handlungsstränge sind noch klischeehafter, und der ganze Film ist sagenhaft überkandidelt und anstrengend. Dass der Streifen schwarz-weiß beginnt und dann plötzlich farbig wird, als Frankie zum ersten Mal David erblickt, ist nur der offensichtlichste Beleg dafür, wie plump hier agiert wird.

Natürlich ist David ein verkanntes Schriftstellergenie, dem Frankie ebenso aus seiner Schreibblockade heraushelfen will wie er ihr aus der Schlaflosigkeit.  Die beiden werfen sich völlig wahllos und unglaubwürdig Zitate aus Popsongs und Weltliteratur an den Kopf, die beeindruckend sein sollen, aber letztlich der Möglichkeit im Weg stehen, dass sich zwischen den beiden Figuren eine Beziehung mit echtem Tiefgang entwickelt. Stattdessen zeigt das Paar keinerlei Chemie und gaukelt Konflikte vor, die völlig an den Haaren herbeigezogen sind, frei nach dem Motto: “Alles, was nicht außergewöhnlich ist, ist reine Zeitverschwendung.” Natürlich gibt es dazu noch einen schwulen Cousin, der sich nicht traut, seinem Vater die Wahrheit zu sagen. Und ein paar Pseudo-Generation-X-Dialoge, in denen die korrekte Rollenverteilung zwischen Bono und Eddie Vedder diskutiert wird.

Das Beste an Café Blue Eyes ist tatsächlich der Soundtrack, unter anderem mit Cake, Aimee Mann und den Eels. Der Rest ist das, was sich wenig talentierte Hollywood-Macher unter kultiviert, intellektuell und poetisch vorstellen. Café Blue Eyes erreicht über weite Strecken nicht mal ordentliches Sitcom-Niveau – geschweige denn die Kombination aus Leichtigkeit und Tiefgang à la Reality Bites oder Before Sunrise, der hier offensichtlich nachgeeifert wird.

Bestes Zitat:

„Wenn man nur träumt, während man schläft, findet man im Wachen nichts vor als Leere.“

Eine Szene aus dem Film:

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