Draufgeschaut: C’est la vie – So sind wir, so ist das Leben


Film C’est la vie – So sind wir, so ist das Leben

Filmszene C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben

Die Brüder Albert (Pio Marmaï, links) und Raphael (Marc-André Grondin) wollen raus aus dem Elternhaus.

Originaltitel Le premier jour du reste de ta vie
Produktionsland Frankreich
Jahr 2008
Spielzeit 114 Minuten
Regie Rémi Bezançon
Hauptdarsteller Jacques Gamblin, Zabou Breitman, Déborah François, Marc-André Grondin, Pio Marmaï, Roger Dumas
Bewertung

Worum geht’s?

So schnell hat das Haus der Familie Duval zwei Bewohner weniger: Zuerst entschließt sich der fünfköpfige Familienrat schweren Herzens, den steinalten Hund der Familie einzuschläfern. Dann zieht Albert aus, der älteste Sohn, der als Medizinstudent eine eigene Bude gefunden hat. Der Film erzählt von diesem Tag im Jahr 1988 und lässt dann jeweils einen weiteren Tag in den Jahren 1993, 1996, 1998 und 2000 folgen, der jeweils ein anderes Familienmitglied in den Mittelpunkt stellt und entscheidende Ereignisse für die Duvals bereithält.

Das sagt shitesite:

C’est la vie – So sind wir, so ist das Leben (schleierhaft, warum man für den deutschen Verleih nicht einfach den Originaltitel in Der erste Tag vom Rest deines Lebens übersetzt hat) beginnt mit Homevideo-Schnipseln und Bildern aus einem Fotoalbum. Dass dies eine Familiengeschichte mit vergleichsweise intimen Einblicken wird, zeichnet sich also sehr schnell ab. Die Stärke des Kinoerfolgs aus Frankreich: Es ist eine sehr ungewöhnlich erzählte Familiengeschichte. Und eine, die so natürlich und glaubwürdig daherkommt, dass man die Duvals tatsächlich für eine Familie halten kann – vielleicht sogar für einen Teil der eigenen Verwandtschaft.

Zu dieser Lebensnähe tragen vor allem die guten Dialoge, die sehr gute Musik und die stilsichere Requisite für die verschiedenen Zeitalter bei. Dass C’est la vie – So sind wir, so ist das Leben einen so bleibenden Eindruck hinterlässt, liegt aber noch viel mehr an der originellen Erzählstruktur.  Die fünf Tage, die jeweils von einem unverfänglichen Morgen bis hin zu einem oft dramatischen Abend erzählt werden, stehen stellvertretend für den Zeitraum, in dem eine ganze Generation vergeht und eine neue hinzukommt. Der Fokus richtet sich dabei stets auf eine Figur, ohne dass die sichtbaren und unsichtbaren Verbindungen, die zu den anderen Familienmitgliedern bestehen, jemals in Vergessenheit geraten könnten.

Der Film von Regisseur und Drehbuchautor Rémi Bezançon zeigt damit, wie fragil und zugleich unverwüstlich so eine Familie ist – nicht unbedingt als genetischer Verbund, aber als soziales Gefäß.

Bestes Zitat:

„Die Familie ist eine Maschine, die alle Gefühle tötet.“

Der Trailer zum Film.

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