Draufgeschaut: Coach Carter


Film Coach Carter

Coach Carter Kritik Rezension

Ken Carter (Samuel L. Jackson) will eine erfolgreiche Basketballmannschaft formen.

Produktionsland USA
Jahr 2005
Spielzeit 136 Minuten
Regie Thomas Carter
Hauptdarsteller Samuel L. Jackson, Rob Brown, Robert Ri’chard, Rick Gonzalez, Nana Gbewonyo, Antwon Tanner, Channing Tatum, Ashanti Douglas
Bewertung

Worum geht’s?

Früher war Ken Carter selbst ein erfolgreicher Basketballspieler an der High School in Richmond. Jetzt soll er das Team als Trainer übernehmen. Als er zusagt, findet er etwas Talent vor, aber vor allem einen zerstrittenen, undisziplinierten Haufen. Trotzdem verspricht er seinen Jungs, sie zum Erfolg zu führen. Das Mittel dazu ist ein Vertrag, den die Spieler unterschreiben müssen. Er sieht nicht nur gnadenlose Disziplin vor, sondern fordert auch gute schulische Leistungen außerhalb der Turnhalle ein. Die Methode funktioniert überzeugend, bis die Mannschaft anfängt, überheblich zu werden – und der Trainer herausfindet, dass etliche Spieler im regulären Unterricht bei weitem nicht so große Fortschritte gemacht haben wie auf dem Basketballfeld.

Das sagt shitesite:

Handwerklich kann man Coach Carter allenfalls vorwerfen, wie konventionell dieser Sportfilm ist: Die Spielszenen sehen tatsächlich wie Basketball aus, die Schauspieler sind auf dem Feld ebenso brauchbar wie außerhalb, die Musik unterstreicht die Spannung, dazu gibt es als Nebenschauplätze eine Liebesgeschichte und einen halben Vater-Sohn-Konflikt.

Natürlich wird auch hier die Geschichte vom Sport als Mittel zur Charakterbildung erzählt: Respekt vor dem Trainer, dem Mit- und dem Gegenspieler, Ehrgeiz und Wille, Teamgeist und Demut sind die Werte, die hier vermittelt werden sollen. Das Gewinnen von Basketballspielen ist dabei nur Mittel zum Zweck, und der pädagogische Effekt steht so sehr im Mittelpunkt, dass Coach Carter manchmal wirkt wie ein in die Turnhalle verlegter Club der toten Dichter.

Das Problem des Films ist, dass er es sich arg einfach macht. Die sozialen Probleme für junge schwarze Männer aus einem heruntergekommenen Viertel werden hier durchaus nicht ausgeblendet. Drogenhandel und Gang-Kriminalität, Teenager-Schwangerschaften, kaputte Elternhäuser: All das ist sichtbar, ebenso der nicht einmal bei den eigenen Eltern und Lehrern vorhandene Glaube, aus diesen jungen Menschen wertvolle Mitglieder der Gesellschaft machen zu können. Die Aussage, man brauche nur ein bisschen Disziplin, um diesem Umfeld entfliehen zu können, und diese Disziplin sei am besten mit quasi-militärischer Härte zu vermitteln, ist aber nicht nur gefährlich gestrig.

Sie unterstellt den Opfern von Alltagsrassismus und sozialer Benachteiligung nämlich auch eine Mitschuld an ihrer Misere. Auch wenn Coach Carter auf einer wahren Geschichte beruht, ist das in Zeiten von willkürlicher Polizeigewalt und Rassenunruhen in den USA eine ebenso fahrlässige wie fragwürdige Botschaft.

Bestes Zitat:

„Wenn ihr hier drinnen Gewinner seid, werdet ihr auch dort draußen Gewinner sein.“

Der Trailer zum Film.

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