Draufgeschaut: Der Exorzist


Pater Merrin (Max von Sydow) will das Böse aus Regan (Linda Blair) austreiben.

Pater Merrin (Max von Sydow) will das Böse aus Regan (Linda Blair) austreiben.

Film Der Exorzist (Director’s Cut)
Produktionsland USA
Jahr 1973
Spielzeit 122 Minuten
Regie William Friedkin
Hauptdarsteller Linda Blair, Jason Miller, Max von Sydow, Ellen Burstyn, Lee J. Cobb
Bewertung ***1/2

Worum geht’s?

Für Dreharbeiten ist die erfolgreiche Schauspielerin Chris MacNeil nach Washington gekommen. Dort beginnt ihre Tochter Regan, sich seltsam zu verhalten: Sie flucht, spricht mit Geistern und behauptet schließlich, ihr Bett würde sich von selbst bewegen. Die Mutter sucht die Hilfe von Ärzten, doch alle medizinischen Erklärungsversuche laufen ins Leere. Als Regan immer mehr leidet und sogar in einen Kriminalfall verwickelt zu sein scheint, sucht sie schließlich die Hilfe eines Priesters auf. Pater Damien Karras ahnt, wie er Regan helfen kann. Doch er zweifelt an seinem eigenen Glauben.

Das sagt shitesite:

Die Wirkungsmacht von Der Exorzist liegt in seiner Konsequenz: Erzählt wird die Geschichte eines Mädchens, das erst unschuldig ist, dann mysteriös und schließlich gemeingefährlich wird. Das ist eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Metapher für die Botschaft des Films: Das Böse lauert überall – und Vernunft, Moral und Wissenschaft müssen daran zerbrechen, selbst die Religion ist nur dann stark genug, wenn sie mit vollster Überzeugung gelebt wird.

Vergleichsweise schlau schafft es Der Exorzist, schon längst Hinweise auf diese Quintessenz zu bringen, bevor der große Horror beginnt. Der Okkultismus längst vergangener Epochen wird thematisiert, wenn Pater Merrin sich als Archäologe im Irak betätigt. Kinder in Halloween-Verkleidungen laufen fröhlich durch die Straßen und Regan findet ein Ouija-Brett im Schrank, lange bevor ihre Mutter ahnt, dass der Teufel in ihr steckt.

So bekommen die Schocker-Momente in Der Exorzist ein angenehmes, wichtiges Gegengewicht und einen zumindest ordentlichen Unterbau. Trotzdem sind es zu Recht die Ekel- und Gruselszenen wie die 360-Grad-Drehung von Regans Kopf, die Treppe, die sie rückwärts auf allen Vieren herunterläuft, oder ihre Schleim-Attacke, die diesen Film legendär gemacht haben. Nicht nur wegen der sehenswerten Tricktechnik (und der Tatsache, dass in Der Exorzist der Horror mindestens genauso stark im Ton wie in den Bildern steckt), sondern auch wegen der Figur, in der sich all dies abspielt. Ausgerechnet ein Kind zum Opfer zu machen (und zudem ein Mädchen an der Schwelle zur Pubertät, das dann plötzlich mit in erster Linie sexuellen Kraftausdrücken um sich wirft), das zeigt am besten die Allmacht, Willkür und Schamlosigkeit des Bösen, die hier im Zentrum steht.

Bestes Zitat:

“Er will, dass wir uns anders sehen. Animalisch. Hässlich. Damit wir erst gar nicht auf die Idee kommen, dass Gott uns lieben könnte.”

Der Trailer zum Film:

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