Draufgeschaut: Der Gott des Gemetzels


Film Der Gott des Gemetzels

Zwei Elternpaare kriegen sich wegen ihrer Söhne in die Haare.

Zwei Elternpaare kriegen sich wegen ihrer Söhne in die Haare.

Originaltitel Carnage
Produktionsland Frankreich, Deutschland, Polen
Jahr 2011
Spielzeit 80 Minuten
Regie Roman Polanski
Hauptdarsteller Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz, John C. Reilly
Bewertung

Worum geht’s?

Ihre elfjährigen Söhne haben sich geprügelt, deshalb treffen sich die Eltern von Zachary mit denen von Ethan, um die Angelegenheit aus der Welt zu schaffen. Das nachmittägliche Versöhnungsgespräch in einer New Yorker Wohnung erweist sich allerdings als kontraproduktiv. Weil keiner nachgeben kann und alle stur versuchen, ihre Meinung durchzudrücken, eskaliert das Treffen.

Das sagt shitesite:

Es sind nur vier Figuren, die Roman Polanski in seiner Theaterstück-Adaption Der Gott des Gemetzels aufeinander treffen lässt, und doch gelingt es dabei, Grundfragen unseres Miteinanders und unseres Wesens als Menschen zu stellen.

Zu Beginn ist das Gespräch getragen vom gegenseitigen Vertrauen auf Political Correctness, die vier Beteiligten tun so, als hätten sie Gemeinsamkeiten. Alle wollen entspannt sein, cool, jovial, eloquent, verständnisvoll. Doch bald gibt es erste Risse, und am Ende ist dieser Nachmittag ein einziger Krampf. Die beiden Paare streiten zunächst mit-, dann schnell auch gegeneinander.

Geschickt wird die Spannung in Der Gott des Gemetzels dadurch gesteigert, dass sich ständig neue Koalitionen bilden und Nancy und Allan zudem mehrmals drauf und dran sind, die sinnlose Diskussion zu beenden, indem sie die Wohnung ihrer Gastgeber verlassen. Als Gegenpol dazu, als Mittel zur Besänftigung der Gemüter, dient immer wieder der Versuch, das Gespräch über Schuld und Unschuld der beiden Söhne auf eine Meta-Ebene zu bringen. Bald funktioniert aber keine dieser Methoden mehr.

Alle vier scheitern letztlich an ihrem Egoismus. Sie schimpfen und fluchen, sie weinen und saufen, ebenso wie ihre Kinder prügeln sie sich beinahe. Das hat zum einen den erstaunlichen Effekt, dass man den Debatten voller scharfzüngiger Dialoge hingerissen folgen kann, ohne für irgendeine der beteiligten Personen die geringste Sympathie zu empfinden. Es zeigt zum anderen, was Der Gott des Gemetzels wohl ausdrücken will, am deutlichsten verkörpert in der Figur von Penelope, die eine Weltverbesserin sein will, aber ein Kleingeist bleibt: Wofür sie sich schämt, ist das eigene Menschlichsein.

Bestes Zitat:

„Wir hoffen, dass Kultur eine zivilisierende Kraft hat.“

Der Trailer zum Film.

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