Draufgeschaut: Die Jury


Anwalt Jake Brigance (Matthew McConaughey, rechts) will Carl Lee Hailey (Samuel L. Jackson) vor der Todesstrafe bewahren.

Anwalt Jake Brigance (Matthew McConaughey, rechts) will Carl Lee Hailey (Samuel L. Jackson) vor der Todesstrafe bewahren.

Film Die Jury
Originaltitel A Time To Kill
Produktionsland USA
Jahr 1996
Spielzeit 143 Minuten
Regie Joel Schumacher
Hauptdarsteller Matthew McConaughey, Sandra Bullock, Samuel L. Jackson, Kevin Spacey, Donald Sutherland, Kiefer Sutherland
Bewertung ***1/2

Worum geht’s?

In einer Kleinstadt in Mississippi wird die 10-jährige Tonya vergewaltigt. Was das grausame Verbrechen noch schlimmer macht: Die beiden Täter sind weiß, das Opfer ist schwarz. Als Tonyas Vater, der nicht auf die Gerechtigkeit der Justiz vertrauen will, die beiden Täter erschießt und selbst wegen Mordes angeklagt wird, steht dem Ort ein hoch brisanter Strafprozess bevor. Der erbarmungslose Staatsanwalt möchte an Tonyas Vater gerne ein Exempel statuieren. Verteidiger Jake Brigance zieht mit seinem Einsatz für den Angeklagten hingegen den Unmut der Rechten auf sich, die ihn einschüchtern wollen – und so fordert der Fall schon bald weitere Opfer.

Das sagt shitesite:

Es ist erstaunlich: Der Film, der auf einem Roman von John Grisham basiert, will ganz klar die Botschaft von der Bedeutung einer unparteiischen Justiz vermitteln. Selbst ist Die Jury aber in keinem Moment unparteiisch. Schon in der Anfangssequenz sind die Weißen bloß fiese, rassistische Rednecks, während die Schwarzen als rechtschaffene, brave Bürger gezeigt werden. Auch später sind die Sympathien klar verteilt. Zwar wird deutlich, dass Stolz und Zusammenhalt auf beiden Seiten schnell politisch instrumentalisiert werden, sodass sich eine mörderische Dynamik daraus entwickelt. Aber während sich das bei den Schwarzen lediglich in korrupten Vertretern der Bürgerrechtsbewegung äußert, steht auf der anderen Seite der blutrünstige Ku-Klux-Klan.

Neben diesen arg undifferenzierten Schablonen hat Die Jury noch weitere Schwächen. Das Beinahe-Anbändeln des verheirateten und hochanständigen Verteidigers mit einer jungen Studentin wird überstrapaziert, der Erzählstrang mit einem abgehalfterten Anwalt als seinem Mentor ist komplett überflüssig,

Auch wie das Urteil in Die Jury ausfallen wird, steht bei dieser Ausgangslage keinen Moment lang infrage. Trotzdem entwickelt der Film eine beträchtliche Spannung. Das liegt zum einen am genau im richtigen Maße zugespitzten Duell zwischen dem gutmütigen, goßzügigen Verteidiger Jake Brigance und dem ehrgeizigen, skruppellosen Staatsanwalt Rufus Buckley. Zum anderen ist es die persönliche Ebene, die hier aufwühlt: Jake fühlt sich mitschuldig, weil er den Akt der Selbstjustiz geahnt, aber nicht verhindert hat. Gerade das führt ihn dazu, trotz all der Anfeindungen, trotz all der Drohungen und der ihn ständig umkreisenden Frage „Ist es das wert?“ immer weiter zu machen. Das ist letztlich der spannendste Aspekt an Die Jury: Der Ausnahmezustand herrscht hier nicht nur bei den Demonstrationen vor dem Gerichtssaal, sondern vor allem im Gewissen des Verteidigers.

Bestes Zitat:

“Es gibt nichts Gefährlicheres als einen Verrückten mit einer Mission.”

Der Trailer zum Film:

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