Draufgeschaut: Die Welle


Das Experiment für Lehrer Rainer Wenger (Jürgen Vogel) gerät außer Kontrolle.

Das Experiment für Lehrer Rainer Wenger (Jürgen Vogel) gerät außer Kontrolle.

Film Die Welle
Produktionsland Deutschland
Jahr 2008
Spielzeit 107 Minuten
Regie Dennis Gansel
Hauptdarsteller Jürgen Vogel, Frederick Lau, Max Riemelt, Jennifer Ulrich, Christiane Paul, Cristina do Rego
Bewertung **1/2

Worum geht’s?

Rainer Wenger freut sich noch weniger auf die anstehende Projektwoche als seine Schüler: Eigentlich wollte er als bekennender Punk-Fan die Abiturienten über Anarchie aufklären. Doch nun muss er zum Thema Autokratie unterrichten. Als die Schüler einhellig der Meinung sind, dass ein autokratisches System heutzutage in Deutschland nicht mehr durchzusetzen wäre, wagt der Lehrer ein Experiment. Er führt seinen Kurs an Werte wie Disziplin und Gemeinschaft heran und organisiert seine Schüler schließlich als Die Welle. Doch diese Bewegung entwickelt schon bald eine zerstörerische Macht.

Das sagt shitesite:

Die deutsche Adaption des Schulbuch-Klassikers von Morton Rhue ist leider ein ganzes Stück schwächer als der amerikanische Fernsehfilm, der den Stoff schon 1981 aufgriff. Zwar schafft es Die Welle durchaus überzeugend, den Kontext zu aktualisieren. Die Kids fahren Skateboard und spielen Playstation, sie kiffen und sprayen. Zudem gibt Jürgen Vogel, den man sich vorab kaum in einer solchen Rolle hätte vorstellen können, einen erstaunlich überzeugenden Gymnasial-Lehrer.

Leider werden der Handlung aber auch noch zwei völlig unnötige Beziehungskisten aufgebürdet. Zudem geraten die Charaktere selbst für einen Film, der wohl vor allem Schulklassen ins Kino locken will, zu stereotyp. Die Zweiflerin, der Eiferer, die Ausgeschlossene, der Spätberufene – sie alle sind da und haben trotz des nicht zu leugnenden schauspielerischen Könnens kaum Facetten zu bieten, die über das Klischeeverständnis ihrer Rolle hinaus reichen.

Gruppenzwang, Eigendynamik und jede Menge Minderwertigkeitskomplexe bilden zwar auch hier eine gefährliche Melange. Aber letztlich gelingt es in Die Welle nicht, die Eskalation des Geschehens plausibel zu machen – und damit den schockierenden Moment der Erkenntnis und Katharsis zu erreichen, der hier schließlich die Moral der Geschichte sein soll.

Bestes Zitat:

“Wir haben uns für was Besseres gehalten. Besser als alle anderen. Und, was noch viel schlimmer ist: Wir haben alle, die nicht  unserer Meinung waren, aus unserer Gemeinschaft ausgeschlossen. Wir haben sie verletzt. Und ich will nicht wissen, zu was wir noch alles fähig gewesen wären.”

Der Trailer zum Film:

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