Draufgeschaut: Dom Hemingway


Film Dom Hemingway

Dom Hemingway Filmkritik Rezension

Dom Hemingway (Jude Law) sucht einen Job als Safeknacker.

Produktionsland Großbritannien
Jahr 2013
Spielzeit 94 Minuten
Regie Richard Shepard
Hauptdarsteller Jude Law, Richard E. Grant, Demián Bichir, Emilia Clarke, Nathan Stewart-Jarrett
Bewertung

Worum geht’s?

Wegen eines spektakulären Diebstahls saß Dom Hemingway zwölf Jahre lang im Gefängnis. Doch seine Hintermänner hat er nicht verraten – und nun, wieder in Freiheit, will er seinen Anteil an der Beute und eine entsprechende Entschädigung. Sein früherer Auftraggeber ist zwar durchaus dankbar und weiter gut im Geschäft. Trotzdem muss Dom erkennen, dass die Welt nicht mehr nach seinen Regeln funktioniert: Von Safeknackern werden neuerdings Elektronik-Kenntnisse verlangt, im Gangster-Business haben Jungspunde das Sagen und in Kneipen darf man nicht mehr rauchen. Dom beschließt trotzdem, seine Freilassung in vollen Zügen zu genießen und möglichst schnell möglichst viel von dem entgangenen Amüsement nachzuholen. Die Frage, ob sich seine Loyalität und sein Schweigen wirklich gelohnt haben, kann er trotzdem nicht verdrängen. Denn wie viel Zeit wirklich vergangen ist, während er seine Strafe abgesessen hat, macht ihm nicht zuletzt sein Privatleben schmerzhaft klar: Seine einstige Verlobte hat erst einen anderen geheiratet und ist dann gestorben, auch seine Tochter ist längst erwachsen und will mit ihm nichts mehr zu tun haben.

Das sagt shitesite:

Dom Hemingway ist ein Film wie seine Titelfigur: Er will vor allem cool und hart sein. Wie viel Spaß vor allem Jude Law dabei in einer für ihn ungewöhnlich unsympathischen Hauptrolle hat, ist unverkennbar. Er spielt diesen Gangster so extrem, dass einem der Mund offen stehen bleibt. Das gilt von der ersten Szene an, in der Dom Hemingway für geschlagene zwei Minuten nichts anderes tut als die Großartigkeit seines Penis zu preisen, der gerade – wie man am Ende seiner Laudatio erfährt – im Mund eines Mithäftlings steckt.

Die Themen sind wenig komplex, es geht um die Gier nach Freiheit, die mit Huren, Suff und Koks gestillt wird, die Bedeutung der Ganovenehre und eine, an Snatch oder Rock N Rolla erinnernde, schicke Inszenierung der kriminellen britischen Halbwelt. Als Dom Hemingway sich plötzlich nicht mehr mit Rache, Party und Geld beschäftigt, sondern das Innenleben seines Helden und seinen Kampf um den Respekt seiner Tochter in den Blick nimmt, ist das zwar zunächst ein irritierender Bruch. Am Ende kriegt der Film aber auch in dieser Hinsicht die Kurve.

Viel wichtiger als Tiefgang ist hier ohnehin das Entertainment und die Feier der Gegenwart. Dom Hemingway steckt voller sagenhaft cooler Dialoge, der Titelheld ist entweder totaler Verlierer oder König der Welt, niemals irgendetwas dazwischen. Auch damit fallen der Charakter der Hauptfigur und der Charakter dieses Films zusammen: Sie sind exzentrisch, brutal, witzig, provokant und kompromisslos.

Bestes Zitat:

„Mein Schädel brummt. Als wäre eine Disco in meinem Kopf. Eine Disco in Manila, und die ist voll mit Transvestiten und kleinen Spanferkeln.“

Der Trailer zum Film.

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