Draufgeschaut: Elvis ’56


Film Elvis 56

Die Dokumentation "Elvis 56" legt den Schwerpunkt auf die legendären TV-Auftritte von Elvis Presley.

Die Dokumentation „Elvis 56“ legt den Schwerpunkt auf die legendären TV-Auftritte von Elvis Presley.

Produktionsland USA
Jahr 1987
Spielzeit 60 Minuten
Regie Alan Raymond, Susan Raymond
Hauptdarsteller Elvis Presley
Bewertung

Worum geht’s?

Aus Anlass des zehnten Todestags von Elvis Presley blickt diese Musikdokumentation auf das Jahr, in der der King Of Rock’N’Roll seinen Durchbruch schaffte. Anfang 1956 ist er bloß eine Südstaaten-Sensation, zwölf Monate später eine nationale Berühmtheit. Vor allem dank seiner hier dokumentierten Auftritte im TV bei Milton Berle, Steve Allen oder Ed Sullivan.

Das sagt shitesite:

„Before Elvis, there was nothing“, hat John Lennon einmal gesagt. Die Dokumentation lässt verstehen, wie der Beatle zu dieser These kommen konnte. Denn vor allem, wenn die ganze altbackene Spießigkeit beispielsweise in der Fernsehshow der Dorsey Brothers gezeigt wird, dann wird klar, wie sehr Elvis für die älteren Zuschauer als Schock und für die jüngeren als Befreier gewirkt haben muss.

Die Dokumentation krankt etwas an dem Manko, dass es wenig Bewegtbild aus dem Jahr 1956 gibt (dafür werden viele Fotos gezeigt) und in der deutschen Version ein bisschen an der schlechten Übersetzung. Abgesehen davon setzt Elvis ’56 aber gekonnt den Fokus auf das sicher spektakulärste Jahr in der Karriere von Elvis Presley und kann zudem als knappe Biographie gelten, denn es wird auch kurz auf Herkunft und Zukunft geschaut.

Die Aufnahmen von Elvis‘ TV-Auftritten sind dabei besonders erhellend, denn sie zeigen zum einen, wie akribisch Manager Colonel Parker den Aufstieg seines Schützlings geplant hat. Zum anderen beweist Elvis, obwohl er während seiner Performances kein einziges Mal direkt in die Kamera schaut, ein fast provokantes Selbstvertrauen. Und er lässt erkennen, wie früh er schon mit seinem Image spielte: Sobald „Elvis The Pelvis“ seine Hüfte und vor allem seine Beine bewegt, flippen die Mädels im Publikum aus wie Pawlow’sche Hunde. Elvis macht sich schon bald einen Spaß daraus, mit diesem Reflex zu spielen – und inszeniert sich damit augenzwinkernd als verkommene Bedrohung für die amerikanische Moral.

Elvis ’56 ist somit nicht nur das Tagebuch eines fast rauschhaften Triumphzugs. Die Dokumentation deutet auch schon an, wo die Reise hingeht: Nach diesem Jahr sollte Elvis Presley nur noch dreimal im Fernsehen auftreten. Erst hatte er es nicht mehr nötig, dann ahnte er wohl: Für den Traum seiner späten Jahre, als erwachsener Künstler wahrgenommen zu werden, waren unbarmherzige, oberflächliche TV-Shows definitiv das falsche Medium.

Bestes Zitat:

„Er sieht nicht nur anders aus. Er sieht gefährlich aus.“

Szenen aus dem Film:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.