Draufgeschaut: Es war einer von uns


Johanna (Maria Simon) verdächtigt Björn (David Striesow), sie vergewaltigt zu haben.

Johanna (Maria Simon) verdächtigt Björn (David Striesow), sie vergewaltigt zu haben.

Film Es war einer von uns
Produktionsland Deutschland
Jahr 2011
Spielzeit 90 Minuten
Regie Kai Wessel
Hauptdarsteller Maria Simon, Anja Kling, Devid Striesow, Patrick Heyn, Adam Bousdoukos, Hans-Jochen Wagner, Johanna Gastdorf
Bewertung ***

Worum geht’s?

Johanna feiert eine nette Party im Kreise ihrer Freunde. Auf dem Heimweg verliert sie plötzlich die Kontrolle über ihr Fahrrad und kommt erst am nächsten Morgen wieder zu sich. Sie wurde vergewaltigt. Als wäre das nicht schlimm genug, sorgen die Ermittlungen der Polizei auch noch für einen weiteren Schock: Sie wurde gezielt mit K.o.-Tropfen betäubt – und der Täter muss einer ihrer Freunde sein, die auf der Party waren.

Das sagt shitesite:

Es ist durchaus treffend, dass dieses Drama seinen Konflikt, sein zentrales Dilemma, schon im Titel trägt. Denn Es war einer von uns lebt vor allem von seiner Thematik. Wie die junge Frau alle Sicherheit und alles Vertrauen in ihre Mitmenschen verliert, das wird sehr sensibel und erfreulich unhektisch inszeniert. Gerade als Johanna am meisten Beistand braucht, wird sie auch noch von ihren Freunden ausgegrenzt, weil die ihr vorwerfen, dass sie mit ihrem Problem nicht klarkommt und nicht in der Lage ist, angesichts der wenig erfolgreichen Suche nach einem Täter endlich einen Schlussstrich unter die Sache zu ziehen.

Das ist die größte Stärke von Es war einer von uns: Alle wollen hier gerne schnellstmöglich zurückkehren zur Normalität. Jeder würde am liebsten so tun, als sei gar nichts passiert: das Opfer, der Täter und die Umstehenden, die ob der erschütternden Hinterlist des Verbrechens zwangsläufig auch zu Beteiligten werden. Und genau dieses gemeinsame Ziel entfernt sie voneinander. Diese perfide Dynamik wirkt auch dank des exzellenten Ensembles sehr eindringlich.

An anderer Stelle ist Es war einer von uns leider etwas plump. Die Spielereien mit Lichteffekten kurz vor Johannas Blackout und dann bei ihren Versuchen, sich an die Vergewaltigung zu erinnern, sind übertrieben. Auch die Zeitsprünge gegen Schluss hätte es nicht unbedingt gebraucht. Vor allem aber enttäuscht der Schluss: Ein Täter, der wie zufällig enttarnt wird und dessen Motivation zudem völlig im Dunkeln bleibt – das zuvor über weite Strecken gelungene Drama hätte ein schlüssigeres, wirkungsvolleres oder verstörenderes Ende verdient gehabt.

Bestes Zitat:

“Ich will endlich damit aufhören, darüber nachzudenken, was passiert ist. Weil mich das sonst umbringt. Aber ich weiß nicht, wie ich das hinter mir lassen kann. Und wie ich trotz allem weiterleben kann. Ob das überhaupt geht.”

Der Trailer zum Film:

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