Draufgeschaut: Fleisch ist mein Gemüse


Heinz (Maxim Mehmet, rechts) heuert in der Band von Gurki (Andreas Schmidt) an.

Heinz (Maxim Mehmet, rechts) heuert in der Band von Gurki (Andreas Schmidt) an.

Film Fleisch ist mein Gemüse
Produktionsland Deutschland
Jahr 2008
Spielzeit 101 Minuten
Regie Christian Görlitz
Hauptdarsteller Maxim Mehmet, Heinz Strunk, Andreas Schmidt, Oliver Bröcker, Jona Mues, Martin Brauer, Susanne Lothar, Anna Fischer, Susanne Bormann
Bewertung ****

Worum geht’s?

Heinz träumt von einer Karriere als Popstar. Seine Mutter will hingegen, dass der Junge ein Musikstudium beginnt – oder wenigstens irgendetwas anderes mit seinem Leben anfängt. Doch Heinz sorgt sich eher um die geistige Gesundheit seiner depressiven Mutter und um die Frage, wie er im Hamburg der späten 1980er Jahren seine Unschuld verlieren kann. Als er einen Job als Saxofonist in der Tanzkapelle „Tiffany’s“ bekommt, scheint er zumindest zweien seiner Zeile einen Schritt näher zu kommen.

Das sagt shitesite:

Erfreulicherweise funktioniert Fleisch ist mein Gemüse auch dann, wenn man die Buchvorlage von Heinz Strunk nicht kennt. Noch erfreulicher ist die Tatsache, dass der Film dem Buch trotzdem sehr schön gerecht wird: Die coole Erzählweise, der wunderbare Mix aus Gags und ernsten Momenten und vor allem die stimmige Atmosphäre sind auch hier präsent.

Natürlich wird auch der Musik dieser Jahre ein Denkmal gesetzt, und der großartige Andreas Schmidt als Bandleader Gurki ist ihr Hohepriester. Besser sind viele der Songs auch mit dem Abstand eines Vierteljahrhunderts nicht geworden, aber dafür wird etwas anderes klar: Wenn Fleisch hier das Gemüse ist, dann haben diese Lieder dieselbe Funktion wie der Schnaps, der in dieser Quasi-Komödie ebenfalls eine große Rolle spielt. Sie sind sozialer Kitt, Fluchtfahrzeug aus dem Alltag oder eben Flirtverstärkung.

Famos ist die Requisite von Fleisch ist mein Gemüse, die einen großen Anteil daran hat, hier den Zeitgeist der späten Eighties wieder auferstehen zu lassen, den beispielsweise auch Sven Regener in Neue Vahr Süd so schön eingefangen hat. Auch wenn die Erkenntnis, die man daraus ziehen kann, einigermaßen ernüchternd ist: In dieser Ära war alles deprimierend, sogar das Feiern.

Bestes Zitat:

“Hauptsache: geil abliefern!”

Der Trailer zum Film:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.