Fußball ist unser Leben


Film Fußball ist unser Leben

Schalke geht für Hans und seine Freunde über alles.

Schalke geht für Hans und seine Freunde über alles.

Produktionsland Deutschland
Jahr 1999
Spielzeit 93 Minuten
Regie Tomy Wigand
Hauptdarsteller Uwe Ochsenknecht, Ralf Richter, Oscar Ortega Sánchez, Walter Gontermann, Michael Sideris, Tana Schanzara, Tobias Schenke, Marita Marschall, Jochen Kolenda
Bewertung

Worum geht’s?

Hans Pollak ist Schalke-Fan. Er ist sogar mehr als das: Am Tag, als seine Tochter zur Welt kommt, geht er lieber ins Stadion. Und um seine chronischen Geldsorgen loszuwerden, verwettet er sein Haus darauf, dass Pablo di Ospeo im letzten Spiel der Saison noch ein Tor für Schalke schießt. Das Problem: Das Haus gehört gar nicht Hans, sondern seiner Frau, die ihn prompt verlässt, als sie von der Wette erfährt. Und der Argentinier Di Ospeo, genannt „Dios“, steckt in einer Formkrise. Als Hans und seine Kumpels im Schalke-Fanclub durch Zufall davon erfahren, dass Dios zu Inter Mailand wechseln wird und schon lange keine Lust mehr auf Schalke hat, greifen sie zu radikalen Methoden: Sie entführen den Fußballstar und unterziehen ihn im Hobbykeller von Hans einer „Umerziehung“: Aus dem zynischen Millionär soll ein echter Schalker werden.

Das sagt shitesite:

Es gibt zwei Perspektiven, mit denen man auf Fußball ist unser Leben blicken kann. Die eine ist die eines Cineasten – dann wird man wohl oder übel die Nase rümpfen über reichlich Klischees, eine hanebüchene Story und Schauspieler, die wie Hauptdarsteller Uwe Ochsenknecht (geboren in Hessen und aufgewachsen in Mannheim) oder Tobias Schenke (geboren und aufgewachsen in der DDR) versuchen, Ruhrpott-Dialekt nachzuahmen. Dann wird es dieser Film allenfalls in die Kategorie eines leidlich erträglichen Vergnügens schaffen.

Die andere Perspektive ist die eines Fußballfans. Und dann wird man Fußball ist unser Leben sofort ins Herz schließen. Der Film hat glaubhaften Stallgeruch, er zeigt wunderbar die Rituale, das Miteinander, das Sprücheklopfen, das Irrationale, das in den Fankurven herrscht und dass bei den wirklich überzeugten Anhängern auch außerhalb des Stadions das Leben regiert. Es gibt die Fußballfloskeln, die zu jedem Spiel gehören, es gibt die Jeanswesten voller Vereinswappenaufnäher, die in keinem Zeitalter der Menschheitsgeschichte schick waren, und es gibt die geradezu verblendete Überhöhung der Männer in kurzen Hosen, hier wunderbar auf die Schippe genommen durch den gottgleichen Status des realen Schalke-Profis Yves Eigenrauch, der vom fiktiven Jugendcoach Hans Pollak einmal trainiert wurde, was dem mittlerweile bierbäuchigen Hans noch zwanzig Jahre später zumindest den Status eines Apostels einbringt.

Die Komödie ist einer der wenigen Fußballfilme, in denen die Spielszenen realistisch aussehen (kein Wunder: es wurden die Bilder von zwei echten Schalker Bundesliga-Begegnungen verwandt), vor allem aber ist dies einer der wenigen Fußballfilme, der das Spiel, seine Bedeutung und vor allem seine Anhänger ernst nimmt. Erfreulich einfühlsam macht Fußball ist unser Leben deutlich: Es ist die Suche nach Bestätigung, die die Menschen ins Stadion treibt, und diese Suche nach Bestätigung wird in einem anderen Sinne dann auch zur Initialzündung bei der geplanten Rundumerneuerung des einstigen Weltfußballers Dios.

Nicht zuletzt geht in dieser sehr charmanten Komödie auch der Traum all derer in Erfüllung, die Woche vor Woche vor dem Fernseher über ihre Lieblingsspieler fluchen, die am Stammtisch den Spieltag analysieren oder sich im Stadion die Haare raufen. Denn als Hans und seine Freunde des verwöhnten Profis habhaft werden und ihn dann ordentlich triezen, sind sie getragen von der Überzeugung: Die Fans sind die besseren Trainer, die größeren Experten, die wahren Stars des Fußballs. Und Zusammenhalt ist – auf dem Platz und außerhalb – viel wichtiger als Talent.

Bestes Zitat:

„Sei froh, dass du keine Ahnung vom Fußball hast – das ist so ein Scheißgeschäft!“

Der Trailer zum Film:

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