Draufgeschaut: Goldene Zeiten


Film Goldene Zeiten

Douglas Burnett (Dirk Benedict) bringt Hollywood-Flair nach Unna.

Douglas Burnett (Dirk Benedict) bringt Hollywood-Flair nach Unna.

Produktionsland Deutschland
Jahr 2006
Spielzeit 129 Minuten
Regie Peter Thorwarth
Hauptdarsteller Wotan Wilke Möhring, Dirk Benedict, Wolf Roth, Ludger Pistor, Birgit Stein, Alexandra Neldel, Christian Kahrmann, Ralf Richter
Bewertung

Worum geht’s?

Ingo Schmitz organisiert Partys, ist in der Event-Firma seines Chefs aber nur ein kleines Licht. Als der Golfclub seiner Heimatstadt Unna ein prominentes Zugpferd für ein Benefiz-Turnier sucht, wittert er allerdings eine goldene Gelegenheit: Er lockt den US-Fernsehstar Douglas Burnett in den Ruhrpott und verschafft dem Turnier damit tatsächlich reichlich Aufmerksamkeit. Angenehmer Nebeneffekt: Von der saftigen Gage kann er einen guten Teil selbst einstreichen, denn in Wirklichkeit hat er den Veranstaltern einen billigen Doppelgänger untergejubelt. Der geht allerdings so sehr in seiner Rolle auf, dass er Star-Allüren entwickelt und von Ingo kaum unter Kontrolle zu halten ist. Und außerdem laufen rund um das Turnier noch ein paar andere halbseidene Geschäfte, die ihm ebenfalls einen Strich durch die Rechnung machen könnten.

Das sagt shitesite:

Geld aus einem Bankraub, das gar nicht mehr da ist (Bang Boom Bang), ein Toter auf einer Baustelle, der gar nicht tot ist (Was nicht passt, wird passend gemacht) und nun in Goldene Zeiten ein Hollywood-Star, der gar nicht echt ist: Das Prinzip von Peter Thorwarths Unna-Trilogie ist nicht allzu abwechslungsreich, aber auch in dieser Komödie weit davon entfernt, sich abzunutzen.

Am Anfang steht eine Lapalie, am Ende die Eskalation, dazwischen wird von Möchtegern-Gangstern auf die Kacke gehauen (hier noch etwas mehr als in den beiden Vorgängern). Amüsant ist das zum einen, weil es ein schier unerschöpfliches Vergnügen bereitet, Dirk Benedict (jawohl, der aus dem A-Team) an der Seite von deutschen Kultstars wie Ralf Richter, Ludger Pistor oder Wotan Wilke Möhring zu sehen (Douglas Burnett soll hier genau das bringen, was Unna nicht hat: Glamour). Zum anderen schafft es Goldene Zeiten, trotz einiger Längen und manch schludrig integrierter Nebenhandlung, genau wie die ersten beiden Teile der Trilogie, den Humor und die Mentalität des Potts authentisch einzufangen.

So etwas wie Recht und Ordnung ist hier nur eine vage Idee, Gesetzestreue ist verpönt, eine halbwegs vorzeigbare Zahlungsmoral für alle Beteiligten eine Todsünde. Goldene Zeiten zeigt, wie brüchig das Klischee vom angeblich ach so korrekten Deutschland ist. Korruption, Steuerhinterziehung und Erpressung sind in der Welt von Ingo, Harry und Jürgen so gängig, als lebten sie in einer Bananenrepublik.

Bestes Zitat:

„Auf die Dauer kann man niemandem etwas vormachen.“

Der Trailer zum Film.

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