Horst Schlämmer – Isch kandidiere


Film Horst Schlämmer – Isch kandidiere

Horst Schlämmer (Hape Kerkeling) glaubt: Das Land braucht ihn.

Horst Schlämmer (Hape Kerkeling) glaubt: Das Land braucht ihn.

Produktionsland Deutschland
Jahr 2009
Spielzeit 93 Minuten
Regie Angelo Colagrossi
Hauptdarsteller Hape Kerkeling, Simon Gosejohann, Norbert Heisterkamp, Alexandra Kamp, Maren Kroymann
Bewertung

Worum geht’s?

Im Superwahljahr 2009 führt der Lokaljournalist Horst Schlämmer etliche Interviews mit Politikern. Schon bald bemerkt er: „Die kochen doch alle nur mit Wasser. Das kann ich auch.“ Mehr noch: In der Redaktion im Provinzstädtchen Grevenbroich fühlt er sich schon lange unterfordert, und jetzt glaubt er: Das Land braucht ihn. Als er eine eigene Partei gründet, findet er erstaunlich schnell Anhänger und sogar prominente Unterstützung. Kann er mit dem Slogan „Hasenpower!“ tatsächlich das Kanzleramt erobern?

Das sagt shitesite:

Horst Schlämmer – Isch kandidiere ist eher eine Medien- als eine Politsatire. Die (realen) Guerilla-Auftritte von Horst Schlämmer in diversen Trash-Sendungen, die (fiktiven) Nachrichten über den Siegeszug seiner Partei und die (mit illustren Cameo-Auftritten unter anderem von Bushido, Michael Schumacher oder Jürgen Drews befeuerten) Wahlkampf-Events vor laufender Kamera zählen zu den wirkungsvollsten Momenten des Films.

Wenn der Anspruch – und davon ist auszugehen – allerdings gewesen sein sollte, die Verführbarkeit des trägen Wahlvolks und die Manipulierbarkeit des eitlen Politikbetriebs aufs Korn zu nehmen, dann ist Isch kandidiere auf ganzer Linie gescheitert. „Was die anderen nicht können, das können wir schon lange“, tönt Horst Schlämmer an einer Stelle, aber diese Grundidee trägt beim besten Willen keinen Kinofilm.

Es gibt ein paar gute Sketche und einige gelungene Wortspiele. Doch etliche Gags werden halb weggenuschelt, eine noch größere Zahl zündet erst gar nicht. Die Lieder, die es zwischendurch gibt, sind vollends peinlich.

So bleibt Horst Schlämmer – Isch kandidiere eine Enttäuschung mit einer erstaunlichen Erkenntnis: Das Versagen dieses Films passiert nicht wegen Hape Kerkeling, sondern trotz Hape Kerkeling. Seine Sketche funktionieren sonst oft in erster Linie dadurch, dass man ihn nicht erkennt, egal ob als Königin Beatrix oder als finnischer Rockstar. Als Horst Schlämmer ist er stets erkennbar, in jedem Moment ebenso als Hape Kerkeling präsent – und rettet den Film so zumindest ein stückweit. Kaum vorzustellen, wie öde dieser Streifen wäre, wenn im Kostüm des trotteligen, notgeilen und schmierigen Lokaljournalisten ein anderer Komiker steckte.

Bestes Zitat:

„Es geht überhaupt nicht darum, immer selbst gut auszusehen. Hauptsache, man lässt die anderen schlecht aussehen.“

Der Trailer zum Film:

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