How I Won The War


Film How I Won The War

Gripweed (John Lennon) muss sich mit einem unfähigen Offizier durch Afrika kämpfen.

Gripweed (John Lennon) muss sich mit einem unfähigen Offizier durch Afrika kämpfen.

Produktionsland Großbritannien
Jahr 1967
Spielzeit 106 Minuten
Regie Richard Lester
Hauptdarsteller Michael Crawford, John Lennon, Roy Kinnear, Jack MacGowran, Michael Hordern, Lee Montague, Karl-Michael Vogler
Bewertung

Worum geht’s?

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs gerät Lt. Ernest Goodbody in deutsche Gefangenschaft. Seinen Aufsehern erzählt er seine Lebensgeschichte, von der Offiziersausblidung über seinen Sondereinsatz in Afrika (wo er ein Cricketfeld hinter den feindlichen Linien errichten soll) bis zum Kampf am Rhein. Dass seine Truppe ihn für eine Witzfigur hält, verschweigt er dabei geflissentlich. Schließlich wird er doch noch zum Helden, denn er spielt eine entscheidende Rolle beim Sieg der Alliierten.

Das sagt shitesite:

Aus heutiger Sicht mag How I Won The War vor allem deshalb interessant ist, weil es den einzigen Auftritt von John Lennon in einem Nicht-Musik-Spielfilm zeigt. Der Brillenbeatle, zum Zeitpunkt der Dreharbeiten bereits so etwas wie ein lebender Gott, gibt hier den Soldaten Gripweed, der sich vor allem durch eine Vergangenheit als Nationalsozialismus-Sympathisant („Faschismus ist etwas, aus dem man herauswächst“, urteilt ein Vorgesetzter gelassen) und eine Gegenwart als notorischer Schweißfußbesitzer auszeichnet.

Ob Lennon ein guter Schauspieler ist, lässt sich freilich kaum beantworten, denn How I Won The War ist viel zu surreal und grotesk, um Raum für dramatisches Talent zu lassen. Monty Python trifft Private Ryan – so könnte man diese Persiflage am treffendsten zusammenfassen. Das hält einige gute Gags bereit, überzeugt aber vor allem durch die Konsequenz, mit der Regisseur Richard Lester hier mit dem Militarismus abrechnet und mit der Glorifizierung des heldenhaften Siegs, die wohl auch eine Generation nach dem Ende des Krieges in England noch an der Tagesordnung war.

Er proträtiert die englische Armee als eine Truppe, die besessen ist von Tradition, Manieren und Egozentrik – lauter Eigenschaften, die man an der Front nun wirklich nicht gebrauchen kann. Sein Frontalangriff auf den Kriegskult nimmt wirklich alles ins Visier: die Pose, das Schauspiel und das Protzen, das dem Militär innewohnt. Den Fetisch rund um Ausrüstung, Geschichte, Tapferkeit  und Patriotismus. Homoerotik, Feigheit, nationalistische Klischees. Die absurde Hoffnungslosigkeit von Truppenunterhaltung und die banale Sorge darum, was die Frau wohl zuhause treibt, während man selbst an der Front kämpft.

Im Mittelpunkt von How I Won The War steht das Verhältnis zwischen Offizieren und ihren Mannschaften: Die Unfähigkeit von Ernest Goodbody wird nur noch durch seine sagenhafte Arroganz übertroffen (herrlich zum Ausdruck gebracht in seinen abgehobenen Motivationsreden), während die unteren Dienstgrade ihm natürlich immer wieder den Arsch retten und den wirklich entscheidenden Anteil am Sieg haben. Man kann das als Metapher auf den Klassenkampf lesen, doch letztlich lässt How I Won The War niemandem die Gelegenheit, stolz auf seine Rolle im Krieg zu sein. Es gibt hier, unabhängig vom Dienstgrad, nur Wichtigtuer und Hanswürste – klarer könnte man die Absurdität von Krieg nicht zum Ausdruck bringen.

Bestes Zitat:

“Der Krieg ist zweifellos das erhabenste Spiel, das es gibt.”

Der Trailer zum Film:

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