Draufgeschaut: Idiotentest


Film Idiotentest

Idiotentest Film Kritik Rezension

Annette (Susanna Simon), Katja (Mariele Millowitsch) und Isabel (Henriette Richter-Röhl, von links) haben keinen Führerschein mehr.

Produktionsland Deutschland
Jahr 2012
Spielzeit 90 Minuten
Regie Thomas Nennstiel
Hauptdarsteller Mariele Millowitsch, Susanna Simon, Henriette Richter-Röhl, Nicki von Tempelhoff, Kai Lentrodt
Bewertung

Worum geht’s?

Katja, Isabel und Annette haben nicht viel gemeinsam, außer einer lästigen Pflicht: Nach diversen Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung müssen sie alle die medizinisch-psychologische Untersuchung über sich ergehen lassen, um ihren Führerschein wieder zu bekommen. Ein Vergnügen ist das auch deshalb nicht, weil sie im Vorbereitungsseminar an einen Coach gelangen, der knallhart ist und seine wichtigste Aufgabe darin sieht, Verkehrsrowdys klarzumachen, dass sie nicht zu Unrecht bestraft werden, sondern eben wirklich Verkehrsrowdys und eine Gefahr für andere sind. Bloß Erik ist für die drei Damen ein Lichtblick: Auch er muss den Idiotentest absolvieren, und alle drei Leidensgenossinnen machen ihm schöne Augen. Über den Flirt mit Erik und die Abneigung gegen Marius finden die Damen schließlich zueinander – und entdecken, dass sie in ihrem Leben jede für sich deutlich größere Probleme haben als eine etwas zu offensive Fahrweise.

Das sagt shitesite:

So seltsam wie die Idee von Idiotentest ist, so wenig stimmig wird diese Fernsehkomödie von Drehbuchautor Stefan Rogall und Regisseur Thomas Nennstiel: Drei Frauen wollen eigentlich bloß die Möglichkeit, wieder Auto fahren zu dürfen, finden aber erst beste Freundinnen, dann vielleicht einen Liebhaber und schließlich sich selbst. Auf dem Weg dahin hat der Film ein paar gute Momente, vor allem dank der guten Besetzung und in den mitunter mutigen Dialogen. Aber der Großteil der Pointen erweist sich als Zoten oder Rohrkrepierer.

Ein weiteres Problem: Beim Versuch, die Biografien von Katja, Isabel und Annette zusammenzuführen, geht die Glaubwürdigkeit verloren. Inklusive Erik gibt es gleich vier Hauptfiguren, die vermeintlich einfühlsam porträtiert werden sollen, aber allein diese Anzahl führt bei einer begrenzten Spielzeit im Prime-Time-Korsett eben dazu, dass Idiotentest nur an der Oberfläche bleiben kann.

So entstehen letztlich eher Karikaturen statt plausibler, sympathischer oder gar eindrucksvoller Charaktere. Die eine Frau trinkt zu viel und glaubt, dass ihr Mann sie mit einer Kollegin betrügt. Die andere wurde tatsächlich sitzengelassen und sieht in ihrem Beruf als Altenpflegerin ständig die bedrohliche eigene Zukunft als einsame alte Frau vor sich. Die dritte tanzt so vollständig nach der Pfeife ihres Freundes, dass von einer eigenen Identität keine Rede mehr sein kann. Genau deshalb scheitert dieser Idiotentest: Der Film will Klischees persiflieren, reproduziert sie aber.

Bestes Zitat:

„Mit Selbstmitleid vertreibst du die Leute, die dich lieben.“

Der komplette Film.

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