Draufgeschaut: Im Weltraum gibt es keine Gefühle


Simon (Bill Skarsgård) will Jennifer (Cecilia Forss) mit seinem Bruder verkuppeln.

Simon (Bill Skarsgård) will Jennifer (Cecilia Forss) mit seinem Bruder verkuppeln.

Film Im Weltraum gibt es keine Gefühle
Produktionsland Schweden
Jahr 2010
Spielzeit 85 Minuten
Regie Andreas Öhman
Hauptdarsteller Bill Skarsgård, Martin Wallström, Cecilia Forss, Sofie Hamilton
Bewertung

Worum geht’s?

„Ich habe Asperger“, ist einer der Sätze, den Simon am häufigsten sagt. Einer der Effekte seiner Krankheit: Er hat Angst vor der Welt und versteckt sich oft stundenlang in einer Tonne, die für ihn ein imaginäres Raumschiff ist. Der einzige, der dann noch zu ihm durchdringen kann, ist sein Bruder Sam. Der ist gerade mit seiner Freundin Frida in eine gemeinsame Wohnung gezogen, und als Simon immer wunderlicher wird, holen sie ihn zu sich, um sich um ihn kümmern zu können. Das wird schnell zu einer Belastung für die Beziehung, denn wegen seiner Krankheit besteht Simon auf einem exakt festgelegten Tagesablauf – und ist zu keinerlei Rücksichtnahme in der Lage. Frida hält das nicht lange aus: Sie macht Schluss mit Sam und zieht aus. Simon ist untröstlich, aber er hat schon eine Lösung für das Problem in petto: Er wird eine neue Freundin für Sam suchen, und der Plan dafür ist ebenso ausgeklügelt und unfehlbar wie sein Tagesablauf.

Das sagt shitesite:

Aus ganz wenig macht Andreas Öhman in seinem Regiedebüt ganz viel: Das Budget ist mickrig, das Ensemble nicht allzu groß, die Zahl der Schauplätze sehr überschaubar. Aber dank toller Schauspieler, vielen originellen Einfällen, eines faszinierenden Plots und vor allem ganz viel Einfühlungsvermögen wird aus Im Weltraum gibt es keine Gefühle eine exzellente Komödie.

Die fantasievollen Animationen, die hier ebenso mutig wie überzeugend in die Handlung integriert werden, sind nur ein Beispiel für den sehr liebevollen Umgang der Macher mit ihrem Sujet. Ohne dass das Asperger-Syndrom verharmlost oder überzeichnet würde, wimmelt es in Im Weltraum gibt es keine Gefühle vor schrägen Figuren. Die Szenen, in denen Simon gemeinsam mit anderen Behinderten versucht, einer Arbeit nachzugehen, sorgen für eine wunderbare Leichtigkeit und eine sehr feinfühlige Distanz zum Geschehen, zu der auch das seltsame Seventies-Ambiente der Kulissen und Requisite beiträgt.

Wenn Simon dann die chaotische Jennifer kennen lernt, wenn der verlassene Sam in seinem Zimmer schmollt oder Frida keine Lust mehr hat, den kranken Simon mit Samthandschuhen anzufassen, dann geht dieser Film tatsächlich ebenso unter die Haut wie an die Lachmuskeln. Und er zeigt: Letztlich kann hier niemand mit seinen Gefühlen umgehen, ob Asperger oder nicht.

Bestes Zitat:

„Die meisten denken, ich bin ein Idiot. Aber das bin ich nicht. Ich will nur, dass alles so bleibt wie es immer war.“

Der Trailer zum Film:

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